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1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 28. Jul. 2014, 12:53

Ein dreifacher Mörder, der offenbar extrem kaltblütig vorging und auch ein 11-jähriges Mädchen bestialisch tötete, lebt immer noch unbescholten unter uns. Dieses ungesühnte Verbrechen sorgt bei vielen Bewohnern von Grebenhain-Volkartshain bis heute für einen unruhigen Schlaf, Ohnmacht und Wut.
In der Nacht zum 16. Februar 1985 werden in der Ortschaft südlich von Alsfeld zwei Frauen und ein junges Mädchen der Familie Winter grausam getötet. Auf die 77-jährige Oma Auguste, die 46-jährige Mutter Marie und die 11-jährige Tochter Marie wurde mit einem Knüppel eingeschlagen und mit einem Messer eingestochen.

Den Ermittlern bietet sich am Tatort ein Anblick, den die meisten wohl nie vergessen werden. Die Leichen sind entsetzlich zugerichtet, Blut im ganzen Haus verteil.

Unter Tatverdacht gerät damals schnell ein Verwandter in spe - der 23-jährige Helmut V. Der Schreiner ist der Verlobte einer weiteren Tochter aus der Familie. Als mögliches Motiv wurde eine größere Menge Bargeld angesehen. Nach einem Traktorverkauf waren über 20.000 DM im Haus.

In einem spektakulären Indizienprozess vor dem Landgericht Fulda wird Helmut V. im Dezember 1987 freigesprochen, es soll im Laufe der Ermittlungen einige Pannen gegeben haben. Helmut V. hat nach dem Prozess eine neue Identität angenommen und lebt nicht mehr in Hessen.
Der Fall:


Video: Der ungeklärte Dreifach Mord von Volkartshain

Quelle: HR online
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Re: Der ungeklärte Dreifach-Mord von Volkartshain

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 19. Jan. 2015, 19:18

Aus einem interessanten Artikel vom 26. Juli 2010:

Quelle: http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/201 ... nalkrimis/
In der Nacht von Freitag auf Faschings-Samstag wurden in Volkartshain drei Frauen mit einem stumpfen Gegenstand bewußtlos geschlagen und dann mit einem Hirschfänger erstochen. Bei den Ermordeten handelte es sich um eine Großmutter, die Mutter und die zwölfjährige Tochter.

Ein Jahr zuvor hatte die Familie das Haus der anderen, bis dahin alleinlebenden Großmutter väterlicherseits verkauft. Diese hatte daraufhin im nahen Dorfteich Selbstmord begangen. Das Seltsame an ihrem Wassertod, den auf dem Land schon viele Frauen wählten, bestand nach Meinung der Dorfbewohner darin, dass das Wasser im Teich nur knietief war. Auch das scheint nichts Ungewöhnliches zu sein: 1992 berichtete Erwin Strittmatter von einem ähnlichen Wassertod einer alten Frau bei Gransee – in seinem letzten Buch “Vor der Verwandlung”. Vielleicht hat er dabei aber auch einfach den Volksartshainer Fall genommen und ihn in seinem Dorf gewissermaßen neu angesiedelt? Ein halbes Jahr nach dem Selbstmord der Großmutter im Dorfweiher starb ihr Sohn an einem Herzinfarkt. Nach der Beerdigung des Mannes fing die Frau an, die Landwirtschaft aufzulösen. Ein paar Tage vor ihrer Ermordung hatte sie den Traktor für 18.000 Mark verkauft, das Geld aber nicht auf die Bank gebracht, stattdessen hatte sie noch 2500 Mark abgehoben. Man vermutete deshalb einen Raubüberfall. Der Täter mußte das Geld gesucht haben, da alle Zimmer des Hauses durchwühlt waren.

Mit zeitweise bis zu 40 Polizisten quartierte sich die Mord-Kommission im Dorfgemeinschaftshaus ein, ,,darunter drei der angeblich fähigsten LKA-Beamte: M. Engel, T. Treibel und C. Werner. Alle Telefone wurden abgehört, die Freiwillige Feuerwehr Grebenhain durchsuchte mit Leitern sämtliche Dachrinnen nach der Mordwaffe, ein paar Mal kreisten Hubschrauber über dem Dorf, der Jagdverein Oberer Vogelsberg durchkämmte die verschneite Umgebung nach Spuren. Im Haus hatte man nur ein Indiz gefunden: einen Fußabdruck, Größe 44. Jeder erwachsene Mann im Dorf mußte sich im Lithoverfahren einen Fußabdruck nehmen lassen, auch einige Frauen wurden nach ihrer Schuhgröße gefragt.

Als ersten Verdächtigen verhörte man den im Dorf nicht besonders beliebten Schäfer, der mit seinem Pkw in der Mordnacht durchs Dorf gefahren war. Er hatte seinen Sohn – einen Bäckerlehrling – zur Arbeit gebracht. Am vierten Tag ihrer Untersuchung fand die Polizei die 18.000 Mark. Das Geld war im leerste- henden Zimmer des ältesten Sohnes versteckt worden. Der Sohn sowie zwei weitere Geschwister lebten schon seit längerem nicht mehr im Elternhaus.

In der Mordnacht feierte der Volkartshainer Tischtennisverein eine Faschingsparty. Die zwölfjährige Tochter war bis zehn Uhr auf dieser Party gewesen. Als sie nach Hause ging, vergaß sie die Handtasche dort, die einige Mädchen ihr kurze Zeit später nachtrugen, aber sie fanden die Haustür bereits verschlossen vor.

Der Volkartshainer Ortsvorsteher Oskar fungierte als Vermittler zwischen dem ermittelnden Polizeistab und den immer unruhiger werdenden Dorfbewohnern. Da man an der Raubmord-Theorie festhielt, kam als Täter eigentlich nur jemand in Betracht, der von dem Bargeld gewußt haben mußte. Bald fühlte sich jeder im Dorf schuldig, und fast jeder war verdächtig. Während man einen Künstler, der oberhalb des Dorfes lebte, zum Verhör abholte, brannte ihm sein halbes Atelier ab, er war gerade beim Ofenreinigen gewesen. Ein weiterer Künstler von unterhalb des Dorfes stellte sich, während er verhört wurde, den Beamten als Phantom-Fußzeichner zur Verfügung. Jeder Erwachsene im Dorf bekam erst einmal ein Formular ausgehändigt, auf dem er sein Alibi für die Mordnacht aufschreiben mußte. Tagsüber standen die Leute in kleinen Gruppen auf der Dorfstraße zusammen und diskutierten den Fortgang der Ermittlungen. Einige schafften sich heimlich Waffen an, nachts wurden die Türen abgeschlossen und die Rolläden heruntergelassen. Diejenigen, die in abgelegenen Häusern wohnten, trauten sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr in ihre Scheunen, Besucher mußten sich mit einem vorher vereinbarten Hupsignal ausweisen.

