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Dschochar Zarnajew, der Boston-Bomber

Gesetze, Verordnungen und Urteile.
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sweetdevil31
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Dschochar Zarnajew, der Boston-Bomber

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 16. Mai. 2015, 08:14

http://www.bild.de/politik/ausland/bost ... .bild.html

Boston-Bomber erwartet Hinrichtung per Giftspritze

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Im Prozess um den Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf haben sich die Geschworenen auf ein Urteil geeinigt.

Der überlebende Attentäter Dschochar Zarnajew (21) wird mit dem Tod bestraft. Er wird per Giftspritze hingerichtet.

Die zwölf Männer und Frauen der Jury hatten nur zwei Optionen: Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Nach US-Medien-Berichten hat Zarnajew das Urteil regungslos über sich ergehen lassen: Er habe nach unten geschaut, seinen Kopf leicht bewegt, seine Hände in den Hosentaschen verschwinden lassen und mit demselben starren Blick wieder geradeaus gestarrt.

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Die Geschworenen hatten Dschochar Zarnajew Anfang April für schuldig befunden, den islamistisch motivierten Anschlag am 15. April 2013 gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan verübt zu haben.

Seit Ende April ging es in einem zweiten Prozessabschnitt um das Strafmaß. Nach den Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich die Geschworenen seit Mittwoch zu Beratungen zurückgezogen. Insgesamt 14 1/2 Stunden tagte die Jury für das Strafmaß. Die Urteilsbegründung umfasst mehr als 20 Seiten.

Für eine Hinrichtung war Einstimmigkeit der zwölf Geschworenen in einem der 17 Anklagepunkte notwendig. Sofern sie sich gegen Zarnajews Exekution entschieden hätten oder sich in keinem der Punkte hätten einigen können, hätte er eine lebenslange Haftstrafe bekommen.

Richter George O'Toole wird das Strafmaß bei einer späteren Anhörung erneut verkünden, bei dem auch Opfer des Anschlags anwesend sein können. Zarnajew wird dann auch die Gelegenheit haben, sich vor Gericht zu äußern.

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US-Justizminister Loretta Lynch (55) hat eine Erklärung zum Urteil veröffentlicht, in der sie die Todesstrafe als „eine passende Strafe für dieses schreckliche Verbrechen“ bezeichnete:
„Wir wissen nur zu gut, dass kein Urteil die Seelen derer, die Angehörige verloren haben, noch den Geist und Körper derer, die lebensverändernde Verletzungen von diesem feigen Anschlag erlitten heilen kann. Aber die Todesstrafe ist eine passende Strafe für dieses schreckliche Verbrechen.“

Bostons Polizei-Chef William Evans macht klar: „Ich denke wir haben eine starke Botschaft gesendet, dass wir in unserem Land keinen Terrorismus tolerieren.“

Einige der Opfer begrüßten das Urteil. „Völlig unter Schock: Ich erwarte mit Ungeduld den Tag, an dem es wirklich beendet ist“, schrieb Rebekah Gregory auf Twitter, die bei dem Anschlag ein Bein verlor. „Meine Mutter und ich denken, dass er nun verschwinden wird und wir endlich die Seite umschlagen können. Gerechtigkeit. Wie er sagt 'Auge um Auge'“, schrieb Sydney Corcoran, deren Mutter nach der Explosion beide Beine amputiert werden mussten.

Die Brüder hatten im Zielbereich des Boston-Marathons zwei selbst gebaute Sprengsätze gelegt, die kurz nacheinander detonierten. Drei Menschen wurden bei dem schwersten Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001 getötet, mehrere der 264 Verletzten verloren Arme oder Beine. Auf der Flucht hatte das Bruderpaar auch einen Polizisten erschossen und einen Autofahrer entführt.

Tamerlan war bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet, Dschochar vier Tage nach dem Anschlag festgenommen worden.
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Re: Dschochar Zarnajew

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 18. Mai. 2015, 06:59

http://www.bild.de/news/ausland/boston- ... .bild.html

Nach Todesurteil für Boston-Bomber
Der lange Weg bis zur Hinrichtung

Dschochar Zarnajew (21) wurde wegen des Anschlages auf den Boston-Marathon von einer Jury zum Tode verurteilt. Bis er hingerichtet wird, könnten aber noch viele Jahre vergehen.

Experten sehen ein langes Berufungsverfahren kommen. „Es wird mindestens ein Jahrzehnt dauern“, sagte John Blume, Experte für Todesstrafen an der Cornell Law School, der britischen Zeitung „Telegraph“.

Die Strafe muss zunächst noch vom zuständigen Richter George O'Toole formal verhängt werden. Erst dann wird sie rechtskräftig und es kann Berufung eingelegt werden. Der Richter ist bei seinem Schuldspruch an das Urteil der Geschworenen gebunden.

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Dschochar Zarnajew zeigt einer Zellen-Überwachungskamera im Gerichtsgebäude in Boston den Mittelfinger

Zarnajew hat bei der Urteilsbegründung außerdem die Chance, selbst auszusagen. Wenn er das täte, wäre dies das erste Mal. Zarnajew hat sich selbst bisher nicht zu Wort gemeldet.

