Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten, dich privat mit anderen Foristen austauschen und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

22. April 1985 | Essen-Stadtwald | Nara-Michael Sieger (7) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 1
Reaktionen: 204
Beiträge: 7472
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 55
Status: Offline

22. April 1985 | Essen-Stadtwald | Nara-Michael Sieger (7) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 6. Mai. 2018, 21:05

Nachdem der unschuldig verurteilte, inzwischen etwa 53-jährige geistig behinderte und ehemalige Gartenarbeiter Dirk K. nach über 31 Jahren aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen und am 31. Januar 2018 entgültig freigesprochen wurde, ist der Fall des am 22. April 1985 ermordeten 7-jährigen Nara-Michael Sieger wieder offen:
Der Mann, der 1997 angab, Nara Michael getötet zu haben, hat sein Geständnis widerrufen.

Bild
Ein Ausschnitt aus einem WAZ-Bericht über die brutale Ermordung des 7-jährigen Nara-Michael Sieger. Foto: WAZ

Rückblick

Essen-Stadtwald: Nara-Michael war am Montag, dem 22. April 1985, vom Spielplatz nicht mehr in sein Elternhaus in der Rüstermark 89 zurückgekehrt. Da die Suche der Eltern erfolglos war, meldeten sie ihren Jungen gegen 20:15 Uhr bei der Polizei als vermisst.
Am Dienstagmorgen um 8:10 Uhr, entdeckte ihn die Polizei nach umfangreichen Suchmaßnahmen, die während der Nachtstunden unterbrochen wurde, schließlich nur 300 Meter von seinem Elternhaus entfernt unter einem Ilexgebüsch am Sundernholz in Stadtwald:
Teilweise entkleidet, Arme und Beine gebrochen und mit Würgemalen am Hals. Offenbar war Nara Michael auch sexuell missbraucht worden.

Am 29. April nahm die Polizei Dirk K. fest, einen erst 21 Jahre alten geistig Behinderten aus der Nachbarschaft des Toten. Bei seiner Vernehmung soll er die Tat gestanden haben. Er habe den Jungen am Spielplatz angesprochen. Nara-Michael sei aber weggelaufen. Dirk K. hinterher, schnell habe er ihn eingeholt. Den Beamten soll Dirk K. gestanden haben, dass er den Jungen missbrauchte und schließlich erwürgte, weil dieser nicht aufgehört habe zu schreien.

Dieses Geständnis wiederholte der Verdächtige nicht mehr. Dem Essener Schwurgericht reichten die Beweise aber aus, ihn als Täter einzustufen. Weil er schuldunfähig war, sprach das Gericht ihn zwar am 11. November 1986 vom Vorwurf des Mordes frei. Weil er gefährlich sei, wies es ihn aber in die geschlossene Psychiatrie ein.

Inzwischen wurde Dirk K. freigesprochen undaus der Psychiatrie entlassen.

Quellen: WAZ | Spiegel | Bild
0



Benutzeravatar
Duchonin
Level 4
Level 4
Beiträge zum Thema: 1
Reaktionen: 80
Beiträge: 882
Registriert: 13.04.2020
Geschlecht:
Wohnort: Mogilow
Alter: 44
Status: Offline

22. April 1985 | Essen-Stadtwald | Nara-Michael Sieger (7) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » So, 25. Apr. 2021, 22:56

Elf Jahre später meldet sich ein Anwalt bei den Ermittlern. Für den Mord an Nara Michael habe sein Mandant, der damals in der Therapie war, ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft prüft die Aussage, stuft sie als bedeutungslos ein. Sie passe auch nicht zu den objektiven Gegebenheiten, bestätigt am Freitag die Essener Staatsanwältin Birgit Jürgens, heute Leiterin der Kapitalabteilung.

Danach ruht das Verfahren wieder – bis der Hamburger Anwalt Achim Lüdeke, spezialisiert auf Unterbringungsrecht, Kontakt zu dem in der Psychiatrie untergebrachten Dirk K. bekommt. Er hört von dem zweiten Geständnis, lässt sich die Akte kommen und bekommt erhebliche Zweifel an der Täterschaft von Dirk K..

Beim zuständigen Landgericht Dortmund fordert er die Wiederaufnahme des Essener Mordverfahrens. Er hält das zweite Geständnis für glaubhaft, es enthalte Täterwissen. Die Essener Staatsanwaltschaft hält davon nicht viel. Aber auch das Dortmunder Schwurgericht sieht die Argumentation des Anwaltes nicht als zwingend an, auf 26 Seiten weist es 2014 den Antrag in einem Beschluss zurück. Das reicht dem OLG Hamm nicht aus. Jetzt wird eine andere Kammer des Dortmunder Landgerichtes den Fall prüfen müssen.

Denn für den Mord vom 22. April 1985 gibt es seit 1997 das Geständnis eines anderen Mannes. Das Oberlandesgericht Hamm wies jetzt das Landgericht Dortmund an, dieses Geständnis in einer Beweisaufnahme zu prüfen.

Wenn 1997 ein anderer Mann ein Geständnis abgelegt hatte, hätte man das 1997 prüfen müssen und nicht bis 2015 warten dürfen.

Die Rechtsmediziner können noch nicht einmal genau sagen, ob es Stiche oder Bisse am Hals von Nara-Michael waren.

Und was ist mit einem Verfahren gegen den zweiten TV ?
0

Benutzeravatar
Omas Bioladen
Level 2
Level 2
Beiträge zum Thema: 1
Reaktionen: 76
Beiträge: 255
Registriert: 17.11.2020
Wohnort: Berlin Westend
Status: Offline

22. April 1985 | Essen-Stadtwald | Nara-Michael Sieger (7) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Omas Bioladen » Mo, 26. Apr. 2021, 00:00

Duchonin hat geschrieben:
So, 25. Apr. 2021, 22:56
...Und was ist mit einem Verfahren gegen den zweiten TV ?
Durch das Netz kommt dieser ganze Bürokratensumpf nach und nach ans Licht. Da flüchten hohe Justizbeamte vor geständigen Mördern. Es ist manchmal nur noch schäbig wie wenig sich die Staatsdiener auch mal Fehler eingestehen.
0

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema

Zurück zu „Cold Cases“

Wer ist online?

0 Mitglieder | 1 Gast