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Andrej Romanovič Čikatilo "Der Ripper von Rostow"

Taten, Profile und Opfer.
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sweetdevil31
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Andrej Romanovič Čikatilo "Der Ripper von Rostow"

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 2. Jul. 2015, 07:51

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Serienkiller - Andrej Romanovič Čikatilo
geboren: 20.10.1936
gestorben: 16.02.1994
Tatort: Russland
Tatort: verschiedene Orte
Tatort: Rostow
Dauer: 1978 bis 1990
Auch bekannt als: Der Ripper von Rostow
Bewiesene Morde: 53
Vermutete Morde: 56



Vorgeschichte

Andrej Romanovič Čikatilo wurde 1936 in Jablutschne (Rajon Welyka Pyssariwka), einem kleinen Dorf in der Ukrainischen SSR geboren. Drei Jahre zuvor herrschte in der Ukraine eine Hungersnot (Holodomor), die zu Kannibalismus unter der Bevölkerung geführt haben soll. Nach Erzählung seiner Mutter wurde auch sein Bruder entführt und zum Verzehr von hungernden Menschen getötet. Sein Vater war in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und wurde daher nach seiner Rückkehr als Deserteur verurteilt und in ein Arbeitslager geschickt.

Der junge Čikatilo war ein schwächliches Kind mit einer schweren Sehstörung und daraus resultierenden Schulproblemen. Er wurde von den anderen Kindern gehänselt, ohne sich in irgendeiner Form zur Wehr setzen zu können. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr war er Bettnässer. Mit zunehmendem Erwachsenwerden stellte er fest, dass er impotent war. Er wusste nicht, dass seine Leiden einen organischen Ursprung hatten. Seine Reiz- und Erregungsschwelle war derart hoch, dass sie, verbunden mit einer chronischen Erektionsschwäche, einen normalen Verkehr beinahe unmöglich machte. Sein Lebensgefühl beschrieb er dann auch als „ohne Genitalien und Augen geboren worden zu sein“.

Um den Verlust des Vaters und dessen schlechte Reputation als Vaterlandsverräter wettzumachen, versuchte er, seinem Heimatland eifrig zu dienen. Er bewarb sich zum Studium der Rechtswissenschaften, wurde jedoch als Sohn eines Deserteurs abgelehnt. Später erhielt er einen Studienplatz in Slawistik und trat der KPdSU bei. Er schrieb patriotische Artikel für Zeitungen und ließ sich als Informant für die Polizei anwerben. Nach seinem Militärdienst von 1957–1960 zog er in das Umland von Rostow, seine Mutter und Schwester kamen wenig später nach.

1963 erfolgte die Hochzeit mit seiner Frau Fiana, die er durch seine Schwester Tatjana kennengelernt hatte. 1965 wurde seine Tochter und 1969 sein Sohn geboren. Es wird behauptet, dass die Zeugung seiner beiden Kinder wohl die einzigen sexuellen Handlungen mit seiner Frau während der gesamten Ehe waren. Seine Frau hatte sich wohl damit abgefunden und blieb bei ihm, um dem eigenen Ansehen nicht zu schaden. Auch mit der Erziehung seines Sohnes war Tschikatilo offenbar überfordert.

1971, nach Abschluss des Studiums an der Uni Rostow am Don, nahm Čikatilo eine Lehramtsstelle in Nowoschachtinsk auf – einer Stadt mit damals etwa 200.000 Einwohnern nördlich von Rostow.

Čikatilo war Russisch- und Sportlehrer. Er mochte den Kontakt zu jungen Leuten, reiste nicht selten mit ihnen zu Wettkämpfen. Es zeigte sich aber schnell, dass er für seine Schüler keine Respektperson war. Er konnte sich nicht richtig durchsetzen und war somit deren Spott ausgesetzt. Dies führte dazu, dass er mehrmals seine Stelle als Lehrer verlor. Er zog schließlich in die Nachbarstadt Schachty. Dort erging es ihm als Lehrer an einer Bergwerksschule nicht besser. Letzten Endes gab er seinen Beruf als Lehrer auf, auch weil immer mehr von seinen sexuellen Übergriffen auf Schüler bekannt wurde. Er fand eine neue Stelle in einer Versorgungsabteilung einer Fabrik in Schachty. Aber auch in diesem neuen Job versagte Čikatilo, wurde jedoch nicht entlassen.

