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Die Gavit Sisters

Taten, Profile und Opfer.
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Die Gavit Sisters

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 25. Mai. 2017, 22:20

Seema Mohan Gavit und ihre Schwester Renuka Shinde sind zwei zum Tode verurteilte indische Mörderinnen, die auf ihre Hinrichtung warten, weil sie zwischen 1990 und 1996 nachweislich fünf Kinder im Alter von neun Monaten bis fünf Jahren entführt, zum Betteln und kleineren Diebstählen gezwungen und ermordet haben. Dutzende weitere Entführungen sowie ein sechster Mord konnten dem Duo letztendlich nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Bild nicht mehr vorhandenSeema Mohan Gavit (42) und ihre Schwester Renuka Shinde (44)

Mit beteiligt waren der Ehemann von Shinde sowie die patriarchische Mutter der Schwestern Anjana Bai Gavit, die ursprünglich als Kopf der Familienbande galt und am 17. Dezember 1997 im Gefängnis verstarb. Aufgrund seines Geständnisses und Mithilfe bei den Ermittlungen, wurde die Anklage gegen Kiran Shinde fallengelassen. Insgesamt wurden der Bande über vierzig Entführungen und hunderte Diebstähle und Überfälle angelastet.

Bild nicht mehr vorhandenAnjana Bai Gavit († 64)

Bild nicht mehr vorhandenKiran Shinde


► Biografie

Als Anjana's erster Ehemann, ein LKW-Fahrer, nach Renuka's Geburt (* 1973) die Familie verließ, begann die Mutter ihre kriminelle Karriere und erleichterte in den Straßen und Bahnhöfen der indischen Millionenstadt Pune im Staat Maharashtra, in der ca. 40% der Bevölkerung in Slums wohnen, ihre Opfer um deren Schmuck und Bargeld. Zwar heiratete Anjana erneut, aber auch der pensionierte Soldat Mohan Gavit verließ die Familie nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Seema (* 1975) und verheiratete sich eines Tages mit Pratima, die ihm Tochter Kranti gebar.

Im Jahr 1990 befahl die damals 58-jährige Anjana vermutlich ihren beiden erst 17 und 15-jährigen Töchtern, die kleine Kranti zu entführen und zu ermorden, was der Beginn deren schwerkriminellen Laufbahn gewesen sein soll. Im gleichen Zeitraum wurde Renuka mit ihrem kleinen Sohn Aashish in einem Tempel-Komplex beim Diebstahl erwischt und gestellt. Als sie von der wütenden Menge umzingelt wurde, benutzte sie ihren Sohn als Schutzschild und sagte: "Wie kann eine Frau mit einem Kind ein Verbrechen begehen?", worauf die Menge sie unbehelligt gehen ließ. Nach diesem Ereignis entschied Anjana, dass das Trio bei ihren Diebstählen immer ein Kind dabei haben werde.
Anjana erweiterte bald den Wirkungskreis der Bande auf die Städte bzw. Vorstädte Thane, Kalyan, Kolhapur und Nashik, Renukas Ehemann Kiran fuhr den Fluchtwagen.

In den folgenden sechs Jahren wurden mutmaßlich bis zu 40 Kinder entführt. Einige wurden wieder freigelassen, andere bewusst verletzt um Ablenkung zu verursachen oder ermordet, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. Diese Kinder ließ die Bande entweder einfach verhungern oder schlug deren Köpfe u.a. an Wände oder Strommasten ein. Das jüngste Opfer war neun Monate alt, zwei weitere erst 18 Monate.


