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1997 | Lüdenscheid/Altena | Unbekannte Frau - "Bergfeld-Leiche" - (~20) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1997 | Lüdenscheid/Altena | Unbekannte Frau - "Bergfeld-Leiche" - (~20) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 29. Jul. 2015, 20:43

Lüdenscheid/ Altena. Vom Vater geschändet und lebendig verbrannt

Bild
Die "Bergfeld-Leiche": Fachleute aus Schottland haben den Schädel und das (mögliche) Aussehen des Opfers rekonstruiert

Die Tat ist selbst für einen Mord an Grausamkeit und Brutalität kaum zu überbieten

Das Opfer, eine junge Frau um die 20, wird erst von ihrem Vater missbraucht, schließlich gewürgt und bei lebendigem Leib verbrannt. 18 Jahre ist das Verbrechen her, bei dem fast alle Spuren vernichtet wurden. Die zweite Besonderheit: Bis heute ist unklar, wer das Opfer – und vor allem wer der oder die Täter waren. Der private Fernsehsender RTL 2 hat den Fall in seiner Reihe „Ungeklärte Mordfälle“ ausgestrahlt.

„Ich kenne keinen zweiten Fall dieser Art – zum Glück“, sagt Ulrich Kayser, Leiter des KK 11 beim Hagener Polizeipräsidium, angesichts der Grausamkeit. Rund 15 Hinweise „aus ganz Deutschland“ sind seit der Ausstrahlung bei ihm eingegangen; alle werden abgearbeitet. Bis gestern Nachmittag war kein neuer Ermittlungsansatz dabei. Die Rätsel um den Tod der jungen Frau und ihres Mörders bleiben offenbar bestehen. „Es gibt keine Modelversion für die genauen Tatumstände“, ordnet Kayser den Sachstand über ein Jahrzehnt nach dem Mord ein. Was bleibt, ist die Hoffnung – und wenige Fakten:

Montag, 2. Juni 1997, gegen 19.30 Uhr: Ein Motorradfahrer, der mit seiner Geländemaschine in einem Waldstück oberhalb des Rahmedetals in Altena, nahe der Stadtgrenze zu Lüdenscheid, seinen Bewegungsdrang motorisiert auslebt, macht die grausige Entdeckung: Er findet eine stark verkohlte Leiche und alarmiert sofort die Polizei. Bis in die Nacht hinein arbeiten Kripo und Spurensicherung; die Feuerwehr leuchtet den Leichenfundort aus.

Gerichtsmediziner finden später heraus: Bei den sterblichen Überresten handelt es sich um die Leiche einer jungen Frau, Alter zwischen 14 und 22 Jahren, mit 1,55 Meter Körpergröße eher zierlich. Eine Besonderheit machen sie aus: Die Frau trug einen für die damalige Zeit noch ungewöhnlichen Schmuck, einen Strassstein auf dem rechten Schneidezahn.

Was folgt, sind Ungeheuerlichkeiten: DNS-Spuren belegen, dass die junge Frau von ihrem eigenen Vater missbraucht worden sein muss, dass sie noch gelebt hat, als ihr Körper angezündet wurde – und dass offenbar niemand auf sie wartet. Es gibt bis heute keine Vermisstenmeldung.

Hoffnung keimt auf, als Monate später Fachleute aus Schottland den Schädel rekonstruieren, und der Toten wieder ein Gesicht geben. Die Suche nach Antworten auf die vielen Fragen, die bald auch durch TV-Sendungen läuft, bleibt ohne Ergebnis.

Was hingegen bleibt, sind Spekulationen. Die Tote und ihr/e Mörder könnten zu einer durchreisenden Familie gehört haben, die durch Zufall das abgelegene Waldstück am Bergfeld angesteuert haben, um die junge Frau dort zu töten. Andererseits: „Ich habe Zweifel, dass ein Auswärtiger diesen Platz finden würde“, urteilt Ulrich Kayser. Nur: Das Verschwinden der Tochter wäre bei einer Familie aus der Region wohl kaum geheim zu halten gewesen.

