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1970 | Ulm | Heiderose Berchner (30) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Salva
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1970 | Ulm | Heiderose Berchner (30) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 9. Aug. 2014, 10:49

http://www.schwaebische.de/home_artikel ... 54289.html

Bild

Einen bis heute ungeklärten Mordfall, der sich vor 35 Jahren ereignet hat, hofft die Polizei jetzt mit Hilfe eines anonymen Briefes doch noch aufklären zu können. Es geht um die Ermordung einer 35-jährigen Prostituierten, deren Leiche am 1. März 1970 auf einem Feld in der Nähe von Ulm gefunden worden war.
Die Tote wies Spuren massivster Gewalteinwirkung auf, sie war zudem bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Täter hatte das unbekleidete Opfer in eine Wolldecke eingewickelt, mit einem Hanfstrick verschnürt, in einem Auto zum Fundort transportiert und auf dem Feld mit Benzin übergossen und angezündet. Damals mussten die Ermittlungen erfolglos eingestellt werden. Doch jetzt, nach 35 Jahren, erreichte ein anonymer Brief die Nürnberger Mordkommission. Darin werden Details zu dem Mord geschildert, die nur der Täter wissen konnte.

Die Spurensicherung ergab damals, dass der Fundort der Leiche in Eislau (Gemeinde Beimerstetten) im damaligen Landkreis Ulm nicht der Tatort gewesen ist. Erst an Hand eines Fingerabdruckvergleichs gelang es, das Opfer zu identifizieren. Es handelte sich um die damals 30-jährige Prostituierte Heiderose Berchner. Die Frau hielt sich überwiegend im Nürnberger Rotlichtviertel auf und war zuletzt ohne festen Wohnsitz. Übernachtet hatte sie oftmals gleich bei ihren Freiern. Die 30-Jährige verkehrte in Nürnberger Innenstadt-Lokalen und im Bereich des Hauptbahnhofes Nürnberg. Ihren gesamten Hausrat bewahrte sie in Schließfächern auf.

Zur Klärung des Verbrechens war eine gemeinsame Sonderkommission der Kriminalpolizeien Ulm und Nürnberg eingesetzt worden. Trotz umfangreicher Fahndung unter anderem auch mit Hilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY-ungelöst" und der Überprüfung mehrerer hundert Spuren gelang es jedoch nicht, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Letztendlich mussten die Akten geschlossen werden, da alle Spuren abgearbeitet waren und sich keine weiterführenden Erkenntnisse mehr ergaben. Im November diesen Jahres erreichte nun ein anonymer Brief die Nürnberger Mordkommission. Der unbekannte Schreiber schildert darin Einzelheiten der Tat, die er vom tatsächlichen Täter erfahren haben will.

Der Inhalt dieses Briefes wird von der Kriminalpolizei sehr ernst genommen, da in dem Brief Tatsachen beschrieben sind, die nur der Täter wissen konnte. Die Mordkommissionen in Ulm und Nürnberg haben daraufhin sofort wieder die Ermittlungsarbeiten aufgenommen. Somit hat sich die anfängliche Vermutung der Ermittler, die Frau könnte in Nürnberg ermordet worden sein, erstmals konkretisiert. Der Verfasser des Briefes war jedoch aus bislang unbekannten Gründen nicht bereit, die Anschrift der Tatwohnung und den Namen des Mörders zu nennen.
Belohnung ausgesetzt

Zur Aufklärung des Verbrechens an der 30-jährigen Frau ist die Kripo deshalb auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und hat folgende Fragen: Wer kennt einen Mann, auf den folgende Angaben passen:

Er stammt eventuell aus dem Raum Ulm.
Er hat im Februar 1970 die wohnungslose Prostituierte Heiderose Berchner einige Tage in seiner Wohnung aufgenommen.
Er war seit 1970 bis mindestens 1999 für eine Spedition in Nürnberg als Kraftfahrer tätig.
Er hat im Februar 1970 einen Opel Diplomat gefahren.
Er ist 2003 an einer Krebserkrankung verstorben.
Er hat bis zu seinem Tod mit einer Frau zusammengelebt, die im Jahre 2004 aus Nürnberg weggezogen ist
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Re: Der Fall Heiderose Berchner

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 9. Aug. 2014, 10:59

Dieser Fall steht mit dem ungelösten Mord an Lydia Schürmann in Verbindung.
Näheres zum Briefschreiber finden Sie deshalb hier im Forum auch unter

viewtopic.php?f=4&t=46
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Duchonin
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1970 | Ulm | Heiderose Berchner (30) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 13. Jul. 2021, 00:26

Salva hat geschrieben:
Sa, 9. Aug. 2014, 10:59
Dieser Fall steht mit dem ungelösten Mord an Lydia Schürmann in Verbindung.
Näheres zum Briefschreiber finden Sie deshalb hier im Forum auch unter
Das hat sich dann doch mit der Ermittlung des psychisch kranken Briefeschreibers erledigt:
Identifizierung des Briefeschreibers

Im November 2008, zwei Wochen nach Beginn der Speicheltests, erkannte ein Postbote aus Weiskirchen die Handschrift des Briefeschreibers auf einer Postkarte. Sie kam von einem 34-jährigen Mann aus Weiskirchen, der seinen Eltern eine Postkarte aus einer psychiatrischen Klinik am Chiemsee geschickt hatte. In die Klinik hatte er sich zuvor freiwillig stationär einweisen lassen, nachdem die Polizei den Massengentest gestartet hatte. Die Handschrift des Mannes und seine DNA passten zu allen verfassten Briefen. Bei der Vernehmung durch die Polizei gestand der Täter, die Briefe geschrieben zu haben. Später wurde ihm ein extremes Geltungsbedürfnis attestiert. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand sich ein umfangreiches Medienarchiv mit Zeitungsausschnitten aus den 1960er und 1970er Jahren sowie ein riesiges Archiv von Videos und DVDs, unter anderem mit Aufzeichnungen von Nachrichten- und Kriminalsendungen wie Aktenzeichen XY … ungelöst. Daraus hatte der Täter seine Kenntnis der Taten bezogen.