Auf der Post sagte eine Frau: “Ja also, warum konnte der Täter nicht wenigstens das Kind leben lassen?” Eine andere: ,,Wenn so einer zu mir käme, ich würde ihm doch sofort das Geld geben. Geld bekommt man immer wieder, aber das Leben…”

Im letzten Haus auf der rechten Seite der Dorf-Hauptstraße nahm der kleine Sohn einen Telefonanruf entgegen: ,,Ihr kommt als nächstes dran!” wurde ihm gesagt. Die Familie war so verstört, daß zwei junge Leute aus der Nachbarschaft Nachtwache im Haus halten mußten.

Gegen Morgen hielt ein Auto im Dorf, der Fahrer stieg aus, leuchtete mit einer Taschenlampe das Haus gegenüber ab, ging dann zu seinem Wagen zurück und fuhr weg. Die Nachtwache beobachtete ihn durch die Vorhänge. Bei der Gederner Flugzeug-Firma meinten einige: ,,Das muß der Künstler von unterhalb des Dorfes gewesen ein!” Ein anderer widersprach: ,,Der, für den lege ich meine Hand ins Feuer!” Der Tankstellenwart in Hartmannshain war der Ansicht, die Polizei habe alles falsch gemacht, die hätte in der selben Nacht noch Spürhunde einsetzen müssen. Andere ergingen sich in neue Theorien über den Täter: Vielleicht war es ein kurz vor der Mordnacht aus dem Kölner Gefängnis ausgebrochener Gewalttäter, der zufällig in das Dorf gekommen war und eigentlich in ein ganz anderes wollte?! Es ging das Gerücht um, daß die ermordete Mutter in der Mordnacht nackt durchs Dorf gelaufen sei, von einem Betrunkenen verfolgt. Ein anderes Gerücht besagte, daß irgendjemand angeheuert worden war, die Großmutter zu töten, um an die Erbschaft ranzukommen, den Haustürschlüssel hätte der Täter von einem der drei außerhalb lebenden Enkel bekommen. Die Polizei verhörte den Verlobten der ältesten Tochter: Helmut Vogel.

Bei der Beerdigung der drei Toten, die von mehreren hundert Leuten besucht . wurde, kam es zu einem merkwürdigen Vorfall: Auf der großen Fichte nahe der Friedhofsmauer saßen drei schwarze Vögel. Als der erste Sarg heruntergelassen’ wurde, verschwand einet der Vögel, nachdem man die nächsten zwei Särge zusammen ins Grab gesenkt hatte, verschwanden auch die anderen beiden Vögel. Während der ganzen Beerdigungszeremonie kreiste ein Raubvogel über dem Friedhof. Mehrere Frauen aus dem benachbarten Völzberg waren von der Trauerfeier so mitgenommen, daß sie noch anderntags weinten. Die Pastorin sprach in ihrer Predigt davon, daß der Mörder hoffentlich bald gefunden werde, damit wieder Ruhe im Dorf einkehre, dann fügte sie noch hinzu, daß der Täter sich vielleicht sogar unter ihnen befände. Ein paar Tage später schimpfte der Ortvorsteher über den Bildzeitungs-Journalisten – ein so netter und freundlicher junger Mann, der sogar die Beerdigung besucht und dann so eine haarsträubende Geschichte geschrieben hatte, an der alles falsch war. ,,Da hat nichts zusammengepaßt – seine Nettigkeit und seine Verlogenheit.” Der Verlobte der ältesten Tochter wurde erneut verhört. In Freiensteinau fand ein Bäcker eine blutverschmierte Hose.

Im Nachbardorf hieß es: ,,In Volkartshain bringen sie sich gegenseitig um. Das sind sowieso alles Zigeuner dort.” (Das Dorf war vor Jahrhunderten einmal von Jenischen gegründet worden.) Der Krankenpfleger Walther besuchte eine Versammlung der Grünen in Grebenhain. Man redete an dem Tag gerade über die Solidarität mit dem Hungerstreik der RAF und über die Besetzung eines Büros der Wiesbadener Grünen durch RAF-Sympathisanten. Einem stillen älteren Herrn wurde das zu viel, er sprang auf und sagte erregt: ,,In Volkartshain bringen sie sich gegenseitig um und hier ist ja auch einer aus Volkartshain anwesend!” Dann verließ er den Saal. Ein Kneipenwirt aus Gedern meinte zu seinen Gästen: ,,Die Volkartshainer sind alles Zigeuner, die halten zusammen, deswegen wird das auch nie aufgeklärt werden.” Im Dorf erinnerte man sich an das alte Bauernsprichwort: Wenn ein Toter über Sonntag liegt, zieht er einen nach sich. Tatsächlich starben in den Wochen darauf zwei ältere Volkartshainer in der Nacht vom Freitag auf Samstag.

Die Polizei konnte mit Hilfe eines Orthopäden angeblich den Verlobten der ältesten Tochter als denjenigen überführen, von dem der blutige Fußabdruck stammte. Man hörte, er hätte ein Teilgeständnis abgelegt: Er hätte in der Mordnacht sehr viel getrunken und sei dann in dem Haus, in dem die Morde passiert waren, eingeschlafen und dann von den Schreien der Frauen aufgeweckt worden. In der Frankfurter Rundschau sprach ein Journalist sofort von dem ,,ehemaligen” Verlobten der Tochter. Die Volkartshainer waren dagegen überzeugt, daß die Tochter von der Tat ihres Freundes zumindest gewußt haben mußte: ,,Sie muß ihm doch die blutigen Socken und die Hose gewaschen haben! Oder wenn er sie verbrannt hat, dann muß sie doch gemerkt haben, daß die fehlen!”

Ein Zuhörer schüttelte bedenklich den Kopf – nicht nur, daß seine Freundin es nicht merken würde, wenn ihm sämtliche Socken und Hosen fehlen würden, selbst wenn er ihre nähme, würde sie es lange Zeit nicht bemerken. Diesen Einwand äußerte er jedoch nicht laut. Jemand bemerkte über den Umstand, daß der Täter vielleicht betrunken gewesen war: ,,Zwei Kisten Bier und vier Flaschen Schnaps, da kommt der am Ende noch in die Psychiatrie und wird behandelt.” Die Vorstellung einer solchen ,,Behandlung” des Täters wecke archaische Erinnerungen an alte Lynchjustiz-Tage. Verschiedene Methoden wurden kurz andiskutiert. Das ganze Gespräch erinnerte immer mehr an die Gründungsversammlung einer Bürgerwehr.

