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1988 | Kempen | Dagmar Knops (22) vermisst

Ungeklärte Fälle im Focus.
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sweetdevil31
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1988 | Kempen | Dagmar Knops (22) vermisst

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 22. Aug. 2015, 09:59

Seit dem 28. März 1988 ist die damals 22-jährige Pädagogikstudentin Dagmar Knops nach einem Besuch der Gaststätte Lichtblick an der Tiefstraße in Kempen spurlos verschwunden. Alle Ermittlungen der Polizei verliefen im Sande.

2008 brachte plötzlich ein anonymes Schreiben den Fall wieder ins Rollen. Das verschwundene Mädchen sei ermordet und in der damaligen Baustelle im Keller der Villa Horten verscharrt worden, hieß es in dem Schreiben. Anschließend sei eine Betondecke über die Leiche, von wem auch immer, gezogen worden.

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Die Polizei analysierte den Brief, untersuchte eingehend den Keller der Gründerzeitvilla an der Ecke Burgring/Thomasstraße, Experten wie Archäologen, Rechtsmediziner, Historiker und Brunnenbauer wurden um Rat gefragt, eine Bodenradaruntersuchung wurde durchgeführt. Ingenieure einer Fachfirma scannten den Keller mit Geo-Radar. Das Ergebnis war eine Bodenanomalie. Leichenspürhunde wurden eingesetzt und zeigten unabhängig voneinander an derselben Stelle im Keller eine Reaktion.

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Die Polizei vermutete, dass die Leiche von Dagmar Knops in den Fundamenten der Villa Horten versteckt wurde.

Die Kernbohrungen, die nach den bis dahin vorliegenden Erkenntnissen zum endgültigen Auffinden der sterblichen Überreste von Dagmar Knops führen sollten, erbrachten nicht die Ergebnisse, die von den Ermittlern der Mordkommission erwartet worden waren.

Die Untersuchungen der Bohrkerne führten nicht zu dem in Aussicht stehenden Erfolg. "Im Moment überwiegt bei mir die Enttäuschung, doch nicht zum vorläufigen Ziel gekommen zu sein. Ich war wie viele andere überzeugt, nach fast 22 Jahren Spuren von der vermissten Dagmar Knops dort endlich zu finden", so Ingo Thiel, Leiter der Mordkommission. "Leider können wir aber auch jetzt noch nicht abschließend völlig sicher sein, dass die sterblichen Überreste nicht doch irgendwo unter der Villa Horten verborgen liegen", so Thiel weiter.

Die Ermittlungen in diesem Fall sind aber trotzdem noch nicht völlig abgeschlossen. Die Hinweise, die zu den umfangreichen Bauarbeiten in den alten Gewölben geführt hatten, liegen nach wie vor auf dem Tisch und können letztendlich immer noch nicht entkräftet werden.

"Mord verjährt nicht! Daher werde ich jedem neuen Hinweis nachgehen und nochmals überprüfen, wo wir vielleicht doch etwas übersehen haben könnten", so Ingo Thiel.

Quellen: RP-Online | Westdeutsche Zeitung
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Duchonin
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1988 | Kempen | Dagmar Knops (22) vermisst

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 1. Mai. 2021, 00:17

Die Geschichte des Verschwindens: Dagmar Knops wurde zuletzt am 28. März 1988 gesehen. 22 Jahre ist sie da alt, Studentin der Sozialpädagogik in Köln, dort lebt sie auch. Sie war nur für ein paar Tage nach Kempen gekommen, um auf die Wohnung der verreisten Eltern aufzupassen. Am Abend geht sie ins „Lichtblick”. Eine Kneipe in der Tiefstraße, Studenten kommen hier her, jüngere Leute.

Dagmar Knops bleibt bis 22 Uhr. Dann bricht sie auf. Geht vermutlich durch die Tiefstraße zur Burg Kempen, gegenüber liegt die Villa Horten, ein Stück links, dann rechts in die Siegfriedstraße zur Wohnung. Insgesamt 500 Meter Heimweg. Dagmar kommt nicht an.

Zunächst wird sie nicht einmal vermisst. Die Eltern sind noch in Urlaub, die Kommilitonen glauben die Freundin daheim. Willi Theveßen, Sprecher der Polizei. „Die ersten 48 Stunden nach einer Tat sind die wichtigsten für die Fahnder.” In diesem Fall vergingen mehrere Tage, bis der erste Verdacht gemeldet wird.Das „Lichtblick” hat längst dicht gemacht, zwei Häuser weiter lebt und malt Wilhelm Josef Heinen (70). Er erinnert sich an Dagmar. „Ein nettes Mädchen. Offen. Lebenslustig. Sie kam aus gutem Hause. Ich kenne die Eltern. Ich habe nie geglaubt, dass sie weggelaufen sein könnte. Ich war mir sicher, ihr ist etwas zugestoßen.”