Im Anschluss an das Urteil wird er dann im Bundesgefängnis von Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana auf seine Hinrichtung warten. Nach Angaben des Washingtoner Todesstrafen-Informationszentrums sitzen noch 61 weitere Bundeshäftlinge ein und warten auf ihre Exekution.

Zarnajews Anwälte könnten vor dem nächsthöheren Bundesgericht Berufung einlegen. Wenn das Berufungsgericht die Todesstrafe nicht aufhebt, könnte er sich in nächster Instanz an das Oberste Bundesgericht der USA wenden.

Falls sich die neun obersten US-Richter dort des Falles nicht annehmen, könnte der Fall ans Bostoner Gericht zurück gehen. Dort wäre dann zu prüfen, ob Zarnajew kompetenten Rechtsbeistand erhalten hat oder ob es im Laufe des Prozesses irgendwelche Verfahrensfehler gab.

Letzte Hoffnung: Der Präsident

Wenn die Berufung auch an dieser Stelle nicht erfolgreich ist, wären Zarnajews Chancen erschöpft. Seine allerletzte Möglichkeit wäre, sich direkt an den US-Präsidenten zu wenden.

Dass ein Präsident einen verurteilten Terroristen begnadigt, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Am Ende stünde dann die Hinrichtung durch die Giftspritze im Todestrakt von Terre Haute in Indiana.

Dschochar Zarnajew hatte im April 2013 mit seinem älteren Bruder Tamerlan zwei Sprengsätze am Zieleinlauf des Boston-Marathons gezündet. Auf die Doppel-Explosion folgte eine tagelange Verfolgungsjagd mit der Polizei, bei der sowohl ein Polizist als auch Tamerlan in einem Schusswechsel getötet wurden.

Der Bundesstaat Massachusetts, in dem das Verfahren stattfindet, hatte die Todesstrafe in den 1980er Jahren abgeschafft. Zarnajew musste sich jedoch nicht in einem einzelstaatlichen, sondern in einem Bundesverfahren verantworten.

Das Bundesrecht erlaubt generell die Todesstrafe – auch in Massachusetts.
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Re: Dschochar Zarnajew

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 3. Jun. 2015, 09:18

http://www.bild.de/news/ausland/boston- ... .bild.html

Martin Richard (8) starb vor zwei Jahren beim Anschlag auf den Marathon
Eltern: Keine Todesstrafe für Boston-Bomber


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Während der Gedenkfeier zum zweiten Jahrestag des Terror-Akts in Boston: Denise Richard (l.) hat die Hand auf die Schulter ihrer Tochter Jane gelegt, Vater Bill und Sohn Henry stehen daneben

Boston – Ihr Sohn Martin († 8) starb 2013 durch die Explosion, Tochter Jane (damals 7) verlor ein Bein: Doch jetzt – wenige Tage nach dem Schuldspruch gegen den Boston-Bomber Dschochar Zarnajew (21) – treten die Eltern Denise und Bill Richard mit einer überraschenden Forderung an die Öffentlichkeit.

SIE WOLLEN DEN MÖRDER IHRES SOHNES NICHT TOT SEHEN!

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Ein Bild aus dem Familienalbum: Martin bei einem Eishockey-Spiel. Er wurde bei dem Anschlag so schwer verletzt, dass er starb

Ihre Begründung im „Boston Globe“: Ein Todesurteil gegen Zarnajew könne eine Revision nach sich ziehen und so „die Leidenszeit der Opfer unerträglich verlängern“.

„Wir wissen um die Brutalität des Verbrechens. Wir waren da. Wir mussten es durchstehen. Dennoch wünschen wir uns, dass der Verurteilte nicht hingerichtet wird. Stattdessen soll er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen – und nie wieder freikommen“, schrieben Denise und Bill Richard.

Das Wegsperren von Zarnajew würde ihn von der Bildfläche verschwinden lassen, argumentieren die Eltern. „Dann erst können wir damit beginnen, unser Leben und unsere Familie neu aufzubauen.“ Denise und Bill Richard haben neben Jane noch ihren Sohn Henry (zum Zeitpunkt des Anschlags neun Jahre alt).

Jennifer Lemmerman, die Schwester des von den Zarnajew-Brüdern erschossenen Polizisten Sean Collier (26), hatte sich auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls gegen die Todesstrafe für den Bomber ausgesprochen. Die Posts wurden mittlerweile gelöscht.

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Tamerlan Zarnajew wurde während der Verfolgungsjagd getötet

Vor zehn Tagen wurde Dschochar Zarnajew schuldig gesprochen, am 15. April 2013 mit seinem älteren Bruder Tamerlan (26), der später getötet wurde, den Marathon in Boston mit Splitterbomben angegriffen zu haben. Die Explosionen rissen drei Menschen in den Tod, 14 weitere verloren Arme und Beine. Insgesamt wurden 264 Menschen verletzt.