Da ihm seine Frau die gewünschte Befriedigung nicht verschaffen konnte, kaufte er sich ein halbverfallenes Häuschen, wo er sexuelle Kontakte zu Prostituierten, obdachlosen Frauen und Streunerinnen pflegte. In diesem Haus beging er seinen ersten Mord.

Chronik über Čikatilo Morde von 1978 bis 1990

1978

22. Dezember: Nachdem ihn einige Schüler offen misshandelt, getreten und geschlagen hatten, ging Čikatilo in ein Kaufhaus und kaufte sich ein Klappmesser – seine erste Mordwaffe. Er selbst gab an, er brauche es zur Selbstverteidigung. Die Schüler konnten den schwächlichen Čikatilo ungehindert misshandeln und verhöhnen, da dieser sich erpressbar gemacht hatte, weil er nachts in den Schlafsaal der Schüler eingedrungen und einem Jungen gegenüber zudringlich geworden war. Er nahm sich vor zu trinken, sich mit einer Frau zu vergnügen und so seinen Ärger abzureagieren. Er kaufte Alkohol und machte sich auf den Weg in seine Datscha. Auf dem Weg dahin traf er die neun Jahre alte Elena Sakotnowa. Er sprach Elena an und lockte das Mädchen in seine Laube, wo er ihr die Kleidung herunterriss, sich an dem Mädchen verging und es anschließend durch mehrere Messerstiche in den Unterleib tötete. Anschließend kleidete er das Kind wieder an und warf es in einen nahegelegenen Fluss. Für den Mord an Elena Sakotnowa wurde Čikatilo zwar mehrmals verhört, jedoch nicht dafür angeklagt. Stattdessen wurde der vorbestrafte Besitzer von Čikatilo Datscha dafür verurteilt und 1983 wegen Mordes hingerichtet.

1981

3. September: Čikatilo traf sein Opfer, die 17-jährige Larisa Tkatschenko an einer Bushaltestelle vor der Bibliothek in Rostow und tötete sie in einem nahe gelegenen verlassenen Waldstück. Sie wurde am 4. September am Ufer des Don gefunden.

1982

6. Juni: Sein nächstes Opfer war die 13-jährige Ljuba Birjuk (Die Leiche wurde am 27. Juni auf einem Waldweg im Rostower Umland gefunden).

25. Juli: Ljuba Wolobujewa tötete er während einer Reise nach Krasnodar (Die Leiche wurde am 7. August gefunden).

13. August: Čikatilo tötete den neunjährigen Oleg Poschidjew (sein Leichnam wurde bis heute nicht gefunden).

16. August: An jenem Tag wurde die 16-jährige Olga Kuprina ermordet (Die Leiche wurde am 27. Oktober entdeckt).

8. September: Er ermordete die 19-jährige Ira Krarabelnikowa (Die Leiche wurde am 20. September auf dem Land in der Nähe von Schachty gefunden).

15. September: Čikatilo tötete den 15-jährigen Sergej Kusmin (Die Leiche wurde am 12. Januar 1983 gefunden).

11. Dezember: Er tötete die zehnjährige Olja Stalmatschenok in Nowotscherkassk (ihre Überreste wurden fünf Monate nach der Tat, am 11. April 1983 gefunden).

1983

Zwischen dem 15. und 20. Juni ermordete Čikatilo die 15-jährige Laura Sarkisjan (man fand ihre Leiche bis zum heutigen Tag nicht).

Im Juli tötete er 2 weitere Menschen, an die genauen Daten konnte sich Čikatilo jedoch nicht mehr erinnern.

Zuerst starb die 13-jährige Ira Dunenkowa, deren ältere Schwester Čikatilos kurzzeitige Geliebte war (man fand sie in der Nähe des Flughafens Rostow im Park des Fliegers am 8. August).

Später tötete er auch die 24-jährige Ljuda Kutsjuba (ihre sterblichen Überreste fand man am 12. März 1984 außerhalb von Schachty).

8. August: Sein nächstes Opfer war der siebenjährige Igor Gudkow (die Leiche wurde 20 Tage später ebenfalls im Park des Fliegers in Rostow entdeckt).