► Einige der Opfer

Santosh († 18 Monate)

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Das erste Opfer der Bande war der 18 Monate alte Santosh im Juni 1990, den Renuka aus den Händen seiner Mutter, einer Bettlerin, in Kolhapur entführte.
Das Trio begab sich anschließend zu einem Tempel, wo Seema beim Diebstahl einer Brieftasche erwischt und daraufhin von ihrem Opfer verprügelt wurde. Um für Ablenkung zu sorgen, warf Anjana den kleinen Santosh auf den Boden, wobei er am Kopf verletzt wurde und stark blutete. Warum auch immer, die aufgebrachte Meute ließ die Drei und das verletzte Kind laufen und verständigte nicht die Polizei. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellte: Die Frauen zogen nämlich weiter zu einer Bushaltestelle und stahlen dort drei Geldbörsen, während der kleine Santosh aufgrund seiner Schmerzen unaufhörlich weinte. Anjana, die bald die Aufmerksamkeit der Polizei befürchtete, nahm schließlich eine Eisenstange, schlug damit so lange auf das Kind ein bis es tot war und wusch sich danach dessen Blut von den Kleidern. Dann brachten sie die Leiche zu einem Rikscha-Stand, ließen sie einfach liegen und flüchteten in ihre Herberge.

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(Die Bushaltestelle in Kolhapur. Foto: Ravi Ahlawat)


Naresh († 9 Monate)

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1991 entführte das Trio den kleinen Naresh. Weil er aber zu viel weinte, wollte ihn die Bande zunächst verhungern lassen, schlug ihn dann aber zu Tode.]


Bhavna († 18 Monate)

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Ein weiteres Opfer war Bhavna. Das kleine Mädchen wurde entführt und nachdem die Bande keine Verwendung mehr für sie hatte geknebelt, in eine Damenhandtasche gesteckt und zur Damentoilette eines Kinos gebracht. Dort packte eine der Schwestern das Kind an den Beinen und ertränkte es im WC.


Bunti († 1), Swaty († 2) und Guddu († 2)

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Im Jahr 1993 entführte das Trio den 1-jährigen Bunti und das 2-jährige Mädchen Swaty vom Bahnhof Kalyan in Mumbai und den 2-jährigen Guddu von einem anderen Mumbaier Bahnhof.
Die drei Frauen ermordeten Bunti und Guddu und entsorgten ihre Leichen. Über das Schicksal der kleinen Swaty ist nichts bekannt.


Anjali († 2)

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1994 wurde der 2-jährige Anjali in Nashik entführt, ermordet und mit Kiran's Hilfe entsorgt. Die Hintergründe konnten nicht ermittelt werden.


Pankaj Mamondkar († 4)

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1996. Ein weiteres Opfer in diesem Jahr war der 4-jährige Pankaj Mamondkar. Weil er bei einer Diebestour mit Passanten über seine Eltern sprach, hängte ihn die Bande mit den Füßen voran an die Decke ihrer Unterkunft und schleuderten das Kind solange gegen die Wand, bis es tot war.


Im November 1996 schlug Anjana ihren Töchtern vor, die zweite Tochter ihres Ex-Ehemannes Mohan und dessen Frau Pratima zu entführen und zu töten. Wie es dazu kam, dass Pratima von dem Vorhaben der Bande erfuhr, ist nicht bekannt. Jedenfalls verständigte sie die Polizei und die drei Frauen konnten zusammen mit Kiran festgenommen werden.
Als Kiran während einer Vernehmung sein eisernes Schweigen brach und redete, brach auch Seema zusammen und gab schließlich die Entführung und den Mord an der kleinen Kranti zu. Beide belasteten vor allem Anjana schwer, die bis zum Schluss schwieg wie ein Grab. "Sie saß einfach nur da und schaute. Nicht ein Mal ist sie eingeknickt.", sagte später einer der Polizisten.
Bei den Ermittlungen und Durchsuchungen wurden Kleidungsstücke von Kindern gefunden. Zudem fanden sich Fotos von unbekannten Kleinkindern, die zu Geburtstagsfeiern von Renuka's Kindern eingeladen waren. Ob sich unter diesen kleinen Gästen auch spätere Opfer der Bande befanden, blieb ungeklärt.