In der Lauterbacher Hohaus-Bibliothek fand sich ein alter Aktenordner ,,Volkartshain” – mit Zeitungsausschnitten. Über Bürgermeister Kempels erste Geldbörsen-Fabrik nach dem Krieg beispielsweise. (Warum bloß ausgerechnet ,,Geldbörsen”?) Dann über die zwei ,,Helden von Volkartshain” – zwei amerikanische Piloten, denen es gelungen war, bei einem Übungsflug ihr brennendes Flugzeug nicht über Volkartshain abstürzen zu lassen. Außerdem wurde der Ort mehrmals im Zusammenhang mit der Kampagne ,,Unser Dorf soll schöner werden” erwähnt. Ferner fanden sich einige Abschriften aus alten Kirchenbüchern: Welche Offiziere bei welchem Schäfer oder Bauern einquartiert waren, auf dem Rückzug der napoleonischen Truppen aus dem Osten. Dem Pfarrer hatte einer der französischen Offiziere eine persönliche Widmung auf die Rückseite eines Silbertellers geritzt. Und dann war noch von einer Volkartshainer Magd die Rede, die ihr neugeborenes Kind umgebracht hatte und die deswegen in Geldern aufgehenkt worden war. Der damalige Pfarrer sprach davon, daß man allgemein sehr zufrieden mit ihr war, da sie gefaßt und reuig auf den Richtplatz ging.

Im Lauterbacher Café sagte jemand am Nebentisch: Die Polizei hat in der Wohnung des Verlobten der Tochter 14.000 Mark gefunden – zwischen den Rolläden und im Werkzeugkasten versteckt. Tatsächlich hatte die Polizei das Geld bei einem Freund gefunden, wobei dessen Großvater ausgesagt hatte, er hätte die Summe seinem Enkel geschenkt.

Der Künstler unterhalb des Dorfes erkundigte sich auf einer Fahrt nach Frankfurt bei einem Tankwart in Büdingen, ob es was Neues über den Volkartshainer Mord gäbe, woraufhin der Tankwart sofort der Polizei die Autonummer des Künstlers durchgab. Nach circa drei Wochen wurde der Presse der genaue Todeszeitpunkt bekanntgegeben: zwischen zwei und drei Uhr morgens waren die drei Frauen ermordet worden. Außerdem erwähnte der Polizeisprecher, daß sie eine ,,Rufprobe” im Haus durchgeführt hätten – man könnte draußen keine Schreie von drinnen hören. In zwei Monaten werde man Anklage gegen den Verlobten der Tochter erheben, der nach Ziegenhain überführt worden sei.

Die Lauterbacher Staatsanwältin ergänzte: Bei der Fußspur sei man sich aufgrund des orthopädischen Gutachtens nahezu hundertprozentig sicher. Die Polizei räumte das Dorfgemeinschaftshaus. In dem zum Partyraum umgebauten Schweinestall des Ortsvorstehers fand noch einmal eine Dorfversammlung statt. Später erfuhr man, daß die Tochter nach wie vor zu ihrem Verlobten hielt, desgleichen ihr älterer Bruder. Sie hätten ihm einen ,,exquisiten Rechtsanwalt” besorgt. Im Dorf konnte man es noch immer nicht fassen, daß der mutmaßliche Täter sowohl auf der Beerdigung als auch beim Gottesdienst anwesend gewesen war. Einige wollten ·gesehen haben, wie seine Hände zitterten und daß er die ganze Zeit am Grab den Kopf gesenkt hielt. Während der Trauerfeierlichkeiten hatten sich circa 100 Polizisten in der Umgebung versteckt gehalten, da sie hofften, der Täter würde sich während der Beerdigung zu erkennen geben. Helmut Vogel hatte mittlerweile sein Teilgeständnis widerrufen und noch kein neues abgelegt. Seine Nachbarin würde nach wie vor ihre Hand für ihn ins Feuer legen — ,,so ein netter Kerl! Der kann das nicht gewesen sein!” Ein Mann im Dorf meinte: ,,Wenn man mal drüber nachdenkt, der hat mehr als zwei Prozent der Dorfbevölkerung umgebracht.” (Volkartshain hat 157 Einwohner) Ein anderer sagte: ,,Vielleicht war er wirklich halb bewußtlos im Suff dort und ist dann durchgedreht, als die drei Frauen ihn entdeckten?!” Nach einer Weile fügte er hinzu: ,,Irgendwie scheint die Tragödie in der Familie schon damit angefangen zu haben, daß die Großmutter wegen des Hausverkaufs im Dorfteich Selbstmord beging…”

Am vierten Tag ihrer Untersuchungen hatte die Polizei die 18.000 Mark unangetastet in einer Schreibtischschublade im Dachzimmer des Hauses gefunden. Der leitende Oberstaatsanwalt Matzke kam wenig später in der “Fuldaer Zeitung” zu Wort: “Wenn der Täter nach 48 Stunden noch nicht gestellt ist, vermindert sich die Chance im Quadrat zur fortschreitenden Zeit”. Eine äußerst präzise Angabe eines Experten. Die Sonderkommission im Dorfgemeinschaftshaus hatte mittlerweile ihre ,,Spur 1″.

Bei ,,Spur 1″ handelte es sich um den Verdacht gegen Helmut Vogel, ein 22jähriger Tischler, den Verlobten der außer Haus lebenden ältesten Tochter der Ermordeten. Die beiden wohnten im Nachbardorf in Mauswinkel, in einem Neubau, den der Verlobte einige Jahre zuvor mit finanzieller Hilfe seiner Eltern errichtet hatte. Da es zwischen seinen Füßen und den am Tatort gefundenen Abdruck eine gewisse Ähnlichkeit gab, hatte man ihn zu Anfang schon einmal vernommen, aber er war in der Tatnacht auf der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr gewesen und besaß damit ein Alibi bis kurz vor zwei Uhr. Laut Gutachten eines Gerichtsmediziners mußten die Morde früher passiert sein. Nachdem man ein zweites gerichtsmedizinisches Gutachten eingeholt hatte, das die mögliche Tatzeit bis in die frühen Morgenstunden schob, konzentrierte man sich noch einmal und intensiver auf ,,Spur 1″.

In der dritten Woche ihrer Ermittlungen war die Polizei dann so weit: sie verhaftete den Verlobten als ,,dringend tatverdächtig”. In Volkartshain atmete man auf, endlich hatte sich ein Fahndungserfolg gezeigt. In Mauswinkel war man dagegen anfänglich nicht von der Schuld des Verhafteten überzeugt. Man kannte ihn als ,,fleißig, zuverlässig und ruhig”, er trank höchstens mal ein, zwei Cola-Cognac, gelegentlich fuhren seine Verlobte und er ins Nachbardorf Fischbom, um dort in einer Kneipe je einen Hamburger zu essen, die meiste Zeit und Energie steckten sie in ihren Hausbau. Er arbeitete im Dorf bei einem christlichen Tischler, der nur Positives über ihn berichtete. Als man von einem Teilgeständnis erfuhr, das er in seiner Aussage gemacht haben soll, redete man von einem möglichen ,,Black-Out”.

Der Angeklagte wird nach Fulda überführt. Seine Verlobte besorgt ihm einen Rechtsanwalt – Dr. Fischer aus Frankfurt – und der zieht wegen der Kompliziertheit des Falles einen zweiten berühmten linken Anwalt hinzu: Sebastian Cobler.