Über Monate läuft die Suche. Theveßen: „Wir haben auf den Friedhöfen die frischen Gräber untersucht, ob die Leiche unter den Särgen versteckt worden war. Nichts.” Die Villa Horten aber wird nicht durchforstet. „Sie lag außerhalb des eingegrenzten Bereichs.” Das alte Haus war 1988 eine verlassene Bruchbude. Im Winter zogen die Obdachlosen vom Park nebenan ein. Aber 1988 wurde auch mit der Renovierung begonnen. neue Elektrik, neue Installation, neue Böden. Dutzende Handwerker werkelten in dem Haus, kannten sich aus, hätten wissen können, wann betoniert wurde. Die Polizei besucht sie jetzt alle, fragt nach.

Es war ein anonymer Brief vor einigen Wochen, der den Fall wieder publik machte. Sinngemäß steht da: Ihr findet die Leiche von Dagmar Knops im Bereich der Horten-Villa. Die Polizei nahm das Schreiben ernst, durchleuchtete den Beton, fand einen verdächtigen Hohlraum. Und als Fanny und Berti, die beiden belgischen Schäferhunde mit dem besonderen Gespür, genau dort anschlugen, ist die Polizei sicher, auf dem rechten Weg zu sein.

Ist der Schreiber des Briefes auch der Täter? „Das ist reine Spekulation.” Sagt die Polizei. „Klar. Wer könnte das sonst wissen.” Sagen die Kempener. Was besonders die Furchtsameren in der Stadt auch ängs-tigt. Ein Mörder geht noch um.

Rolf Strohmeier (55) hat seit 1991 Wohnung und Anwaltskanzlei in der Villa. Nein, ihn graut es nicht so sehr bei dem Gedanken, all die Jahre über einer Toten gelebt zu haben. „Ich habe da von Berufs wegen eine etwas stabilere Einstellung.” Er würde aber gerne mal von der Polizei wissen, was jetzt wann passiert, um die Leiche zu bergen.Das ist aber gar nicht so einfach. Theveßen: „Das neue Treppenhaus steht genau dort. Wir müssen sicherstellen, dass wir die Bausubstanz bei der Bergung nicht beschädigen. Wir brauchen Zeit.”

Die Eltern von Dagmar Knops sehen das vermutlich anders. Sie wollen mit niemandem sprechen, das ist verständlich. Aber viele in Kempen sprechen für sie. Im Fisch-Geschäft erklärt es ein Kunde: „Nach all den Jahren der Ungewissheit müssen die Eltern jetzt verarbeiten, dass sie vermutlich jeden Tag an der toten Tochter vorbei gegangen sind. Wie kann ein Mensch das ertragen?” Die anderen im Laden nicken. Und schweigen. (NRZ)

https://www.nrz.de/nrz-info/das-raetsel ... 42801.html

Der 28.03.1988 war ein Montag. Sonnenuntergang war gegen 20.30?
Mit der Sanierung der Villa Horten soll im April 1988 begonnen worden sein.
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Duchonin
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1988 | Kempen | Dagmar Knops (22) vermisst

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 1. Mai. 2021, 00:43

Erbaut im Jahre 1870 als großzügiges Wohnhaus für die Kaufmannsfamilie Horten wurde das Haus aufgrund seiner großen Räumlichkeiten nach 1945 als Rathaus und danach von der Kreisverwaltung genutzt. Ende 1990 wurde vom Eigentümer beschlossen, das Erdgeschoss in eine Anwaltskanzlei und das Obergeschoss und Dach in Wohnräume umzugestalten. Nach Absprache mit dem Landeskonservator wurde beschlossen, das Treppenhaus in seiner Art zu erhalten und so wurde die Anwaltskanzlei durch einen Glasvorbau vom Treppenhaus abgetrennt. Treppengeländer und Treppen wurden komplett erhalten.Im Erdgeschoss wurden von den ehemals vier großen Zimmern 2 in ihrer Größe erhalten, während das 3. Zimmer in 2 Arbeitszimmer und das 4. Zimmer in 4 Räume (Wartezimmer, Küche und 2 WC’s) umgebaut wurde. Der Marmorboden im Empfangsbereich wurde ausgebessert, die Decken farblich abgesetzt.