Nachdem die Herkunft der Briefe aufgeklärt war, teilte die Polizei in einer Presseerklärung mit, der Täter habe insgesamt sieben Briefe verschickt, in denen er nicht nur behauptete, die Morde an Schürmann und Berchner aufklären zu können, sondern auch erklärte, noch elf weitere Morde im Zeitraum von 1961 bis 1992 begangen zu haben. Er konnte jedoch, unter anderem wegen seines Alters, diese Morde nicht verübt haben. Gegen ihn wurde im Anschluss wegen der Bedrohung zum Nachteil des Sängers DJ Ötzi, wegen versuchter Strafvereitelung sowie Vortäuschen einer Straftat ermittelt. Der Gentest wurde abgebrochen.
Man muss also die Fälle Lydia Schürmann und Heiderose Berchner fein säuberlich wieder trennen.
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Duchonin
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1970 | Ulm | Heiderose Berchner (30) ermordet

#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 13. Jul. 2021, 00:52

Mal ein anderer Zeitungsausschnitt, der m.E. einige Fehler oder Ungeklärte Punkte enthält:
(Hinweise auf die Briefe habe ich entfernt)
Ihr Zuhause sind die Wartehallen der Bahnhöfe. Ihre Habseligkeiten und Kleider verstaut sie in Schließfächern. Sie zecht nächtelang in einschlägigen Kneipen und übernachtet manchmal bei ihren Freiern.

Ende Februar 1970 findet die 29 Jahre alte Prostituierte Heiderose B. einen schrecklichen Tod. Die Frau, die in Nürnberg, Augsburg und Ulm dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, wird am 1. März 1970 erschlagen und erstochen auf einem Feld in der Nähe von Ulm von einem Passanten entdeckt. Die nackte, fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche ist in eine Wolldecke gewickelt und mit einem Hanfstrick verschnürt. Die Ermittlungen der Mordkommissionen in den drei Städten bleiben erfolglos. Mehr als 35 Jahre nach dem Gewaltverbrechen, am 9. November 2005, taucht ein anonymer Brief auf.

Heiderose B. wird in Ost-Berlin geboren, wächst in Heimen in der DDR auf, flüchtet später in den Westen - nach Nürnberg. Ihr Geld verdient sie ab 1958 als Dirne, sie arbeitet auch in Ulm und Augsburg. Immer wieder wird sie von der Polizei festgenommen - wegen illegaler Erwerbsunzucht. Von 1967 bis 1969 sitzt sie deshalb im Frauengefängnis Aichach ein.

Als ihre verkohlte Leiche am 1. März 1970 auf einem Feld nahe Eiselau bei Ulm gefunden und anhand von Fingerabdrücken identifiziert wird, fahndet auch die Augsburger Mordkommission nach dem Täter. Zunächst vermuten die Ermittler, Heiderose B. könnte Opfer des ominösen Augsburger Frauenmörders geworden sein, der in den Jahren zuvor bereits mehrere Dirnen umgebracht hat. Konkrete Hinweise, dass er auch die 29-Jährige auf dem Gewissen hat, gibt es aber nicht. Die überregionalen Ermittlungen verlaufen im Sande.

Für die Kripo beginnt nun eine zeitraubende Puzzlearbeit. Im Jahre 1970 waren allein in Nürnberg rund 1500 Autos vom Typ Opel Diplomat zugelassen. Weil das Kraftfahrt-Bundesamt bereits alle Halterdatensätze aus dieser Zeit gelöscht hat, muss die Kripo mühevoll die damaligen Autozulassungen rekonstruieren. Bis heute haben wir rund die Hälfte geschafft. Aber viele Halter können wir nicht mehr befragen, weil sie schon gestorben sind, bedauert Hauptkommissar Ebenhöch.
https://www.augsburger-allgemeine.de/ba ... 47376.html

1. Heiderose B. wird in Ost-Berlin geboren -> wenn sie 1970 30 Jahre alt war, ist sie 1940 geboren.
Da gab es weder Ost-Berlin noch Westberlin

2. Aber viele Halter können wir nicht mehr befragen, weil sie schon gestorben sind -> Der Täter kann den Opel Diplomat auch
als angestellter Fahrer einer Spedition oder eines anderen Unternehmen gefahren haben.

3. Die Frau, die in Nürnberg, Augsburg und Ulm dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht -> wie hat sie jeweils die Strecken
zurückgelegt ?

4. Ihr Zuhause sind die Wartehallen der Bahnhöfe. Ihre Habseligkeiten und Kleider verstaut sie in Schließfächern. Sie zecht
nächtelang in einschlägigen Kneipen und übernachtet manchmal bei ihren Freiern. -> sie war mit 29 oder 30 Jahren noch
weit vom "Verfallsdatum" für Prostitutierte entfernt. Warum langte es dann nicht wenigstens für eine Wohnung in einem
Vorort von Nürnberg ?

5. Aus welchen Motiv heraus kommt dieses brutale Übertöten ?
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