Helmut Vogel hat schon zuvor sein Teilgeständnis widerrufen. Der Staatsanwaltschaft ist das Motiv ,,nach wie vor unklar”. Desungeachtet eröffnet man nach über einem Jahr aufgrund der Indizien den Prozeß gegen Helmut Vogel. Die beiden Anwälte sind von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt und versuchen nachzuweisen, daß alle Experten, die gutachterlich die Rekonstruktion des vermutlichen Tatablaufs für die Anklage gegen Helmut Vogel abgestützt haben, nur unzulänglich die gravierenden Mängel der Ermittlung kaschieren. In detektivischer Kleinarbeit deckten die Anwälte an den ersten zehn Verhandlungstagen eine Fragwürdigkeit nach der anderen auf.
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Re: Der ungeklärte Dreifach-Mord von Volkartshain

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 19. Jan. 2015, 19:19

Fortsetzung
Das begann mit den Fußanalysen des Orthopäden, nachdem zuvor die Verteidiger nachgewiesen hatten, daß der Gutachter bei seiner Statistik geschlampt hatte und einmal sogar einen rechten Fußabdruck vom Tatort mit dem linken Fuß des Angeklagten verwechselt und dabei eine ,,hundertprozentige Übereinstimmung” festgestellt hatte. Schon zuvor war ,,Heiterkeit” im Gerichtssaal aufgekommen, als einer der als Zeuge aufgetretenen Alsfelder Kripo-Beamte, die die Untersuchung in Volkartshain geleitet hatten, aussagte: Mehrere seiner Kollegen hätten ,,wegen durchfeuchteter Schuhe” das Mordhaus auf Socken nach Spuren durchsucht. Diese Tatsache fand sich an keiner Stelle in der knapp l.OOOseitigen “Akte” vermerkt.

Nur auf einem Foto, das die Alsfelder vom Tatort gemacht hatten, bevor die LKA-Spurensicherungstruppe aus Wiesbaden angerückt war, sah man einen bestrumpften Fuß, der aus Versehen mit aufs Bild gekommen war. Der Zeuge bestritt, daß es Absprachen unter den Beamten gegeben habe, dieses Detail vor Gericht zu verschweigen. Aber nur einer von ihnen hatte ,,für den Notfall” Abdrücke von seinen Füßen anfertigen lassen. Der Orthopäde, der anscheinend von der polizeilichen Präferenz für ,,Spur 1″ überzeugt werden konnte (er sprach im Gutachten bsp. vom ,,Fuß des Täters”, wenn von Helmut Vogels Fuß die Rede war), hatte die Fußabdrücke des Beamten gar nicht erst mit den am Tatort gefundenen verglichen.

Die Verteidiger beantragten die Ablehnung des orthopädischen Gutachters wegen Befangenheit. In der darauffolgenden Sitzung stellten sie erneut einen Antrag: auf Nicht-Verwendung der Aussagen ihres Mandanten bei den Vernehmungen durch die Alsfelder Polizei und der Lauterbacher Haftrichterin. Nach Studium der Protokolle darüber in der “Akte” waren sie zu der Ansicht gelangt, daß Helmut Vogel. von den Beamten ,,getäuscht, genötigt und gequält” worden sei. Diese hatten ihn am 5. März ‘85 vom Frühstückstisch weg im Haus seiner Eltern verhaftet und mit Unterbrechungen 14 Stunden lang verhört. Schon auf der Fahrt zum Verhör sagte man ihm, daß man die Tatwerkzeuge schon finden werde, und wenn man dazu mit einem Bagger sein ganzes Haus und das seiner Eltern abtragen müsse. Für jemand, dessen Denken zu einem großen Teil um den Bau seines Hauses kreiste, eine fürchterlicheDrohung. Schließlich wurde ihm auch noch mitgeteilt, daß das Gutachten des Orthopäden zweifelsfrei seine Schuld bewiesen habe. Dem Zusammenbruch nahe begann Helmut Vogel anscheinend an seiner eigenen Wahrnehmung und Erinnerung zu zweifeln.

Zu diesem Zeitpunkt der Vernehmung, bei der sich mehrere Beamte abwechselten, wollte die Verlobte Helmut Vogel einen Zettel zukommen lassen, auf den sie geschrieben hatte, daß sie weiter zu ihm halte und einen Anwalt besorgen werde. Den Zettel bekam er nie ausgehändigt. Anscheinend war der Beamte, der ihn verhörte, ungehalten über diese Unterbrechung gewesen: ,,Jetzt, wo wir ihn gleich so weit haben!” Der Haftrichterin warf die Verteidigung vor, die Ergebnisse einer solchen polizeilichen Vernehmung verwertet und außerdem, ihn nicht zuvor selbst vernommen zu haben, wie es die Strafprozeßordnung vorschreibt. Als anderntags der Staatsanwalt gegen den Antrag auf Nichtverwertung dieser Aussagen Stellung nahm, und u.a. darlegte, daß Helmut Vogel genügend Pausen bei seiner Vernehmung eingeräumt worden seien, protestierte der Angeklagte zum ersten Mal laut.

Am 9. Verhandlungstag ging es um den Nagel im rechten Vorderreifen des VW-Polo der Schwester des Angeklagten. Mit diesem Wagen soll Helmut Vogel angeblich zum Tatort gefahren sein. Laut seiner Aussage war aber der Reifen schon am Vorabend der Tat platt gewesen. Hierzu war von den LKA-Sachverständigen für Werkzeugspuren zu klären, ob möglicherweise der Angeklagte den Nagel nach der Tat selbst in den Reifen getrieben hatte. Tests ergaben, daß dies mit einem in der auch als Werkstatt benutzten Garage asservierten Gummihammer nicht möglich gewesen wäre, wohl aber mit einem Metallhammer, den hatte man nur nicht sichergestellt. Es gab jedoch den Orginalnagel.

Der Angeklagte hatte dazu zu Protokoll gegeben, daß er einige Tage vor dem Mord beim Arbeiten an der Hobelbank in der Garage ein Kästchen mit diesen Nägeln aus Versehen heruntergestoßen habe. Mit zehn ausgesuchten ähnlichen Nägeln stellten daraufhin die Sachverständigen ein – diesem Mißgeschick nachempfundenes – Wurfexperiment in der Garage an, wobei sie dann mit einem VW- Polo mehrmals über die Nägel fuhren – keiner der Nägel wurde dabei in den Reifen getrieben. Sodann wurden mehrere Versuche mit Vergleichsnägeln im Reifen gefahren, je 20 km auf unterschiedlichem Pflaster, um anschließend die dabei auf den Nagelköpfen entstehenden Spuren mit denen am sichergestellten Nagel zu vergleichen. In weiteren Versuchen ging es darum herauszufinden, wie lange ein Reifen mit Nagel drinne die Luft hält.