Nach einer Reihe von Prozessen wurden die Gavit Sisters am 29. Juni 2001 wegen Entführung in dreizehn und Ermordung in fünf Fällen zum Tode durch Erhängen verurteilt. Sie warten derzeit auf ihre Hinrichtung. Sämtliche Eingaben der Anwälte und Gegner der Todesstrafe blieben erfolglos. Die Urteile bleiben weiterhin bestehen und wurden vom Obersten Gericht in Indien zuletzt am 31. August 2006 bestätigt.

Die Gavit-Schwestern verbüßen ihre zwischenzeitliche Haftstrafe im Yerawada Gefängnis in Pune.


Quellen:

Hellbeasts | Murderpedia: Seema Gavit | Murderpedia: Renuka Shinde | Wikipedia EN | Special Thanks: News.com

Ein Bericht über das Mörder-Trio in O-Ton. 18:11 Minuten
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Die Gavit Sisters

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 25. Mai. 2017, 22:51

Update 22. April 2017:

Die Gavit Sisters versuchen verzweifelt auf's Neue die Todesstrafe abzuwenden und in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln.
Laut ihres Anwaltes Sudeep Jaiswal handelt es sich bei der geplanten Hinrichtung um einen "barbarischen Akt":
Speaking from his chambers in Nagpur, Mr Jaiswal described plans to execute the sisters as “a barbaric act”.
Wird den Anträgen nicht stattgegeben, drohen den Schwestern die ersten Hinrichtungen von Frauen in Indien seit 72 Jahren.

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#3

Ungelesener Beitrag von selleriena » Fr, 2. Jun. 2017, 12:59

Hallo,

Das ist ja absolut grausam!!

Habe ich überlesen, was mit der Mutter war?
Sie hat das ganze ja Angeführt.
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#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 2. Jun. 2017, 18:22

selleriena hat geschrieben:Habe ich überlesen, was mit der Mutter war?
Sie hat das ganze ja Angeführt.
Hast du wohl überlesen :wink_face:

Die Mutter wurde 1996 zwar mitsamt ihrer beiden Töchter inhaftiert, verstarb aber am 17. Dezember 1997 im Gefängnis.
Ich denke, dieser Umstand hat sie vor der Todesstrafe bewahrt.


Natürlich ist der Fall grausam. Keine Frage. Wesentlich schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass tausende Kinder das Schicksal dieser Opfer hier teilen müssen und das längst nicht nur in Indien. Die Fachleute der Hilfsorganisationen sprechen dabei von 6-stelligen Zahlen. Weltweit und jährlich. :angry:
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#5

Ungelesener Beitrag von selleriena » Mi, 12. Jul. 2017, 12:56

Absolut widerlich!!!
Es ist zum verrückt werden, wenn man bedenkt, was jeden Tag auf der Welt passiert und man offenbar machtlos ist, dagegen etwas zu tun.
Die Fälle, die raus kommen zeigen nur die Spitze des Eisbergs.

und unmöglich finde ich ebenfalls, dass WENN mal was an die Öffentlichkeit kommt, ist großes Entsetzen, dieses dauert vielleicht manchmal sogar ein paar Tage an, aber dann ist es auch schon wieder weg.
Wenn sich die große Masse mal in Bewegung bringen würde, könnte man vielleicht sogar was tun.. aber so, ist es doch bei vielen nur die Neugier und Skandalhascherei...
Salva hat geschrieben:
Fr, 2. Jun. 2017, 18:22
selleriena hat geschrieben:Habe ich überlesen, was mit der Mutter war?
Sie hat das ganze ja Angeführt.
Hast du wohl überlesen :wink_face:

Die Mutter wurde 1996 zwar mitsamt ihrer beiden Töchter inhaftiert, verstarb aber am 17. Dezember 1997 im Gefängnis.
Ich denke, dieser Umstand hat sie vor der Todesstrafe bewahrt.


Natürlich ist der Fall grausam. Keine Frage. Wesentlich schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass tausende Kinder das Schicksal dieser Opfer hier teilen müssen und das längst nicht nur in Indien. Die Fachleute der Hilfsorganisationen sprechen dabei von 6-stelligen Zahlen. Weltweit und jährlich. :angry:
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