Als „Arbeiten am Rande des Möglichen“ beschreibt der Ermittler Ulrich Kayser seine Tätigkeit. Der gestandene Kriminalist hofft, „dass sich eines Tages die Mutter des Opfers bei der Polizei meldet, weil sie es nicht mehr aushält!“

Hinweise zu dem Verbrechen nimmt jede Polizeidienststelle unter dem Stichwort Bergfeld-Mord entgegen.

Quelle: Westfälische Rundschau

VIDEO * für kurze Zeit bei RTLII verfügbar (Kapitel 2, 6:50 Minuten)
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#2

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Do, 30. Jul. 2015, 06:49

Also - ich weiß, weit hergeholt - aber mich sprang sofort der Fall "Mädchen aus dem Main" an... Zierlich, ungefähr gleiches Alter, dunkle Haare, ungewöhnlicher Schmuck (Mainmädchen Nasenpiercing), Missbrauch. Andere Zeit, anderer Ort... Aber trotzdem...
Gibt es hier Hinweise auf die ethnische Herkunft?
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#3

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Do, 30. Jul. 2015, 07:10

noch vergessen: wird von niemandem vermisst...
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 30. Jul. 2015, 08:42

@AndreaManuela

Das "Mädchen aus dem Main" war auch mein erster Gedanke, als ich den Fall im TV gesehen hatte und sehe Parallelen in der Hinsicht, dass es sich bei der Bergfeld-Leiche ebenfalls um ein in einem isolierten familiären Verhältnis lebenden Opfer gehandelt haben könnte und tatsächlich sagen die Ermittler ja
Die Tote und ihr/e Mörder könnten zu einer durchreisenden Familie gehört haben
die meist aus dem östlichen Europa oder asiatischen Raum stammen. Wie beim Main-Mädchen, das sogar in einem (ausländischen) Diplomatenhaushalt gelebt haben könnte.

Tatsache ist, dass niemand dieses Mädchen vermisst: keine Freunde oder Bekannte, keine Schulkameradinnen, Nachbarn usw. haben je nach ihr gefragt und das deutet schon sehr auf eine "durchreisenden Familie" hin, die untereinander ein recht verschworener Kreis sein kann oder meist auch ist. Allerdings - und da frage ich mich auch warum - ist in diesem Fall die ethnische Herkunft des Opfers nicht bekannt, was zu ermitteln mit den heutigen kriminaltechnischen und -biologischen Möglichkeiten kein Problem mehr darstellen dürfte.

Zum Mordmotiv, da kann man nur spekulieren. Vielleicht wollte sie aus dem Kreis von Gewalt und Missbrauch ausbrechen, das entsprechende Alter und die Reife hatte sie dazu und der Vater wollte das verhindern oder die letzte Vergewaltigung ist eskaliert. Vielleicht hatte sich das Opfer extrem gewehrt und der Täter hat darauf hin die Nerven verloren. Schwer zu sagen.
Möglich wäre auch, dass das Opfer in ihrem Umfeld einem jungen Mann zu nahe kam oder gar eine Liebesbeziehung mit solchem hatte, die vom Vater nicht geduldet wurde. Aus Eifersucht etwa. Oder: das Opfer ist - wie auch immer - in Ungnade gefallen und diese Vergewaltigung war nur ein einmaliger Akt der Demütigung, bevor es letztendlich grausam umgebracht wurde. Ein "Ehrenmord" also.
„Ich habe Zweifel, dass ein Auswärtiger diesen Platz finden würde“
Dem widerspreche ich. In meinem Heimatkaff kamen auch jedes Jahr "fahrende Familien" an, die auf den Kirmesplatz campierten und sehr oft waren es immer die gleichen. Die kannten sich also bestens in der gesamten Umgebung aus und warum sollte es in diesem Fall anders gewesen sein?

Für mich persönlich wäre der Fall eigentlich klar, was die Herkunft, Werdegang usw. des Opfers betrifft. Gäbe es da nicht noch eine letzte Möglichkeit: das Opfer wurde isoliert gefangengehalten wie seinerzeit eine Kampusch, Fritzl oder diese drei Mädchen in den Staaten und dann könnte es durchaus sein, dass es nicht die einzige war. Schon alleine deswegen sollten die Ermittler alles erdenklich Mögliche tun, um diesen Fall zu lösen.
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#5

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Do, 30. Jul. 2015, 09:36

Dann stehe ich ja nicht allein mit dem Bezug zum Mädchen aus dem Main. Haben die Ermittler auch dahingehend gedacht oder gleich befunden, dass dieser Gedanke fehl am Platze ist?