Die Verteidiger kritisierten, daß man derlei Experimente ca. l.OOOmal durchführen müsse, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Der Sachverständige rechtfertigte seine Arbeit: ,,Wir wollten ja nur Ergebnisse bekommen,die den sichergestellten Spuren ähnlich sind!” Dazu merkte der Gutachter Dr. Maisch an: ,,Wissen sie, was sie da eben jetzt gesagt haben?” Ein anderer Sachverständiger ·führte aus, daß er keine Spuren von Gewaltanwendung am Schloß der Haustür des Tathauses in Volkartshain festgestellt hätte, allerdings hatte sein Auftrag nur gelautet, das Schloß der Haustür zu untersuchen, so daß Balkon- und Kellertür sowie die Fenster nicht untersucht worden seien. Am 10. Verhandlungstag verkündete das Gericht seinen Beschluß zu den Anträgen auf Nichtverwertung der Aussagen der ersten Vernehmung und vor der Haftrichterin: Die Verwertung des Teilgeständnisses wurde für unzulässig erklärt, weil unter erheblichen Drohungen und Druck zustandegekommen. In den nächsten Verhandlungen beantragte die Verteidigung eine Ablehnung des orthopädischen Gutachters wegen Befangenheit. Danach nahmen sie sich weitere Experten vor: ,,Es gibt eine geradezu beängstigende Beziehung zu dieser Art von Begutachtung (gemeint ist hier die des Orthopäden) und dem weiteren Fortgang der Ermittlungen” -so einer der Anwälte.

Am 4. August – einem Montag – werden im nordhessischen Philippstal bei Fulda zwei kleine Mädchen ermordet. Die Geschwister Carola und Melanie Weimar – sie waren fünf und sieben Jahre alt. Die Öffentlichkeit reagiert heftig: Eine ganze Hundertschaft von Journalisten belagert fortan den Ort und das ,,Mordhaus”. Die Behörden sorgen für Verwirrung. Erst wird die Mutter der beiden Mädchen, eine 28jährige Krankenschwester, als Tatverdächtige festgenommen. Dann wird sie freigelassen und der Vater, ein 34jähriger Bergwerksschlosser, festgenommen. Auch er wird vom zuständigen Haftrichter wieder auf freien Fuß gesetzt. Es mangele am ,,dringenden Tatverdacht”. Danach fühlt sich die ·Journaille vor Ort verpflichtet, den Mörder auf eigene Rechnung zu fangen, der Philippstaler Ortsteil Röhrichshof-Nippe ist aber schwer zu finden. Unbekannte haben den Wegweiser umgehauen. Das ,,Mordhaus” steht abseits, eines von drei Häusern, die in der 50er Jahren für die Arbeiter des nahegelegenen Kali-Bergwerks gebaut wurden. In der Siedlung wohnen heute ungefähr 60 Menschen in ihren Eigentumswohnungen.

Die Szene ,,vor Ort” in der vorigen Woche: Überall stehen Autos. Der Hessische Rundfunk dreht einen Bericht für die ‘Hessenschau. Die Bewohner der Siedlung schauen aus allen Fenstern. Die Mutter der beiden ermordeten Mädchen lebt in einer Parterre-Wohnung. Auch sie lehnt im Fenster und wird gerade von einem Reporter der ‘Bild am Sonntag’ interviewt. Im Haus lebt außerdem ihre Familie – samt den angeheirateten Männern. Die öffentliche Meinung wirft ihr vor, daß sie während der Mordnacht möglicherweise ihren amerikanischen Freund, einen GI, im nahegelegenen Bad Hersfeld besuchte. Die Großgemeinde Philippstal liegt direkt an der Grenze zur DDR und ist deshallb für GIs verboten, ,,off limits”. In Bad Hersfeld und Fulda streiten Polizei, Staatsanwaltschaft und Haftrichter um die mutmaßlich Tatverdächtigen. Der Leiter der Sonderkommission (Soko), die in dem Mordfall ermittelt, läßt durchsickern, daß er die Eltern nicht für die Täter halte. Er setzt sich damit in Gegensatz zur Staatsanwaltschaft. Mittlerweile wünscht er sich ,,nichts sehnlicher, als einen anderen großen Fall irgendwo im Bundesgebiet”. Inzwischen sitzt er allerdings unentwegt am Telefon und beantwortet – ausweichend – Fragen der zahlreichen Journalisten. Die vor Ort recherchierenden Presseleute logieren schon seit Wochen alle im Bad Hersfelder Kurpark-Hotel. ,,Es ist das einzige mit Schwimmbad”, sagt der Reporter der ‘Bild am Sonntag’. Der örtliche ‘Kreisanzeiger’ mutmaßt, daß die angereisten Kollegen nach dem Motto ,,Geld spielt keine Rolle” arbeiten. Beim Ausstellen der Schecks für Interviews und Fotos sind die Vertreter der Regenbogenpresse nicht kleinlich. Es ist von ,,drei- bis vierstelligen Summen” die Rede. Schwierigkeiten, an Informationen zu kommen,gibt es nur, wenn die örtlichen Banken geschlossen haben. Anscheinend bevorzugen die Philippstaler Bargeld.

Auf offizieller Seite ist einzig der ,,Fremdenverkehrsverband Waldhessen” in der Lage, diesen ganzen Rummel unter einem positiven Aspekt zu sehen. Der Bürgermeister ist zurückhaltender. Er hätte sich ,,eine bessere Werbung” für seinen Ort gewünscht. Die Spekulationen im Ort sind vielfältig. Ein Tankwart ist davon überzeugt, daß der amerikanische Freund der Mutter der Mörder gewesen ist: ,,Der soll doch sowieso ein Neger sein!” Beim örtlichen Bundesgrenzschutz meinen fast alle, die Mutter sei die Täterin gewesen. Es komme jetzt darauf an, daß die Frau ,,aufhört zu lügen”. ,,Die hat viel gelogen und ihren Mann beschuldigt.” Man hält sie für ,,dominant, kaltherzig und berechnend”. Dem Vater traut keiner den Mord zu. Der ist inzwischen zu seinem Bruder, der ebenfalls Schlosser im Bergwerk ist, ins Nachbardorf gezogen. Insgesamt ziehen sich die widersprüchlichen Einschätzungen durch den ganzen Ort. Drei Bewohner des ,,Mordhauses” wollen die Kinder am Vormittag des Tattages – gegen 11 Uhr – auf dem zur Siedlung gehörenden großen Spielplatz gesehen haben. Der Gerichtsmediziner Hugermeier dagegen ist sich vorerst sicher, daß die beiden Mädchen in den frühen Morgenstunden getötet wurden. Nachbarn sagten aus, sie hätten nachts eines der Mädchen weinend auf der Straße gefunden und ins Haus zurückgebracht. Die Siedlungs-Kneipe ,,Zur Erholung” hat wegen des ganzen Trubels um den Mord jetzt schon ab mittags geöffnet.

