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2009 | Lauchhammer | Polizeihauptkommissar Steffen Meyer (46) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Salva
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2009 | Lauchhammer | Polizeihauptkommissar Steffen Meyer (46) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 23. Apr. 2017, 21:24

Der Mord an dem Polizeibeamten Steffen Meyer aus Lauchhammer am 23. November 2009 ist eines der größten Rätsel in der deutschen Kriminalgeschichte.

Bild nicht mehr vorhandenPHK Steffen Meyer († 46)

Sachverhalt

Im Jahr 2009 ist Steffen Meyer 46 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Lauchhammer (Brandenburg). Der erfahrene Polizeihauptkommissar ist als Dienstgruppenleiter bei der Polizeiwache in Lauchhammer tätig.

Am jenem Montag des 23. November 2009, setzt Steffen Meyer nach einem Arztbesuch seinen Sohn zu Hause ab. Er fährt mit dem Auto weiter, um noch schnell etwas aus der Apotheke zu besorgen. Es ist etwa 18 Uhr.

Als Steffen Meyer zwei Stunden später noch immer nicht zu Hause ist, geht seine Frau ihn suchen. Sie findet ihren Mann in der Garage, knapp 100 Meter von der Wohnung entfernt. Er ist tot. Steffen Meyer wurde vermutlich gegen 18.30 Uhr durch Schläge gegen den Kopf und durch Messerstiche getötet. Sein Auto, ein älterer Opel Vectra, ist weg, offenbar geraubt – wie auch Steffen Meyers Portemonnaie.

Rätsel um das Auto

Bild nicht mehr vorhandenOpel Vectra von Steffen Meyer

Bild nicht mehr vorhandenOpel Vectra von Steffen Meyer

Am nächsten Morgen wird der Wagen gefunden – an einer Landstraße, knapp 30 Kilometer von Lauchhammer entfernt. Der Opel Vectra ist beschädigt, wie nach einem Unfall. Und der Tank des Wagens ist leer. Die verblüffende Erkenntnis der Polizei: Nach dem Mord muss jemand mit dem Opel bis zu 400 Kilometer weit gefahren sein.

Bild nicht mehr vorhandenDer geraubte Opel Vectra wurden etwa 30 Kilometer von Lauchhammer entfernt gefunden.

Im Auto werden DNA-Spuren eines unbekannten Mannes gefunden. Rund um den Wagen liegen zudem Zigarettenstummel, daran die DNA von drei weiteren unbekannten Personen – einer Frau und zwei Männern. Haben sie mit dem Mord an Steffen Meyer zu tun? Das Auto wurde offenbar nach verwertbaren Gegenständen durchsucht. In der Konsole liegt das Portemonnaie von Steffen Meyer, das Bargeld fehlt.

Wagen wurde geblitzt

Bild nicht mehr vorhandenOriginal-Radarfoto: Wer ist der Unbekannte am Steuer?

Die weiteren Ermittlungen der Polizei fördern Mysteriöses zutage: Der Wagen hatte tatsächlich einen Unfall. Exakt um 22.45 Uhr, also vermutlich knapp vier Stunden nach dem Mord, war der Wagen bei der Gemeinde Nünchritz von der Straße abgekommen. Der Unfall wurde durch die Kamera eines nahen Chemiewerks gefilmt.

Doch das ist nicht alles: Acht Minuten später, um 22.53 Uhr, wurde der Opel Vectra geblitzt. Das Foto zeigt einen unbekannten Mann am Steuer des Wagens.

Kein Tatverdacht mehr

Nach der Veröffentlichung des Blitzerfotos erhält die Mordkommission rund 300 Hinweise. Etwa 30 davon beziehen sich auf ein- und denselben Mann. Der Verdächtige wird mehrfach vernommen, bestreitet aber, Steffen Meyer zu kennen geschweige denn etwas mit der Tat zu tun zu haben. Ein DNA-Abgleich entlastet den Mann. Die Ermittlungen gegen ihn werden eingestellt. Erneut stellt sich die Frage: Wer ist der Mann, der in Steffen Meyers Auto fotografiert wurde?

Personenbeschreibung:

Der unbekannte Fahrer ist 30 bis 40 Jahre alt.
Bekleidet war er mit einer dunklen Mütze, vermutlich mit einer Winterjacke mit Kragen und dunklen Handschuhen.

Verschwundene Gegenstände:

Bild nicht mehr vorhandenSeit der Tat verschwunden: Schlüssel und kleine Taschenlampe.

Seit der Tat fehlt Steffen Meyers Schlüsselbund mit mindestens fünf Schlüsseln und einer 5,5 cm langen grauen Stab-Taschenlampe.