19. September: Er tötete die 22-jährige Walja Tschutschulina (ihre Überreste fand man am 27. November außerhalb von Schachty).

Sommer/Herbst: Čikatilo ermordet eine 18- bis 25-jährige Frau, deren Identität nie eindeutig geklärt werden konnte (ihre Leiche fand man im Oktober in der Nähe von Nowotscherkassk).

27. Oktober: In einer Bergbaustadt nahe Schachty brachte er Vera Shevkun (19) um. Die Leiche wurde am 30. Oktober gefunden.

27. Dezember: Auf seinem Heimweg verschwand Sergei Markov (14). Sein toter Körper wurde am 4. Januar 1984 gefunden.

1984

9. Januar: Die 17-jährige Natalja Schalapinina wurde ermordet (Fund der Leiche am 10. Januar im Park des Fliegers in Rostow).

21. Februar: Marta Rjabjenko wurde in Schachty ermordet und am selben Tag gefunden.

24. März: Dima Ptaschnikow (13) wurde ermordet (Die Leiche wurde am 27. März in dem Nowoschachtinsker Vorort Atx gefunden).

25. Mai: Čikatilo brachte zwei Menschen an einem Tag um, Tanja Petosjan (32 Jahre alt, gefunden am 27. Juni) und ihre elfjährige Tochter Sweta (gefunden am 5. Juni).

Juni/Juli: Jelena Bakulina (27) wurde ermordet – das genaue Todesdatum lässt sich nicht feststellen.

10. Juli: Der 13-jährige Dima Illarionow wurde in Rostow getötet (am 12. August gefunden).

19. Juli: Anna Lemeschewa (19) wurde ermordet (6 Tage später in der Nähe von Schachty gefunden).

Ende Juli: Čikatilo ermordete die 20-jährige Swetlana Tschana.

2. August: Die 16-jährige Natascha Golosowskaja wurde im Park des Fliegers in Rostow ermordet.

7. August: Die 17-jährige Ljudmila Aleksejewa wurde umgebracht (Fundort der Leiche am 10. August am linken Ufer des Don).

8.-11. August: Auf Geschäftsreise in Usbekistan ermordete Čikatilo eine unbekannte Frau.

13. August: Immer noch in Usbekistan tötet er die 12-jährige Akmarala Sejdaliewa.

28. August: Nachdem er zurück zu Hause war, tötete er Alexander Tschepel (11). Der Tatort lag nahe dem des Aleksejewa-Mordes drei Wochen zuvor.

6. September: Die 24-jährige Irina Lutschinskaja wurde im Park des Fliegers in Rostow ermordet (Leichenfund einen Tag später).

1985

Am 13. September 1984 wurde Čikatilo von einem Zivilpolizisten beobachtet, wie er an einer Bushaltestelle versuchte, junge Frauen wegzulocken. Er wurde verhaftet, es konnte ihm die Mordserie aber nicht nachgewiesen werden. Stattdessen wurde er wegen Diebstahls bei seinem Arbeitgeber zu einem Jahr verurteilt, aber bereits nach drei Monaten, am 12. Dezember 1984 wieder entlassen. Er nahm eine neue Arbeit in Nowotscherkassk an und hielt sich von nun an mit weiteren Taten zurück. 1985 gab es zwei nachgewiesene Taten, 1986 gar keine.

31. Juli: Natalja Pokhlistova (18) wurde aus einem Zug nahe dem Flughafen Moskau-Domodedowo gelockt. Ihre Leiche fand man am 3. August.

27. August: In einer Baumgruppe nahe einer Bushaltestelle in Schachty wurde Irina Guljaewa (18) umgebracht. Am folgenden Tag fand man ihren toten Körper.

1987

16. Mai: Oleg Makarenkow (13) wurde in Swerdlowsk in der heutigen Ukraine Opfer von Čikatilo. Dieser führte die Ermittler nach seiner Festnahme zu den sterblichen Überresten des Jungen.

29. Juli: Während einer Geschäftsreise tötete er Iwan Bilowetschki (12) in Saporischschja. Die Leiche wurde am folgenden Tag gefunden.

15. September: In der Oblast Leningrad wurde Juri Tereschonok (16) aus einem Zug gelockt. Auch sein Körper konnte erst durch Čikatilo nach dessen Festnahme gefunden werden.