Die ethnische Herkunft wäre doch wichtig - wenn schon der Verdacht von "Durchreisenden" geäußert wird. Und ich stimme Dir zu, dass nicht nur Einheimische diese Platz ausgesucht haben. Er kann auch rein zufällig, ungeplant ausgesucht worden sein. Das ist doch nicht abwegig. Oder eben auch von Zirkus- oder Kirmesleuten, die schon öfter am Ort waren.

Und ja, daran habe ich auch gedacht, dass man vielleicht auf Vermisstenfälle zurückgehen sollte, die Jahre vorher vorgekommen waren. Vielleicht ist sie schon als Kind "versteckt" worden. Allerdings frage ich mich dann, wie das mit dem Zahnschmuck hätte kommen können... Macht man so was nicht, um "hipp" zu sein und es anderen Jugendlichen zu zeigen? Und wenn nicht, gibt es diesen Schmuck als "kulturellen" Schmuck irgendwo? Wo wir dann wieder bei der ethnischen Herkunft wären...
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#6

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 30. Jul. 2015, 10:30

@AndreaManuela
Du sagtest weiter oben und richtigerweise bzgl. des Main-Mädchens, dass sie auch ungewöhnlichen Schmuck (Nasenpiercing) getragen hatte. Wenn man bedenkt, was dieses Mädchen an Qualen, Leid und Schmerz hat durchstehen müssen, klingt das nahezu grotesk. Offenbar wurde sie zwar isoliert, geschlagen und missbraucht, aber trotzdem trug sie Schmuck und "landesübliche" Kleidung. Also alles andere als ein Höhlenmensch mit Fetzen und verlaustem Haar oder so. Einen gewissen "Standard" wollten die Täter also schon noch erhalten, alleine schon deshalb, weil sie sich in deren Umfeld als eventuelles Dienstmädchen bewegen musste. In diesem Fall hier war das vielleicht auch so, denn selbst in den Kreisen der fahrenden Völker laufen die nicht herum wie Lumpensammler und wie man in den anderen Beispielen (Kampusch, Fritzl usw.) gesehen hat, gab es auch da einen gewissen Standard samt Kleidung, Hygiene und Bildung.

Was die Ermittlung der Herkunft von - ich nenne sie mal Jane Doe (Bergfeld-Leiche) - betrifft, die wäre natürlich äußerst wichtig und ich verstehe wie gesagt nicht, warum diese Frage (noch) nicht geklärt ist.
dass man vielleicht auf Vermisstenfälle zurückgehen sollte, die Jahre vorher vorgekommen waren. Vielleicht ist sie schon als Kind "versteckt" worden
Stimmt! Auch da gibt es Beispiele, wie jüngst dieses entführte blauäugige Mädchen, dass in Griechenland beim fahrenden Volk aufgefunden wurde. Allerdings wäre es dann wieder wichtig zu wissen, welchen ethnischen Hintergrund Jane Doe eigentlich hatte, sonst suchen die Ermittler bis ans Ende ihrer Tage.
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#7

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Do, 30. Jul. 2015, 10:58

Ich hoffe doch sehr, dass nicht nur wir auf solche Gedanken kommen...
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Re: Die "Bergfeld-Leiche"

#8

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 30. Jul. 2015, 14:44

@AndreaManuela
Mit Sicherheit nicht. Aber ich frage mich, wann die Profis das umsetzen.
Diese Berichterstattung bei "Ungeklärte Morde - Dem Täter auf der Spur" war bereits vom 24.10.2011 und bisher habe nichts aktuelles mehr zum Fall gefunden. Cold Cases sind generell ein "Klotz am Bein" der Ermittler und fressen Ressourcen auf, denn die haben genug mit den aktuellen Ereignissen zu tun und brauchen da alle Hände. Wenn es sich dann auch noch um ein Opfer handelt, das niemand vermisst und somit keine Lobby hat, dann dauert eben alles noch ein bisschen länger und die Öffentlichkeitsarbeit leidet noch mehr darunter, auch wenn die Polizei den Fall nie vergessen wird. Das steht ja außer Frage.
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