An der Theke schimpfen einige Gäste über die schlampige Arbeit der Ermittlungsbehörden. An einem Tisch wird über die Höhe der Schecks der Journalisten gerätselt und wieviel Geld die wohl selbst für ihre Arbeit bekommen? Der ‘Bild’- Reporter hat sein logistisches Basislager gleich in dieser Kneipe aufgeschlagen. Von dort aus telefoniert er laufend mit dem Fuldaer Oberstaatsanwalt Matzke und den Bad Hersfelder Rechtsanwälten des Ehepaars Weimar, Die ‘Abendpost Nachtausgabe’ aus Frankfurt will herausbekommen haben, daß Staranwalt Bossi ,,für 50.000 DM oder Abtretung der Filmrechte die Verteidigung des Vaters übernehmen wolle. Auch die Philippstaler Grund- und Hauptschule ignoriert den Mord nicht. Dort steht im Fach Sozialkunde der 6. und 7. Klassen eine Wochenstunde ,,Mord” auf dem Unterrichtsplan: Die Schüler müssen Mappen mit allen Zeitungsartikeln anlegen und Gerücht und Wahrheit herausanalysieren.

Die beiden Mädchen gingen allerdings noch in den Kindergarten. Dort ist eine kleine Gedenkstätte errichtet worden – dekoriert mit Bildern und Blumen. . Nachdem anfangs angenommen worden war, daß die beiden Kinder vom Spielplatz weg gekidnappt wurden, überdachte die Philippstaler Gemeinde die Sicherheit der Kinder in der Arbeitersiedlung. Sie beschloß dann, die zwei Kilometer entfernte Schulbus-Haltestelle in die Siedlung zu verlegen.

Inzwischen schlägt der Behördenstreit in Fulda weiter hohe Wellen. Gegen den Beschluß des Haftrichters, weder die Mutter noch den Vater festzusetzen, reichten Oberstaatsanwalt Matzke und sein untergebener Staatsanwalt in Bad Hersfeld, Sauter, umgehend Beschwerde ein. Das Gericht in Fulda entschied jedoch in der vergangenen Woche, diese Beschwerde abzulehnen. Matzke hatte zuvor in Interviews mehrmals erklärt, er sei der Meinung, der Fall sei ,,kriminalistisch gelaufen”. Es fehle jetzt ,,nur noch” der ,,justizförmliche Nachweis” der Schuld des Vaters.

Der ‘Spiegel’ schrieb dazu verärgert: ,,Als käme es im Rechtsstaat nicht ausschließlich auf eben diesen Nachweis an. Matzke werden auch in anderen Fällen schwere Pannen, Fehler und Schlampereien nachgesagt. Im nahegelegenen Volkhartshain brachte er einen jungen Tischler vor Gericht, der drei Frauen ermordet haben soll. Dessen Unschuld sei, sagen Prozeßbeobachter und Juristen, inzwischen so gut wie erwiesen. Auch dort vertrat er die Anklage mit ungebrochener Überzeugung. Dennoch ließ er den Volkartshain-Prozeß anfang des Monats kurz unterbrechen, um der ‘Bild’-Zeitung ein schnelles Interview zu geben, in dem er den Ablauf des Dramas von Philippstal so enthüllte: ,,Carola (5) sah die Schwester sterben, dann war sie selbst dran!” Als die Nachbarn das Kind nachts ins Haus zurück brachten (.. .die Mutter war bei ihrem amerikanischen Geliebten…), hielt sich ,,vermutlich der Vater im Schlafzimmer versteckt”. Er habe dann seine Tochter ,,mit einem Kissen” erstickt. Das andere Mädchen habe er schon vorher umgebracht.

Viele Beobachter der letzten Wochen in Fulda meinen, daß Oberstaatsanwalt Matzke unter Erfolgszwang stehe und deshalb seine Theorien zum Tathergang als gesicherte Erkenntnisse ausgebe. Der ‘Gießener Anzeiger’ vermutet dagegen, daß auch Matzkes Bad Hersfelder Kollege Sauter ,,offensichtlich Karriere-Chancen” wittere.”

Jahrelang fuhr ich immer wieder zu dem Prozeß nach Fulda. Das Gericht ließ sich mit seiner Urteilsverkündung bis Ende 1987 Zeit. Dann wurde der Angeklagte Schreiner Helmut Vogel freigesprochen. Seine Verlobte hatte sich schon lange von ihm getrennt und im Dorf wurde er auch weiterhin mißtrauisch beobachtet. Er zog weg. Seitdem hat man nie wieder was von ihm gehört. Die U-Haft und der Prozeß haben sein Leben zerstört.

Gerhard Mauz schrieb im Spiegel: ” Die Neigung zu Fußschweiß wird von den Betroffenen aus naheliegenden Gründen als ärgerlich empfunden. Der Schreiner Helmut Vogel, 25, hat das Glück, Schweißfüße zu haben. Denn seine Füße ruinierten ein schwerwiegendes Indiz der Anklage, unter der er seit dem 22. April 1986 (!) vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Fulda stand. Sie lautete auf dreifachen Mord. Jetzt ist Helmut Vogel freigesprochen worden. Seit dem 5. März 1985 hat er sich in U-Haft befunden. Das Urteil wurde vom Publikum, das den Saal überfüllte, empört aufgenommen. Die Mehrheit der Mitbürger steht auf dem Standpunkt, daß es besser ist, einmal zuviel als einmal zuwenig zu verurteilen. War das Urteil falsch, so kann man es immer noch der Strafjustiz um die Ohren schlagen. Die Justiz soll unabhängig sein, aber doch, bitte, nicht völlig unbeeindruckt vom Volksempfinden, das schließlich ein sicheres Gefühl dafür hat, wer der Täter war. Die Anklageschrift vom 30. Oktober 1985 schien ein stabiles Papier zu sein. Am 10. Dezember 1985 ließ die Schwurgerichtskammer die Anklage zu und eröffnete das Hauptverfahren. In den Blutspuren seien 39 Fasern gefunden worden, Fasern, wie sie auch in fast allen Schuhen Helmut Vogels festgestellt werden konnten: Schließlich wurden die im Tathaus vorgefundenen blutigen Fußabdrücke mit Abdrücken der Füße des Angeschuldigten verglichen. Hierbei stellte der Gutachter Prof. Dr. med. Joachim Eichler, Leiter der Orthopädischen Klinik in Wiesbaden, eine Übereinstimmung für den rechten Fuß von 94 % und für den linken Fuß von 85 % fest. ”

Auch hatte der Sachverständige, außer den Fußabdrücken auf Strümpfen, am rechten Fuß von Helmut Vogel “eine personenspezifische charakteristische linsenförmige Schwielenbildung an der Innenseite der rechten Ferse sowie an der Außenseite des Großzehengelenks” festgestellt. Diese “personenspezifischen Charakteristika” habe auch die am Tatort gesicherte Fußspur vom rechten Fuß aufgewiesen. Diese – und andere, hier nicht angeführte – Indizien machten die Anklageschrift in der Tat zu einem Papier, nach dem die Überführung und Verurteilung Helmut Vogels völlig unproblematisch schien. Und vor allem war da auch noch das, was Helmut Vogel am Tag seiner Festnahme “eingeräumt” hatte. Die Anklageschrift muß hier noch einmal ausführlich zitiert werden. Heute ist sie ein Trümmerhaufen. Vor der Hauptverhandlung erschien sie in ihrer Kompaktheit als ein unüberwindlicher Wall.

