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Was ist Nekrophilie?

Auf Leichen gerichtete Sexualpräferenz.
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Salva
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Was ist Nekrophilie?

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 23. Jun. 2015, 12:31

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Quelle: nekrophilie.com

Was ist Nekrophilie?

Nekrophilie bezeichnet eine auf menschlichen Leichen gerichtete Sexualpräferenz, also sexuelle Handlungen an und mit solchen, die im ICD-10-Verzeichnis der psychischen Störungen unter "Sonstige Störungen der Sexualpräferenz" (F65.8) als Paraphilie klassifiziert ist. Dazu gehören u.a. auch z.B. Pädophilie, Fetischismus, Exhibitionismus, oder Zoophilie.
Nekrophilie ist ein neuzeitliches Kunstwort, das sich aus den altgriechischen Wörtern νεκρός nekrós "Toter", "Leiche" und φιλία philía "Zuneigung" ableitet. Die Bezeichnung entstammt dem 1886 verfassten Werk Psychopathia Sexualis von Richard von Krafft-Ebing, einem deutsch-österreichischer Psychiater und Rechtsmediziner.

Generell lassen sich nekrophil veranlagte Menschen in drei Gruppen einteilen, die in puncto Schwere und Gefährlichkeit in der Ausübung ihrer Neigung doch sehr unterschiedlich sind:

Die erste und "harmloseste" Gruppierung ist zweifellos jene, deren Angehörigen sexuelle Befriedigung durch Handlungen an bereits skelettierten Leichen und Überresten erfahren.
Die Beschaffung der Sexualobjekte geschieht meist durch Exhumierung auf Friedhöfen, es wurden aber auch Fälle notiert, wo Auffinder skelettierter Leichen Teile dieser entwendet haben, um sich später daran zu befriedigen.
Beobachtet wurde auch, das die Herkunft der Leichen, das Alter, Geschlecht oder die Todesart eine Rolle spielen können. Wie im Fall des oben beschriebenen Andreij M. zum Beispiel.


Die zweite Gruppierung gilt zwar auch noch als "harmlos", aber deren Angehörigen weisen eine ganz andere "Schwere" in ihrer nekrophilen Neigung auf als die der ersten Gruppierung:

Sexuelle Handlungen an teilweise verwesten Leichen.

Wenn man bedenkt oder sogar aus eigener Erfahrung weiß, wie eine verwesende Leiche riecht oder aussieht - je nach Stadium der Verwesung... da lässt sich also durchaus von einer besonderen Schwere der Neigung sprechen.
Eine häufige Beobachtung in diesem Zusammenhang ist nämlich eine biophile Neigung oder Vorliebe für schlechte Gerüche, in der Nekrophilie eben für faulendes und verwesendes Menschenfleisch.
Ahnlich wie bei der ersten Gruppierung, geschieht die Beschaffung der Sexualobjekte durch Exhumierung auf Friedhöfen, aber auch durch Einbrüche in Leichenhallen von Bestattungsunternehmen oder rechtsmedizinischen Abteilungen und Krankenhäusern. Darüber hinaus zeigt es sich, dass viele Menschen mit dieser Art nekrophilen Neigung ihr Herankommen an ihr Objekt der sexuellen Begierde dadurch erleichtern, in dem sie speziell Berufe wählen, wo sie mehr oder weniger täglich Umgang mit ihnen haben können und dementsprechend die Möglichkeit zur Ausübung bzw. Befriedigung ihrer Lust schaffen können, wann immer es die Umstände und Zeit zulässt. Bestatter zum Beispiel.


Die dritte Gruppierung ist völlig ohne Zweifel die gefährlichste Variante nekrophiler Neigung und wohl mit Abstand auch diejenige, die die wahren Abgründe menschlicher Grausamkeit und Abartigkeit vereint und darstellt, weil bei deren Ausübung sehr häufig auch viele andere Neigungen und Präferenzen mit einfließen, die auf der Liste unter Paraphilie aufgeführt sind und es zu einer Beschaffungskriminalität kommt, sprich zu Morden an anderen, um an ein Sexualobjekt zu gelangen:

Sexuelle Handlungen mit frischen Leichen.

Gary Ridgway, anfangs aus reinem Hass auf Frauen zu den Morden an Prostituirten getrieben, legte deren Leichen später sogar in Gruppen ab, die er dann nachts immer wieder besuchte, um mit ihnen den Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Teilweise verstümmelte er seine Opfer post mortem. Die Morde geschahen allesamt während des Geschlechtsaktes mit den Damen, an deren Leichen er sich danach noch einmal verging. 49 solcher Taten gestand Ridgway bis heute, ausgegangen wird jedoch von über 90.

Jeffrey Dahmer beschrieb mehrfach eine massive sexuelle Erregung durch die Wärme der Eingeweide seiner Opfer, die er sich aus der Homosexuellen- und Stricherszene beschaffte.
In seiner Wohnung setzte er sie mit Schlafmitteln außer Gefecht, tötete und missbrauchte sie, aß Teile der Leichen und fotografierte diese Aktivitäten. Köpfe, Gliedmaßen und andere Körperteile seiner Opfer bewahrte er in seinem Kühlschrank auf. Weiterhin experimentierte er mit Bohrungen in die Köpfe seiner noch lebenden Opfer, in die er Säure füllte. Er wollte sie damit zu willenlosen Sexsklaven machen, was ihm misslang und zum Tod seiner Opfer führte.
Mindestens 17 Männer und Jugendliche starben auf grausame Weise, bis Dahmer endlich gefasst und eingesperrt wurde.