1988

1.-4. April: Nahe dem Bahnhof von Krasny Sulin wurde eine unbekannte Frau umgebracht, deren Leiche am 6. April gefunden wird. Ihr Alter wurde auf 18-25 geschätzt.

15. Mai: Der 9-jährige Aleksei Woronko wurde in der Nähe des Bahnhofes von Ilowajsk (heutige Ukraine) getötet.

14. Juli: Erstmals seit 1985 gab es wieder ein Opfer im Umkreis von Rostow. Die Leiche von Jewgeni Muratow (15) wurde neun Monate später, am 10. April 1989 gefunden.

1989

8. März: Die 16-jährige Ausreißerin Tatjana Ruzhova aus Krasny Sulin wurde in der Wohnung von Čikatilos eigener Tochter ermordet.

11. Mai: Einen Tag nach seinem achten Geburtstag wurde Alexander Dyakonov im Stadtzentrum von Rostow ermordet. Seine Leiche wurde am 14. Juli gefunden.

20. Juni: Östlich von Moskau, in der Oblast Wladimir, wurde Aleksei Moiseew (10) umgebracht. Čikatilo gab diesen Mord später zu.

19. August: Die ungarische Studentin Elena Warga (19), die zu diesem Zeitpunkt bereits Mutter war, wurde aus einem Bus gelockt und in einem Dorf nahe Rostow getötet.

28. August: Aleksei Khobotow (10) wurde außerhalb eines Theaters in Schachty letztmals gesehen. Čikatilo führte die Polizei später zu seinen Überresten.

1990

14. Januar: Andrei Krawtschenko (11) wurde aus einem Kino gelockt und in Schachty ermordet. Seine Leiche wurde am 19. Februar gefunden.

7. März: Der junge Jaroslow Makarow (10) wird vom Rostower Bahnhof weggelockt und im örtlichen Botanischen Garten umgebracht.

4. April: Von einem Bahnhof nahe Schachty wurde Ljubow Zujewa (31) weggelockt. Ihre sterblichen Überreste wurden am 24. August gefunden.

28. Juli: Wenige Meter von der Stelle im Botanischen Garten von Rostow entfernt, an der bereits im März Jaroslow Makarow getötet worden war, starb nun auch Wiktor Petrow (13).

14. August: Am Strand von Nowotscherkassk wurde Iwan Fomin (11) ermordet. Seine Leiche wurde drei Tage später gefunden.

16. Oktober: Wadim Gromow (16) kam aus Schachty und verschwand während einer Zugfahrt nach Taganrog.

30. Oktober: Sein vorletztes Opfer Viktor Tischenko (16) tötete Čikatilo in Schachty nahe einem kleinen Bahnhof. Während des Kampfes biss Tischenko Čikatilo in den Finger. Diese Verletzung konnte nach der Festnahme festgestellt und zugeordnet werden.

6. November: Swetlana Korostik (22) war das letzte Opfer der Mordserie. Ihre Leiche wurde am 13. November in einem Waldgebiet nahe einem Bahnhof gefunden.

Ermittlungen vor 1990

Im Fall der Čikatilo-Morde ermittelte die Polizei bereits seit dem ersten Mord 1978 mit zunehmender Intensität. Jedoch wurde von der Miliz erst spät erkannt, dass die Taten einem Einzeltäter zuzuordnen waren, da Čikatilo entgegen der üblichen Vorgehensweise von Serientätern nicht auf einen speziellen Opfertyp fixiert war. Er tötete Mädchen, Jungen, Frauen und auch Mütter, sogar einmal eine Mutter mit ihrer Tochter zusammen – lediglich Männer ließ er aus. Entweder entsprachen sie nicht seiner Sexualpräferenz, oder er hatte zu viel Angst vor möglicher Gegenwehr.

1984 wurde zeitweise sogar daran gedacht, Schachty komplett zu evakuieren und die 200.000 Bewohner in der ganzen UdSSR zu verteilen. Die Pläne scheiterten jedoch daran, dass auch der Mörder mit umgezogen wäre und wahrscheinlich an anderer Stelle weiter gemordet hätte.

Čikatilo wurde vor seiner Verhaftung zweimal verdächtigt und sogar in Gewahrsam genommen und verhört. Das erste Mal nach dem Mord an Elena Sakotnowa 1978, dann nochmals während des Jahres 1984. Dennoch konnte man ihn nicht mit den Morden in Verbindung bringen.