In seiner Vernehmung vom 5. März 1985 hat der Angeschuldigte eingeräumt, daß er in der Tatnacht in Volkartshain gewesen sei. Er sei nach dem Feuerwehrfest nach Hause gegangen, habe sich kurz auf das Bett gelegt und begonnen, eine Zigarette zu rauchen; dann habe er den Entschluß gefaßt, noch einmal mit dem Pkw seiner Schwester wegzufahren. Er sei mit dem Pkw losgefahren, Richtung Fischborn, über Reichenbach, Radmühl und dann zur Bundesstraße in Richtung Hartmannshain und schließlich nach Volkartshain. Dort habe er den Pkw etwa 500 Meter vor dem Ort in einen Seitenweg abgestellt. Er sei zu Fuß in den Ort hineingegangen und habe noch Licht im Dorfgemeinschaftshaus gesehen. Er sei zu dem Anwesen seiner Schwiegermutter gegangen und durch die nicht verschlossene Eingangstür eingetreten. Im Flur habe er am Telefontisch einen abgebrochenen Schippenstiehl stehen sehen. Er habe sich in das Wohnzimmer gesetzt. Dabei habe er auch das Licht im Wohnzimmer angemacht. Er habe dann plötzlich Stimmen gehört, und danach könne er sich an nichts mehr erinnern. Es sei plötzlich alles wieder ruhig gewesen und er habe vor dem Haus unter einer Laterne gestanden. Er sei schließlich mit dem Pkw zurück nach Mauswinkel gefahren. Den Plattfuß am Pkw seiner Schwester habe er erst am nächsten Morgen, nachdem er aufgestanden war, bemerkt … Im Haftprüfungstermin am 9. Mai 1985 hat der Angeschuldigte dann diese Einlassung widerrufen und erklärt, daß er in der Tatnacht nicht in Volkartshain gewesen sei und daß seine ganzen Angaben zuvor erfunden gewesen seien. Er habe diese Angaben nur gemacht, um aus dem Polizeigewahrsam zu gelangen.

Die Kripo hat Helmut Vogel am 5. März 1985 in einer Weise zugesetzt, die schwer zu fassen ist. Mehr als um sich selbst machte sich Helmut Vogel um seine alten, kranken Eltern Sorgen. Das ist gegen ihn benutzt worden. Nur dadurch, daß er aussage, daß er wenigstens einräume, am Tatort gewesen zu sein in der Tatnacht, könne er verhindern, daß man das Haus der Eltern durchsuche, es auf den Kopf stelle. Da werde kein Stein auf dem anderen bleiben. “Wenn es sein muß … dann lassen wir eben einen Bagger kommen.”

Höhepunkt der Befragung jedoch an jenem Tag, in der Anklageschrift im Hintergrund verschwunden, nun aber in den Mittelpunkt gerückt, war, daß Helmut Vogel mit der Behauptung konfrontiert wurde, es seien Fußspuren von ihm gefunden worden. Helmut Vogels Antwort, “dann müsse er wohl in der Wohnung gewesen sein”, wurde nicht kritisch aufgenommen. Das war schlimm … Denn die Fußspuren wurden für die Anklage zu einer Katastrophe: Die Verteidigung hat den Sachverständigen Professor Eichler erfolgreich wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Im Beschluß des Gerichts hieß es unter anderem, beim Angeklagten habe der Eindruck entstehen können. “der Sachverständige sei bestrebt, ihn notfalls auch mit unzureichenden Mitteln – nämlich mit kaum auswertbaren Fußspuren, bei denen er sich noch von Dritten, möglicherweise sogar von den Ermittlungsbehörden zeigen lassen müsse, was nun blutige Fußspur und was Linoleummuster ist – zu überführen, und er setze dabei ohne Skrupel auch unzulässige Mittel ein – nämlich eine von ihm selbst für unzulässig gehaltene Statistik -, um das Gericht im Sinne seines Ergebnisses zu beeinflussen”.

Die Anklage hat in der Hauptverhandlung eine unglückliche Rolle gespielt. Oberstaatsanwalt Rudolf Ferdinand Matzke, 59, vertrat sie nicht von Anfang an. Er zog erst ein, als Staatsanwalt Lothar Wilbers ausgeschieden war, um fortan als Richter zu wirken. Man mag dem Ankläger Matzke nicht gram sein, er ist ein Haudegen, ein Leitfossil, das tief in die Historie der Strafverfolgungsbehörde zurückführt. In 42 Minuten hatte er seinen Antrag auf Lebenslang begründet. Für ihn hatte die Hauptverhandlung nichts Neues außer einer dreisten Verteidigung erbracht, die in ihre Schranken zu weisen das Gericht versäumt habe.

Ungesühnt seien drei Morde geblieben, hieß es. “Doch es ist wohl besser, daß Schreckliches ungesühnt bleibt, als daß wir ohne zwingende Beweise verurteilen. Vielleicht wird diese Tat doch noch einmal aufgeklärt.”
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Re: 1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

#4

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Sa, 19. Dez. 2015, 08:27

Ui. Kannte ich nicht. Tja, so kommts , wenn man "Geständnisse" mithilfe des sog falschen Vorhalts produziert. Ersichtlich ein Ermittlungsfehler nach dem anderen, und die Dörfler reden heute noch vom "Täter" Helmut V. Saubere verteidigungsarbeit. bei einem Feld-Wald-undWiesenanwlt wäre er mit ziemlicher Sicherheit verurteilt worden.

V. war es mit ziemlicher Sicherheit nicht. Ich tippe auf einen Dörfler, der (ich komme selbst vom Dorf!) wusste, dass da was zu holen ist.