Die Heizung wurde weitgehendst erhalten.Das rund 200m² große Ober- und Dachgeschoss wurde jeweils in 2 Wohnungen à rund 100m² unterteilt. Bäder und gesonderte WC’s wurden in den Wohnungen eingebaut, die Heizung wurde auf Fußbodenheizung umgestellt. Die Elektroleitungen wurden erneuert.Da aufgrund der Raumhöhen ein Aufzug notwendig wurde, wurde dieser in den WC’s, die auf den Zwischengeschossen lagen, eingebaut.Um die Fassadenansicht so weit wie möglich zuerhalten, wurden die vorhandenen Fenster nur wiederhergestellt und zur Schallisolierung ein zweites Fenster von innen vorgesetzt. Somit wurde eine optimale Schallisolierung erhalten.
Die äußere Farbgebung wurde gemeinsam mit dem Denkmalamt der Stadt Kempen festgelegt, sodass die Villa Horten nunmehr in ihrem alten Glanz wiederstrahlt.

Quelle: Denkmalamt Stadt Kempen
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1988 | Kempen | Dagmar Knops (22) vermisst

#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 1. Mai. 2021, 14:11

Angeblich hat Dagmar den Abend mit einer Freundin verbracht. Man war dann in der Gaststätte "Lichtblick" und die Freundin ist eher gegangen, weil sie am nächsten Tag arbeiten musste.

Lt. XY ungelöst:
Die 22jährigen Kölner Sozialpädagogikstudentin Dagmar Knops, die sich während der Semesterferien im März 1988 im Haus ihrer Eltern in Kempen aufhält und mit Prüfungsvorbereitungen und einer Seminararbeit beschäftigt ist (Thema: "Die Prägung der Persönlichkeit durch die Peer Crew" ).
Als die Eltern fort sind, beschließen Bruder und Schwester rollengerechte Arbeitsteilung (er wird einkaufen, sie wird putzen und aufräumen, kochen immerhin wird man gemeinsam, bevor sich Dagmar ihren Studienarbeiten widmet.

Das mit der Villa Horten ist seltsam.
Die liegt nicht am Heimweg von der Gaststätte "Lichtblick" (Tiefstr. 24) zur Wohnung der Eltern (Siegfriedstr.38). Dazwischen liegt noch eine Erhöhung, auf der sich die Burg Kempen befindet.
1988 soll die Villa leergestanden haben und sanierungsbedürftig gewesen sein. Dort trafen sich Jugendliche zu Partys und übernachteten zeitweise Obdachlose.
Im April 1988 begangen Sanierungsarbeiten.
Ob dazu schon Sicherungsmaßnahmen erfolgt sind, um Partys und Übernachtungen zu verhindern, ist nicht zu finden.
Die hätten es aber auch einem eventuellen Mörder schwer gemacht, in die Villa zu gelangen.

Ich sehe folgende Möglichkeiten:

1. Dagmar Knops wurde entführt (für Zwangsprositution oder ähnliches), eventuell später getötet.
Der anonyme Brief wäre in diesem Fall nur eine Ablenkungsmanöver. Hier wäre die Frage, warum der Täter 2008 ein
Ablenkungsmanöver für notwendig hielt. Hier sollte die Polizei mal prüfen, in welche Richtung man 2008 vor dem
anonymen Brief ermittelt hat.

2. Dagmar Knops wurde ermordet. Als einziges Motiv sehe ich hier eine vollendete Vergewaltung (Das wäre Mord in
Verdeckungsabsicht) oder Tötung während einer versuchten, schief gegangen Vergewaltigung.(Das wäre u.U.
Körperverletzung mit Todesfolge und damit gerade 2008 verjährt -> vielleicht Motiv des anonymen Briefes)
Warum der Täter meinte die Leiche verschwinden lassen zu müssen, erschließt sich mir nicht so Recht.
Zur Ablage der Leiche, damit die nicht zu zeitig gefunden wird, eignet sich m.E. die Erhöhung, auf der die Burg Kempen
liegt besser.

3. Wenn man davon ausgeht, dass die Leiche wirklich in der Villa Horten "entsorgt" wurde, müsste das ja so erfolgt sein, dass
die Bauarbeiter die Leiche nicht sehen konnten.
Ich weis nicht, wo die Information von in der Villa Horten feiernten Jugendlichen kam.
Wenn das bei Polizeikontrollen festgestellt worden ist, sollte man die damals ermittelten Jugendlichen prüfen.
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