Während des Prozesses gegen den jüngeren Zarnajew wurden den Geschworenen und Anwesenden u. a. Fotos gezeigt, auf denen Familie Richard geschlossen am Straßenrand neben der Marathon-Strecke steht.

Direkt dahinter die beiden Terroristen.
Dschochar Zarnajew wurde in allen 30 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Auf 17 steht die Todesstrafe.

Am Dienstag startet der zweite Prozessabschnitt, in dem es darum gehen wird, ob der 21-Jährige zum Tode verurteilt wird oder lebenslang ins Gefängnis muss.

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Drei Menschen rissen die Detonationen am 15. April 2013 in den Tod, Hunderte wurden verletzt
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Re: Dschochar Zarnajew

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 25. Jun. 2015, 19:09

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/b ... 40534.html

Urteilsverkündung: Boston-Attentäter entschuldigt sich bei Familien der Opfer

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Zeichnung aus dem Gerichtssaal in Boston: Dschochar Zarnajew

Zum Ende des Prozesses hat Dschochar Zarnajew sein Schweigen gebrochen. Er entschuldigte sich bei den Opfern und Hinterbliebenen des Marathon-Attentats und zeigte Reue. Danach verurteilte ihn das Gericht offiziell zum Tode.

Es ist das erste Mal, dass Dschochar Zarnajew nach dem Attentat auf den Boston Marathon öffentlich etwas sagt - und er richtet seine Worte an die Überlebenden und die Familien der Opfer. "Ich möchte mich jetzt bei den Opfern und bei den Überlebenden entschuldigen", sagte der 21-Jährige bei der offiziellen Urteilsverkündung. "Ich bereue, dass ich diese Leben genommen habe und das Leid und den Schaden, den ich angerichtet habe."

Zuvor hatten mehrere Überlebende und Angehörige von Opfern das Wort ergriffen. "Die Entscheidungen, die du getroffen hast, sind verachtenswert", sagte etwa Patricia Campbell, deren Tochter bei der Attacke am 15. April 2013 getötet worden war, dem Attentäter.

Der Richter verkündete am Mittwoch das offizielle Strafmaß. Eine Jury des Bundesgerichts in Boston hatte Dschochar Zarnajew für schuldig befunden, gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan im Zielbereich des Marathons zwei selbstgebaute Sprengsätze zur Explosion gebracht zu haben.

Im vergangenen Monat hatten die Geschworenen entschieden, die Todesstrafe gegen den 21-Jährigen zu verhängen. Der Urteilsspruch ist für das Gericht bindend. Dschochar Zarnajew blickte während der Urteilsverkündung nach unten und rieb sich die Hände.
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Re: Dschochar Zarnajew, der Boston-Bomber

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 7. Jul. 2015, 05:48

http://www.20min.ch/panorama/news/story ... s-22901813


Antrag eingereicht
Boston-Bomber will neuen Prozess
Mitte Mai wurde Dschochar Zarnajew für das Attentat auf den Bostoner Marathonlauf zum Tode verurteilt. Seine Anwälte wollen das Verfahren neu aufrollen.


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Hofft auf ein milderes Urteil: Dschochar Zarnajew.

Der zum Tode verurteilte Attentäter vom Bostoner Marathonlauf, Dschochar Zarnajew, bemüht sich um einen neuen Prozess. Zarnajews Anwälte stellten am Montag in der US-Ostküstenstadt einen entsprechenden Antrag.

Todesstrafe für den Boston-Bomber

Konkrete Gründe für die gewünschte Wiederaufnahme des Verfahrens wurden zunächst nicht genannt. Ein ausführlicher Antrag soll bis Mitte August eingereicht werden.

Eine Jury am Bundesgericht von Boston hatte Dschochar Zarnajew Mitte Mai zum Tode verurteilt. Die Geschworenen befanden den 21-Jährigen für schuldig, gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan im Zielbereich des Boston-Marathons zwei selbstgebaute Sprengsätze zur Explosion gebracht zu haben.

Zarnajew entschuldigte sich

Drei Menschen wurden beim schwersten Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001 getötet, mehrere der 264 Verletzten verloren Arme oder Beine. Auf der Flucht erschoss das Bruderpaar einen Polizisten.

Bei der offiziellen Verkündung des Todesurteils im vergangenen Monat hatte sich Zarnajew bei den Opfern und Hinterbliebenen entschuldigt. «Ich bereue die Leben, die ich genommen habe, und das Leid und den Schaden, den ich angerichtet habe», sagte der junge Mann.

Unter Einfluss des Bruders gestanden

Die Zarnajew-Brüder stammen aus einer tschetschenischen Familie und waren als Kinder mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten eingewandert. Dschochar Zarnajew ist seit 2012 US-Staatsbürger und studierte an der University of Massachusetts in Dartmouth Meeresbiologie.

Sein älterer Bruder Tamerlan hatte sich dem radikalen Islam zugewandt und soll bei einem Aufenthalt im Kaukasus Anfang 2012 Kontakt zu extremistischen Gruppen gehabt haben. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass Dschochar unter dem Einfluss seines Bruders gehandelt habe, konnte damit das Todesurteil aber nicht abwenden.
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