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Jack Unterweger

Taten, Profile und Opfer.
Diskussionsleitung
Eagle
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Jack Unterweger

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 6. Sep. 2015, 16:05

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NameUnterweger
VornameJohann
Auch bekannt als"Jack" Unterweger
Klassifizierungmutmaßlicher Serienmörder
Alter zur Tatzeit25, 39 - 41
Geburtsdatum16. August 1950
GeburtsortJudenburg, Steiermark
NationalitätÖsterreicher
Tatort/ePrag (Tschechische Republik), Graz, Lustenau und Wien (Österreich), Los Angeles (USA)
Datum/ Zeitraum1974, 1990 - 1991
TatmotivationRaub, womöglich Hass auf Prostituierte
Opfer (bewiesen)1
Opfer (vermutet)9+
Tatausführung/ Arterwürgen
Verhaftet am27. Februar 1992 in Miami
Verurteilt am29. Juni 1994
Urteil*lebenslange Haft, ohne Möglichkeit einer Begnadigung
Aktueller StatusSelbstmord durch Erhängen in der Nacht zum 30. Juni 1994
*Das Urteil des Geschworenengerichts vom Juni 1994 für die neun zur Last gelegten Morde erlangte nie Rechtskraft, da das Verfahren – wie es das österreichische Strafrecht für einen solchen Fall vorsieht – mit Unterwegers Tod eingestellt wurde. Deshalb gilt trotz dieser Verurteilung auch über seinen Tod hinaus die Unschuldsvermutung, sodass Unterweger für diese Morde allenfalls als mutmaßlicher Mehrfachmörder bzw. Serienmörder anzusehen ist.
Im Gegensatz dazu gilt Unterweger rechtlich weiterhin als Mörder für den (ersten) Mord, für den er rechtskräftig lebenslänglich verurteilt und bis zu seiner bedingten Entlassung inhaftiert wurde.

Murderpedia | Wikipedia

Mehr über Jack Unterweger bei



Die Opfer

15. September 1990: Blanka Bockova wird an einem Fluss bei Prag ermordet
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26. Oktober 1990: Brunhilde Masser wird in einem Wald bei Graz ermordet
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5. Dezember 1990: Heide Hammerer wird in einem Wald bei Lustenau ermordet
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7. März 1991: Elfriede Schrempf wird in einem Wald bei Graz ermordet
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8. April 1991: Silvia Zagler wird im Wienerwald ermordet
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16. April 1991: Sabine Moitzi wird im Wienerwald ermordet
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28. April 1991: Regina Prem wird im Wienerwald ermordet
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7. Mai 1991: Karin Eroglu wird im Wienerwald ermordet
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19. Juni 1991: Shannon Exley wird auf einem leeren Grundstück bei Los Angeles ermordet
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28. Juni 1991: Irene Rodriguez wird auf einem Parkplatz bei Los Angeles ermordet
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3. Juli 1991: Sherry Long wird auf einem Hügel bei Malibu ermordet
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mordundtotschlag.wordpress.com

https://youtu.be/ttS4ORUXf6o



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Jenny G.
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Re: Jack Unterweger

#2

Ungelesener Beitrag von Jenny G. » Mi, 16. Sep. 2015, 15:45

Es gibt demnächst einen Film über ihn im Kino:

Jack-Unterweger-Film feiert Wien-Premiere

Johannes Krisch ist Jack Unterweger: Die Annäherung an den Serienmörder und „Häfenliteraten“ von Regisseurin Elisabeth Scharang feiert heute Österreich-Premiere. Ab Freitag ist der Film „Jack“ regulär in den Kinos zu sehen.

Eine Antwort, ob Unterweger schuldig ist oder nicht, gibt der Film nicht. „Die Frage überlasse ich gerne dem Publikum“, so Scharang, die das anhaltende Interesse an dem Fall überraschte. „Jeder hat eine Meinung zu Jack Unterweger, jeder!“

Regisseurin kannte Unterweger

Scharang will die Geschichte nicht nacherzählen. Anders als bei ihrem semi-dokumentarischen Fernsehfilm „Ein Patriot“ über den Briefbomber Franz Fuchs sei es ihr wichtig, sich mit einer freien Interpretation der Geschichte „der Person Jack Unterweger zu nähern“. Basierend auf fünf Eckdaten - „Jemand hat einen Mord begangen, saß lange im Gefängnis, hat geschrieben, kommt wieder raus, wird berühmt“ - nahm die Regisseurin reale Figuren lediglich als Inspiration her. Sie selbst habe Unterweger einst als Radioredakteurin kennengelernt und mit ihm drei Sendungen gemacht.

Mit Johannes Krisch erarbeitete die Regisseurin die umstrittene Figur zwei Jahre lang. „Das ist eine sehr intensive Rolle, die sehr unangenehm ist, mit der lebt man sehr lang, aus der kann man auch nicht einfach raussteigen“, sagt sie. Für Krisch sei die Darstellung „eine große Herausforderung“; nach intensiver Recherche, im Laufe derer er viele Gutachten über Unterweger gelesen und Bildmaterial gesichtet habe, stecke er „mitten drin“ - und bringt nicht zuletzt aufgrund der frühen Ablehnung durch die Mutter Verständnis für diesen kaum greifbaren Menschen auf.