Fragen nach Zeugen:

Bild nicht mehr vorhandenLage des Tatorts in Lauchhammer

► Wer hat am Montag, 23. November 2009, in Lauchhammer in der Straße Friedenseck beziehungsweise im dort befindlichen Garagenkomplex etwas beobachtet? Der Mord dürfte zwischen 18.25 und 18.40 Uhr geschehen sein.

► Wer hat Steffen Meyers alten grauen Opel Vectra (Kennzeichen: OSL – B 154) in den Stunden nach der Tat oder vor seinem Auffinden am nächsten Morgen gesehen? Das Auto dürfte nach der Tat noch rund 400 Kilometer weit gefahren sein, bevor es in der Nähe von Lauchhammer mit leerem Tank stehengelassen wurde.

► Wer hat Steffen Meyers verschwundene kleine graue Taschenlampe nach dem 23. November 2009 gesehen oder gefunden?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Cottbus, Telefon: 0355 / 486 91 23


Quellen: e110 | Der Mord an meinem Mann war keine Zufallstat (LR) | Polizei-Eklat nach Polizisten-Mord in Lauchhammer (LR)


https://vimeo.com/212173410
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Duchonin
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2009 | Lauchhammer | Polizeihauptkommissar Steffen Meyer (46) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 30. Apr. 2021, 13:31

Die 3 Links sind nicht mehr erreichbar.
https://www.lr-online.de/nachrichten/_d ... 00262.html

Bild behauptet:
Der Polizist aus Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) wurde erstochen, als er am 23. November 2009 einen Einbrecher an seiner Garage überraschte.


Da das Fahrzeug erst 4 Std. später den Unfall hatte und geblitzt wurde, würde ich vermutet, dass die Täter mittels Garageneinbruch in den Besitz eines Fahrzeugs kommen wollten, um damit (Drogen-? oder Menschen-?)Schmuggel aus Tschechien zu betreiben.
Die Richtung würde passen und über die Autobahn ist man sicher nicht gefahren, weil da die Gefahr einer Kontrolle viel größer ist.
Bei einer Entfernung zur Grenze von ci. 170km wäre man bei 340 km für Hin-und Rückfahrt.

Die Witwe vermutet eine Mord im Zusammenhang mit der dienstlichen Tätigkeit:
Es hat Vorwürfe zu dienstlichem Fehlverhalten in der Wache Lauchhammer gegeben. Hat das aus Ihrer Sicht damit zu tun, dass die Ermittlungsergebnisse in dem Mordfall bisher zu nichts führten?
Das vermute ich. Das nagt in mir. Und das macht mich hilflos und wütend zugleich. Ich denke, dass der Schlüssel zur Wahrheit über den Tod meines Mannes auch in der Wache Lauchhammer liegen muss. Auch Steffen ist als Polizist sicher nicht fehlerfrei gewesen. Aber er hat unkorrekte Arbeit nicht toleriert und seit Jahren offen kritisiert. Darauf haben zu Lebzeiten meines Mannes weder Vorgesetzte noch Kollegen angemessen reagiert. Erst die Strafermittlungen zu seinem Tod haben auch Fehlverhalten im Dienst konkret hinterfragt. Allerdings sind die Erinnerungslücken, die gut ausgebildete und hoch dekorierte Polizisten vor Gericht offenbaren, erschreckend. Ich wünschte, dass seine Kollegen mehr Ehre im Leib hätten und zur lückenlosen Aufklärung von fragwürdigen Vorkommnissen beitrügen. Mein Eindruck ist, Steffens Kritik wird als die eines Nestbeschmutzers abgetan, damit Konflikte nicht aufgearbeitet werden müssen, alle ihre Ruhe haben und das öffentliche Vertrauen in die Polizei unerschüttert bleibt.

In dem Beweisverfahren zum Razzia-Verrat wird sehr deutlich, dass es undichte Stellen bei der Polizeiwache Lauchhammer gegeben hat. Für mich persönlich ist absolut zweitrangig, ob dem Angeklagten das Ausplaudern dieser Durchsuchung bis zur maßgeblichen Adresse nachgewiesen werden kann. Im ersten Verfahren am Amtsgericht Senftenberg war das nicht so und der Freispruch die Folge. Ich will auch gar keine Prognose für den Ausgang des Berufungsverfahrens wagen oder Hoffnungen äußern. Die habe ich hierzu nicht. Ich frage mich dafür ernsthaft, war das wirklich nur ein Einzelfall? Und wem ist Steffen - und das will ich ausdrücklich betonen - dienstlich auf die Füße getreten? Der Mord an meinem Mann war eine Hinrichtung, keine Zufallstat. Davon bin ich überzeugt.
Das halte ich auch für denkbar. Genauso ist denkbar, dass die Mörder die Gelegenheit genutzt haben, um das Auto zu den o.g. Zweck zu gebrauchen.
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