Der deutsche Computertechniker Armin Meiwes gab an, das durch das Buch Robinson Crusoe, das er als 14-jähriger gelesen hatte und in dem die Schlachtung und Verspeisung eines Menschen geschildert wird, seine kannibalistischen Präferenzen geweckt wurden.
Am 9. März 2001 tötete Meiwes den 43-jährigen Diplom-Ingenieur Bernd Brandes mit dessen Einwilligung, schnitt aber zuvor einen Teil dessen Penisses ab, den beide versuchten zu essen, zerstückelte die Leiche und fror Fleischstücke zum späteren Verzehr ein. Die Vorgänge wurden von Meiwes größtenteils videodokumentiert und veranlassten den deutschen Bundesgerichtshof im Früjahr 2005 zu entscheiden, dass das Töten eines Menschen mit dem Ziel, sich anschließend entweder an der Leiche oder an Bild- und Tonmaterial sexuell zu erregen, auch das Mordmerkmal der Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstriebes nach § 211 StGB erfüllt.


Ursachen

Persönlichkeits- und Entwicklungsstörungen werden häufig als Ursache dieser "Sexualanomalie" angesehen:

Jeffrey Dahmer z.B. entwickelte sich nach mehreren Umzügen mit seinen Eltern zu einem sehr scheuen und zurückgezogenen Jungen, sodass seine Eltern ihn regelrecht zu sozialen Kontakten zwingen mussten. Als Teenager entwickelte Dahmer eine neue Art von Neugier gegenüber Tieren. Er wollte wissen, wie sie innen aussahen, und sammelte in seiner Umgebung tote Tiere vom Straßenrand, um sie zu obduzieren. Später, als er alleine lebte und zum Alkoholiker mutierte, wuchsen seine Neugierde und die sexuelle Vorliebe für Männer zusammen mit dem Vorhaben, sich einen Sexsklaven nach seinen Vorstellungen zu schaffen. Ob das Sezieren von toten Tieren vorrangiger Auslöser für die späteren nekrophilen Aktivitäten war oder der primäre Wunsch, einen Sexualpartner ganz für sich alleine und nach seinen Vorstellungen haben zu können, konnte nie eindeutig geklärt werden. Wahrscheinlich hatte das eine das andere von Tat zu Tat mehr und mehr beeinflusst.

Gary Ridgway hingegen hatte während seiner Kindheit als mittlerer von drei Söhnen eine sehr enge Bindung zu seiner dominanten Mutter, während er sich mit seinem Vater, einen Busfahrer, nicht gut verstand.
Zwischen den Eltern Ridgways kam es häufig zum Streit, der seitens der Mutter manchmal auch in Gewalttaten ausartete. Ridgway war ein folgsames Kind, das bis in seine frühen Teenagerjahre Bettnässer war. Nach Fällen nächtlicher Inkontinenz wusch ihm die Mutter die Genitalien. Diese fast inzestuöse Beziehung führte einerseits dazu, dass Gary Ridgway sich von seiner Mutter sexuell angezogen fühlte, andererseits verspürte er Wut und spielte mit Fantasien sie umzubringen. Dazu veranlasste auch der Umstand, dass sich seine Mutter in der Öffentlichkeit sehr frei und ungeniert zeigte. Sein Vater nahm ihn hin und wieder auf seinen Bustouren mit. Wenn sie durch den „Strip“ (Prostituiertenviertel) fuhren, äußerte der Vater regelmäßig seine Abneigung gegen den "Abschaum", obwohl er durchaus mit ihnen verkehrte.
Ein Jahr nach der Scheidung von seiner zweiten Ehefrau begann Ridgway mit der Mordserie und lebte zudem ein "entfesselndes" sexuelles Leben, geprägt durch den Hass auf Frauen im Allgemeinen. Später sollte er den Behörden sagen: "Wenn ich meine zweite Frau umgebracht hätte, hätte ich niemals je eine weitere Frau getötet."

Sadomasochistische Regungen in Form eines verstärkten Dranges zur Macht- und Devotionsdemonstration sowie die Angst vor einer erwachsenen, paritätischen Sexualität werden ebenfalls mit der Nekrophilie in Verbindung gebracht. Auch die Oligophrenie, die eine Intelligenzminderung voraussetzt, kann die Entfaltung sexueller Perversionen erklären. Klassischerweise wird die Nekrophilie als Sexualstörung definiert und ist kein Fetisch, sondern geht oft mit einer Selbst- und Fremdgefährdung einher. Insofern wird die Nekrophilie mit der Forensik in Verbindung gebracht.

In manchen Kreisen wird die Nekrophilie jedoch nur als Form eines Fetisches gedeutet. Dabei sollen sogenannte „Scheinleichen“ die Todessituation imitieren. Sexuelle Praktiken finden in Särgen statt oder mit einem/-r Sexualpartner/-in, der/die während des Aktes leblos daliegt. Es sollen sogar spezielle Angebote dieser Art in manchen Bordellen aufzufinden sein.
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