„Diese mütterliche Liebe, die man nicht bekommt, hat dann sehr große Auswirkungen auf das spätere Leben. Dieser Liebe läuft man immer wieder nach und sucht sie. Das kulminiert dann natürlich in einem Narzissmus“, so Krisch, der damit Unterwegers Anwandlung als berüchtigter Frauenheld erklärt.

Das Filmpublikum lernt Unterweger (Johannes Krisch) als Mittzwanziger im Jahr 1974 kennen. Mit seiner Jugendliebe Charlotte (Sarah Viktoria Frick) bildet er ein berüchtigtes, räuberisches Liebespaar, das schon bald getrennt wird: Der gemeinsame Einbruch in einem Haus endet im grausamen Mord an der 18-jährigen Bewohnerin, für den Jack 1976 zu lebenslanger Haft verurteilt wird. In der Justizanstalt Stein beginnt er zu schreiben, gewinnt mit Gedichten und autobiografischen Romanen Verehrerinnen ebenso wie Fürsprecher in der Intellektuellenszene für sich.

1990 vorzeitig als „Paradefall eines resozialisierten Verbrechers“ bedingt entlassen, steigt Unterweger in der Wiener Schickeria schnell auf, inszeniert sich in TV-Sendungen und Magazinfotostrecken, ergattert Aufträge als Reporter im Rotlichtmilieu, dem er selbst einst angehört hat. Die Kontakte besorgt ihm Gesellschaftsjournalistin Marlies Haum (Birgit Minichmayr), die finanzielle Sicherheit liefert die verheiratete Architektin Susanne Sönnmann (Harfouch), die mit Jack eine Affäre beginnt. Doch als bald scheinbar von ein und demselben Täter ermordete Prostituierte aufgefunden und die Tatorte mit Unterwegers Lese- und Recherchereisen in Verbindung gebracht werden, kippt die öffentliche Meinung. Er flüchtet.

Scharang streift lediglich einzelne biografische Eckpfeiler, heftet sich an ihre Version des Jack Unterweger, spart dabei die Umwelt größtenteils aus, dichtet manches dazu und lässt vieles im Ungewissen - auch, ob Unterweger die ihm 1990 und 1991 angelasteten elf Morde an Prostituierten in Wien, Graz, Lustenau, Prag und Los Angeles tatsächlich begangen hat.

Lediglich die zwischen Szenen gestreuten, atemberaubenden Bilder von Kameramann Jörg Widmer führen in den mit Nebelschwaden durchzogenen Wienerwald, wo die ersten Leichen gefunden wurden. Und an den potenziellen Tatort, einen verlassen Parkplatz, über den Hasen hoppeln. Widmer taucht Unterwegers Universum in ein aus der Zeit gefallenes Setting, und der pulsierende Soundtrack von Naked Lunch tut ein Übriges, um „Jack“ zu einem dichten, anmutigen, aber in seiner Künstlichkeit nur schwer einen Sog entwickelnden Psychogramm zu machen.

„Fakt ist: Ich weiß nicht, ob er die Morde begangen hat oder nicht“, meinte Scharang. Zu viele Fragen seien bei dem Indizienprozess, der 1994 nach dem nicht rechtskräftigen Schuldspruch in neun Fällen mit dem Selbstmord Unterwegers in seiner Zelle vorzeitig endete, offen geblieben. Eine Texttafel erinnert zum Filmende daran, entlässt den Zuseher mit dem Zweifel für den Angeklagten. Eher von Zweifeln und Misstrauen denn von Beweisen getrieben sind zuvor auch der fiktive Gefängnispsychologe (Paulus Manker) und zwei Kommissare (Birgit Linauer, Michael Fuith), die in Scharangs Annäherung eine untergeordnete Rolle einnehmen.

Quelle: http://wien.orf.at/news/stories/2730440/
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Re: Jack Unterweger

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 16. Sep. 2015, 16:43

@Jenny G.
Liest sich interessant, wobei ich es persönlich nicht mag, wenn ich am Ende eines Filmes genauso dumm bin wie zuvor.
Für jene, die den Sachverhalt nicht genau kennen und eventuell oder eben deswegen den Unterweger für den tatsächlichen Killer halten, ist dieser Film hoffentlich ein Weg, auch mal der "Gegenseite" eine Art Chance zu geben, um dann wiederum andere Denkweisen und Theorien zulassen zu können. Für die, die im "Stoff stehen", würde sich also an der Frage nach Unterwegers Schuld oder Unschuld und die Meinungen darüber nichts ändern (können). Mir wäre eine klare Antwort auch lieber.



PS: werde deinen Beitrag auch in die Kategorie "Krimi-Welt" kopieren, wenn es dir recht ist.
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Re: Jack Unterweger

#4

Ungelesener Beitrag von Jenny G. » Fr, 18. Sep. 2015, 11:29

@Salva
ja, da hast Du wohl Recht. Neues wird's wohl nichts geben.
Lassen wir uns überraschen :D
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Re: Jack Unterweger

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 18. Sep. 2015, 12:01

Jenny G. hat geschrieben:Neues wird's wohl nichts geben.
... schon deshalb nicht, weil sich weder der Polizei-, noch der Justizapparat selbst mit Dreck bewerfen würde. Und die würden auch nicht wollen, dass die von allen anderen mit Dreck beworfen werden. Falls Jack Unterweger wirklich unschuldig war. Aber das betrifft ja nicht nur diesen Fall.
Dennoch bin auf diesen Film schon deshalb gespannt, weil ich ewig nicht mehr im Kino gewesen bin :)
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