Interessant auch der Bezug - via Staatsanwalt - zum Fall Weimar.
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1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

#5

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Do, 11. Jun. 2020, 21:39

Wenn man sich mal das Dorf und seine Umgebung ansieht, findet man teilweise durch Feldwege abgegrenzte Wiesen und Felder. Manche sind nicht mal 100m * 100m. Darauf kann man keine effektive moderne Landwirtschaft betreiben.
Bestenfalls Nebenerwerbslandwirtschaft.
Die andere Großmutter hatte allein in einem Haus gelebt, dass man vermutlich zur Erbauflösung verkauft hatte.
Offensichtlich wollte niemand aus der Familie dort mit einziehen.
Auch in dem Haus, in dem der Dreifachmord stattfand, waren nicht alle Räume bewohnt, der älteste Sohn und andere Geschwister waren ausgezogen.
Die 46-jährige Mutter war vermutlich auch ohne Ehemann.
Meiner Meinung nach ging es hier darum, dass ein Teil der Familie das Altgewohnte, also Leben mit Kleinlandwirtschaft beibehalten wollte und ein Teil der Familie nicht.
Damit wäre die Großfamilie aufgelöst gewesen.
Vermutlich für Jenische, deren Vorfahren sesshaft geworden sind, eine besonders schwierige Sache.
Ich vermute um eine Auseinandersetzung in der Familie.
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1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

#6

Ungelesener Beitrag von Zombifred » Fr, 12. Feb. 2021, 21:32

Lieber @Duchonin, das ist nicht so wie du dir das vorstellst, mit der "Sesshaftwerdung der Volkartshainer". Es handelt sich bei der, durchaus antizigganistischen Diffamierung durch Einwohner der Nachbargemeinden mehr um einen negativ besetzten Gründungsmythos, dessen Ursprung mir quellenmäßig nicht bekannt ist. Auf gar keinen Fall aber etwas mit der Kultur oder Familientradition der Familie Winter zu tun hat. Volkartshain wurde vor 1398, seiner urkundlichen Ersterwähnung, "gegründet" und war zwischen 1933 und 1945 genauso stramm nazionalsozialistisch wie fast alle Dörfer und Kleinstädte im südlichen Vogelsberg (80-100% NSDAP Stimmen in den 30er Jahren bei meist min. 60% Wahlbetreiligung). Sollte es dort jenischen Bezug gegeben haben liegt dieser also definitiv vor 1750 (Stichjahr für die Nazis was Ariernachweise anbetrifft) und verschwand durch Assimilation. Ich würde sogar sagen, daß diese Legende dort zu später Stunde auf einem Dorffest zu erwähnen einem eine gratis Zahnbehandlung einbringen könnte. Es ist Tradition in der Gegend das Dörfern quasi (meist abwertende) Sammelspitznamen gegeben werden die auf irgendeinem Mythos oder auch historischem Fakt beruhen, Leute aus Bad Orb nennt man beispielsweise WauWaus oder, nicht so nett: Hundefresser, weil es einen, von einem schottischen Regimentspfarrer in kaiserlichen Diensten angefertigten Holzstich aus dem 30ig jährigen Krieg gibt, der Menschen aus Bad Orb beim Hundegrillen und Verzehren darstellt, und mit "the people of Orbe feeding on their dogs" untertitelt ist :ups::ups::ups:.
Was die Landwirtschaft anbetrifft ist deine Beobachtung das wirtschaftliche betreffend richtig, Vollerwerbslandwirtschaft nach modernen Gesichtspunkten war in den 80er Jahren mit der Traditionellen Landverteilung nicht mehr möglich, was aber nicht heisst das sie nicht noch von sehr vielen betrieben wurde, die Armut der "Vogelsberger Bäuerchen" war/ist sprichwörtlich. Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts war es Subsistenzwirtschaft am absoluten Existenzminimum, also Überlebenskampf. Erst Kunstdünger, Maschinen deren Erwerb möglich gemacht wurde durch Kredite der Raifeisenbank (vor Raifeisen dachte kein Mensch daran arme Bauern ehrlich zu kreditieren) und nicht zuletzt die Auslagerung und Dezentralisierung von Industriebetrieben aus dem Rhein-Main Ballungsgebiet, bedingt durch den Bombenkrieg brachte allgemeinen Wohlstand in den südlichen Vogelsberg. Dieser Wohlstand begann zumindest unter den "Noch-Bauern" in den 80er-90er Jahren wieder zu schwinden, ebenso wie das ländliche Selbstverständnis, sprich die Identität der Dorfbewohner was bis heute spürbar ist und durch den demographischen Wandel noch stark forciert wird.
Also von daher stimme ich Duchonin schon zu das es Zeiten des Umbruchs waren, aber ich glaube man hätte sich auf den Käufer des Traktors und dessen Umfeld konzentrieren sollen und evtl. Bezüge ins kriminelle Milieu anderer Bekannter oder Dorfbewohner aufdecken sollen. Gedern, Steinau selbst Lauterbach im Vogelsberg hatten im Banne Frankfurts eigene kleine Herionszenen, in Radmühl (ganz in der Nähe) gab es eine unter GIs sehr populäre Disco und das in unserem Raum stationierte us amerikanische 7. Corps galt als ein regelrechtes "Strafbattailon".
Verrückter Weise gibt es so noch einen zweiten grausamen Familienmord in Ulmbach in der Gemeinde Freiensteinau, ganz in der Nähe und auch Ende 80er, ebenfalls im bäuerlichen Milieu (finde grade keinen Link werde aber nachreichen), ebenfalls drei Generationen Frauen ausgelöscht.
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1985 | Der Dreifach-Mord von Volkartshain

#7

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mo, 1. Mär. 2021, 10:32

Zombifred hat geschrieben:
Fr, 12. Feb. 2021, 21:32
Sollte es dort jenischen Bezug gegeben haben liegt dieser also definitiv vor 1750 (Stichjahr für die Nazis was Ariernachweise anbetrifft) und verschwand durch Assimilation.
Trotzdem kann es in den Familien einen Familienstolz geben, es geschafft zu haben, Landbesitzer geworden zu sein.
Und eine Aufgabe dieses Status dürfte zu Auseinandersetzungen in der Familie geführt haben.

Den zweiten grausamen Familienmord in Ulmbach in der Gemeinde Freiensteinau konnte ich leider im Internet nicht finden.
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#8

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mo, 1. Mär. 2021, 10:40

Wenn der Traktor verkauft worden ist, sollte auch die landwirtschaftliche Nutzfläche verkauft oder verpachtet werden ?
Wurde überhaupt noch Landwirtschaft betrieben ?
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#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 1. Mär. 2021, 17:28

Duchonin hat geschrieben:
Mo, 1. Mär. 2021, 10:40
Wenn der Traktor verkauft worden ist, sollte auch die landwirtschaftliche Nutzfläche verkauft oder verpachtet werden ?
Wurde überhaupt noch Landwirtschaft betrieben ?
Keine Ahnung. Vielleicht gab es ja noch einen weiteren Traktor und der andere wurde verkauft, weil der Hof verkleinert wurde. Überhaupt hört sich das Ganze nach einem Ausverkauf der Besitztümer auf Raten an. Ich würde auch gerne wissen, wer die Erben der Hinterlassenschaften sind.
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#10

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Do, 5. Aug. 2021, 21:22

Zombifred hat geschrieben:
Fr, 12. Feb. 2021, 21:32
finde grade keinen Link werde aber nachreichen
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@Zombiefred

Darf ich höflichst an den Link erinnern ?
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