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1989 | Trier | Beatrix Hemmerle (32) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1989 | Trier | Beatrix Hemmerle (32) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 13. Aug. 2020, 05:52

Vor 31 Jahren geschah in Trier ein Verbrechen, das bis heute bei den Bürgern sowie der Polizei nicht in Vergessenheit geraten ist:

Der Mord an Beatrix Hemmerle

Bild
Beatrix Hemmerle (32) wurde am Freitag, dem 11. August 1989, in ihrer Wohnung Am Weidengraben in Trier von einem bislang Unbekannten erstochen.
Foto: Polizei Rheinland-Pfalz/sol.de

Beatrix Hemmerle

Die damals 32-jährige alleinerziehende Beatrix Hemmerle lebte mit ihrem zwölfjährigen Sohn in einer kleinen Erdgeschoss-Wohnung in der Hochhaussiedlung "Am Weidengraben" in Trier-Kürenz. Sie arbeitete in einem Trierer Kaufhaus als Kontoristin, war beliebt und hatte einen großen Bekanntenkreis.
Zu dieser Zeit trieb sich ein unbekannter Mann in der Gegend herum, der es offensichtlich auf Beatrix Hemmerle abgesehen hatte. Mehrmals stieg der "Spanner" auf ihren Balkon, einmal sollte er sogar in ihrer Wohnung gewesen sein. Dennoch fühlte sich Beatrix Hemmerle von dem Unbekannten nicht weiter bedroht.

Kurz darauf fand die junge Mutter einen neuen Partner - einen verwitweten, mehrfachen Vater. Sie verlobten sich, planten sogar die Hochzeit. Dann aber gab es Streit, die Beziehung stand auf der Kippe. Am Donnerstag, dem 10. August 1989, kam ihr Verlobter spät abends bei Beatrix H. vorbei, um sich mit ihr auszusprechen. Das Paar versöhnte sich, vermutlich bekam der unbekannte Beobachter das mit.
Nachts um 2 Uhr machte sich der Verlobte mit dem Auto auf den Weg nach Hause. Etwa eine Stunde später, um kurz nach drei, stieg ein Unbekannter über den Balkon in die Wohnung von Beatrix Hemmerle ein.

Bild
Die Originalaufnahme vom August 1989 zeigt den Tatort in Trier-Kürenz sowie die Fundorte einer Lederjacke und eines T-Shirts.
Foto: Polizei Trier/TV/Volksfreund

Der Tatablauf

In der Nacht zum Freitag, dem 11. August 1989, verschaffte sich in den frühen Morgenstunden, gegen 3 Uhr, ein bislang unbekannter Täter Zugang über den Balkon zur Parterrewohnung von Beatrix Hemmerle. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihr Verlobter bereits seit etwa Stunde die Wohnung verlassen. Aufgrund der warmen Sommernacht stand die Balkontür offen, die Rollläden waren nur zum Teil heruntergelassen. Sofort ging der Mann mit einem großen Messer auf die schlafende Frau los und fügte ihr zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen zu. Der erst 12-jährige Sohn, der durch einen Schrei und Geräusche wach wurde, fand seine Mutter blutüberströmt. Sie lebte zwar noch, konnte aber nichts mehr sagen. Beatrix Hemmerle war so schwer verletzt, dass sie noch am Tatort verstarb.

Der Täter

Der Täter entfernte sich unerkannt vom Tatort - vom Wäscheständer auf dem Balkon nahm er ein T-Shirt mit - und flüchtete über einen Parkplatz, der direkt an der Kohlenstraße liegt. Dies ist die Hauptverbindungsstraße zwischen Innenstadt und Universität. Auf diesem Parkplatz fand man unmittelbar nach der Tat das T-Shirt - der Täter hatte sich damit das Blut abgewischt - und eine blutverschmierte Lederjacke.