Entlarvung und Verhaftung

In den Zeiten von Perestroika und Glasnost wurden die Medien in der UdSSR immer unabhängiger. Die Fahndung nach dem Mörder, der inzwischen schon mehr als 40 Menschen umgebracht hatte, wurde zunehmend öffentlich gemacht. Es gab große Aufklärungskampagnen in Schulen und auf der Straße, die laut Miliz in allen Schulen in Rostow und Schachty durchgeführt wurden. An jeder Eisenbahnstrecke um Rostow patrouillierten insgesamt mehr als 600 Milizbeamte rund um die Uhr.

An einer kleinen Station entdeckte ein wachhabender Beamter Čikatilo, der 200 Meter weiter vom Bahnhof aus dem Wald kam. Er war von oben bis unten mit Schlamm bedeckt und hatte rote Flecken, welche er mit Wasser aus einem Hydranten abzuwaschen versuchte. Der Befehl lautete, von jedem am Bahnhof die Personalien festzustellen. Seine Papiere waren in Ordnung, und er konnte wenig später in den einfahrenden Zug einsteigen. Darüber wurde aber ein Bericht erstellt, der später bei der Polizei in Rostow landete.

Durch Zufall entdeckten zwei hochrangige Kommissare Kleidungsreste an derselben Stelle, an der Čikatilo aus dem Wald gekommen war. Einige Monate zuvor war hier schon einmal eine Leiche gefunden worden, wobei alles durchsucht worden war und die Kleidungsreste hätten entdeckt werden müssen. Es fand eine groß angelegte Suche mit 40 Beamten und Hunden statt, bei der man wenig später eine Kinderleiche fand. So geriet Čikatilo immer mehr ins Fadenkreuz der Ermittler.

Danach wurde er rund um die Uhr von Fahndern des KGB beobachtet – sein Weg zur Arbeit, sein Verhalten im Zug, sein Privatleben. Am 20. November 1990 griff die Polizei dann zu und drei Beamte in Zivil nahmen Čikatilo fest. Weder wehrte er sich, noch fragte er nach dem Grund für die Verhaftung. Die Ermittler hatten Bedenken, Čikatilo könnte einen Nervenzusammenbruch oder einen Herzinfarkt bei der Festnahme bekommen, da er schon Mitte 50 war.

Verurteilung

Jedem war klar, dass Čikatilo für seine Morde die Todesstrafe bekommen würde. Sein einziger Ausweg wäre gewesen, für geisteskrank befunden zu werden – dafür war es jedoch schon zu spät.

Im April 1992 begann der Prozess gegen Čikatilo im Bezirksgericht Rostow. Man hatte zu seinem eigenen Schutz vor den Gerichtszuschauern einen Käfig für ihn aufgestellt. Bisher kannte die Bevölkerung, auch die Angehörigen der Opfer, Čikatilo weder vom Namen noch von Fotos. Es wurde nur ein Phantombild veröffentlicht, und Čikatilo wurde mit „Bürger T.“ umschrieben. Die Menge war sehr wütend auf ihn, auch im Gerichtssaal, so dass der Richter Leonid Akubschanow alle Mühe hatte, Ruhe in den Saal zu bringen.

Schließlich wurde am 14. Oktober 1992 Andrej Romanovič Čikatilo nach dem geltenden Recht in drei Schritten verurteilt:

Todesstrafe und 56 Jahre Haft für die Morde in Russland
Todesstrafe und 5 Jahre Haft für die Morde in der Ukraine
Todesstrafe und 25 Jahre Haft für die Morde in Usbekistan

Gesamt: Dreifache Todesstrafe und 86 Jahre Haft.


Nach dem russischen Gesetz hatte er sieben Tage Zeit, vor dem Obersten Gericht in Revision zu gehen, ein Antrag hätte jedoch kaum Erfolgsaussichten gehabt. Nach dem Urteil wurde er in den Todestrakt des Gefängnisses von Nowotscherkassk gebracht und dort am 14. Februar 1994 durch Genickschuss hingerichtet.

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Re: Andrei Romanowitsch Tschikatilo

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 2. Jul. 2015, 07:52

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