Jahre nach der Tat erfuhr die Kripo von einer Geschichte, die sich 1987 in einer Trierer Pizzeria zugetragen haben soll und die möglicherweise mit dem Mord zusammenhängt. Ein unbekannter Tellerwäscher soll einem Koch erzählt haben, dass er unglücklich in eine Frau verliebt sei. Sie wohne am "Weidengraben", habe ein Kind und keinen Partner. Er fahre oft mit dem Taxi hin und beobachte sie. Außerdem soll der Tellerwäscher angekündigt haben, dass etwas Schlimmes passieren werde, sollte die Frau etwas mit einem anderen Mann anfangen.

Beschreibung des Tellerwäschers (1987):

- über 40 Jahre alt
- etwa 1,85 m groß
- lange gelockte, grau-melierte Haare
- Schnauzbart und dunkler Teint
- stammt mutmaßlich aus dem türkischen, persischen oder arabischen Raum
- soll nur gebrochen Deutsch gesprochen haben

1987 habe er in einer Pizzeria in der Trierer Innenstadt als Küchenhilfe bzw. Tellerwäscher gearbeitet, möglicherweise im Lokal "Tre Fornelli". Alle Ermittlungen in diese Richtung blieben aber bislang ohne Erfolg. Der Tellerwäscher soll zudem erzählt haben, dass er Probleme mit den Behörden habe, und dass ihm die Ausweisung drohe. Zwischenzeitlich soll er sich auch in Bitburg aufgehalten haben.

Neue Spuren

Das Fachkommissariat "Kapitaldelikte" der Kriminaldirektion Trier, die Staatsanwaltschaft Trier und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz entschieden sich 2017, den offenen Fall noch einmal komplett aufzurollen. Die Beamt*innen der Mordkommission nahmen sich jede Zeugenaussage und jede Spur noch einmal vor und bewerteten sie nach den heutigen Erkenntnissen und mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Dabei fanden sie eine neue, heute möglicherweise bahnbrechende Spur.

Bild
Die Nappa-Lederjacke des Täters: anthrazitfarben, Größe 48/50, Pilotentasche am linken Arm, vorne zwei große "blinde" Taschen, braun-rotes Innenfutter.
Die damals 500 D-Mark teure Jacke wurde in Deutschland nur in geringer Stückzahl verkauft.

Bei der neuen Spur handelt es sich um DNA an einem Beweisstück, das damals sichergestellt wurde. Vor 31 Jahren blieb dies unentdeckt, da es die DNA-Analyse noch nicht gab. Mit einem neuen, spezialisierten Verfahren konnten nun Kriminalbiologen des Hessischen Landekriminalamtes diese auswertbare DNA sichtbar machen. "Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass die Tat geklärt werden kann", sagt der heutige Leiter der Trierer Mordkommission, EKHK Christian Soulier.

DNA-Reihenuntersuchung

Mit dieser neuen Spur beantragte die Staatsanwaltschaft Trier beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichts einen Beschluss zur Durchführung einer sogenannten DNA-Reihenuntersuchung. Auf der Grundlage dieses Beschlusses möchten die Ermittler alle Männer einladen und einen DNA-Test an ihnen durchführen, die vor 31 Jahren als Freunde, Bekannte, Kollegen oder Kontaktpersonen von Beatrix Hemmerle in die Ermittlungen einbezogen waren sowie sonstige Personen, die der Polizei in dem Verfahren bekannt wurden. Ziel dabei ist es, die bisherigen männlichen Zeugen als Tatverdächtige auszuschließen und im Idealfall den Täter zu identifizieren.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei weisen ausdrücklich darauf hin, dass die erhobenen Daten zweckgebunden ausschließlich zum Abgleich mit den Spuren in dem Mordfall Beatrix Hemmerle verwandt werden. Deren Übernahme in andere Ermittlungskomplexe ist rechtlich ausgeschlossen.

Die Kriminalpolizei wird in den kommenden Tagen alle in Frage kommenden Männer schriftlich einladen und bittet die Betroffenen, sich unter der Telefonnummer 0651/9779-2111 oder -2115 aktiv mit den Ermittlern in Verbindung zu setzen.

Zeugen gesucht!

- Wer kann Angaben zu dem "Spanner" machen, der sich Ende der 80er Jahre "Am Weidengraben" in Trier herumgetrieben hat?

- Wem gegenüber hat Beatrix Hemmerle Andeutungen zu dem Mann gemacht, der ihr nachgestellt hatte?

- Wer kann Angaben zu dem Tellerwäscher machen?
(Der Mann muss mit dem Verbrechen nichts zu tun haben, könnte die Ermittlungsarbeit der Polizei aber entscheidend voran bringen!)

- Vielleicht gibt es auch Personen, denen sich der Täter anvertraut hat, oder die einen Verdacht haben, wer der Mörder sein könnte. Diese werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

- Wer hat sonstige Informationen zu dem Fall?

Darüber hinaus appelliert die Polizei an alle Menschen, die im Zusammenhang mit den Mordermittlungen Hinweise geben können, die sie bisher noch nicht gemacht haben, sich zu melden. Erkenntnisse und Hinweise aus der Zeit nach der Tat, Unsicherheit über den Informationsgehalt, Rücksichtnahme, Scham oder Ähnliches könnten nachvollziehbare Gründe dafür sein, dass die Polizei diese Informationen noch nicht hat.

Die Polizei verweist insbesondere auf eine Lederjacke in Größe 48 - 50 hin, die damals in der Nähe des Tatortes aufgefunden wurde und eindeutig dem Täter zuzuschreiben ist.

Die Zeugen werden dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 0651/9779-2480 oder per Email unter kdtrier.hinweisaufnahme(aet)polizei.rlp.de an die Kriminalpolizei in Trier zu wenden.

Für Menschen, die sich vertraulich an die Ermittler wenden wollen, wird unter der Telefonnummer 0152/28854968 ein "Vertrauenstelefon" eingerichtet, an dem sie, ohne Angaben zu Ihrer Identität, Hinweise geben können.


Belohnung

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat sowie zur Täterermittlungen führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Quellen: Rheinland-Pfalz mit Fragen & Antworten zur DNA Reihenuntersuchung | Presseportal | Tag24 | Stern | sol.de | Focus | germanmissing Blog | e110
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#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 13. Aug. 2020, 06:36

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#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Do, 20. Aug. 2020, 11:35

Salva hat geschrieben:
Do, 13. Aug. 2020, 05:52
Der Tellerwäscher soll zudem erzählt haben, dass er Probleme mit den Behörden habe, und dass ihm die Ausweisung drohe.
Wenn die Ausweisung durchgeführt wurde, bringt ein Massen-DNA-Test auch keinen Erfolg.
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#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 11. Sep. 2020, 19:54

Fr, 11. September 2020: Bisher keine Treffer bei Trierer Reihen-Gentest
Um dem unbekannten Täter auf die Schliche zu kommen, haben die Ermittler in einem ersten Schritt rund 100 Männer angeschrieben, die die Ermordete kannten und im Rahmen der bisherigen Ermittlungen in Erscheinung getreten sind. Sie wurden zu einer freiwilligen DNA-Abgabe geladen, durch die sich Ermittler neue Hinweise oder gar einen Tatverdächtigen erhoffen.

Wie der Trierer Polizeisprecher Karl-Peter Jochem dem „Trierischen Volksfreund“ vor wenigen Tagen erklärte, sei die Resonanz zu dem Aufruf sehr hoch gewesen. Inzwischen würden von den 100 Angeschriebenen nur noch wenige Proben fehlen - überwiegend, weil die betroffenen Personen inzwischen nicht mehr in der Region leben. Die Akzeptanz sei „bislang sehr groß“ gewesen, zitiert der "Trierische Volksfreund den Polizeisprecher. Die Proben, die bislang untersucht wurden, hätten aber noch kein positives Ergebnis geliefert.
Quelle: Luxemburger Wort
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#5

Ungelesener Beitrag von Duchonin » So, 18. Okt. 2020, 23:33

Ich muss noch mal auf die drohende Ausweisung zurück kommen.

Dann ist m.E. Fleißarbeit in der Ausländerbehörde gefragt.

Mit den Angaben: drohende Ausweisung (also eventuell kein EU-Bürger)

Aufenthalt in Trier usw. müsste doch ein Name zu ermitteln sein.
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