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Kindstötung: Tätergruppe MÜTTER

Physische und psychische Misshandlung, sexueller Missbrauch, Kindstötung.
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Salva
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Kindstötung: Tätergruppe MÜTTER

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 7. Jul. 2015, 16:04

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GEWALT GEGEN KINDER IST ALLTÄGLICH IN DEUTSCHLAND!

In Deutschland sind im Jahr 2014 108 Kinder getötet worden. Davon seien fast drei Viertel jünger als sechs Jahre gewesen, teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Deutsche Kinderhilfe in Berlin mit. Dazu kamen demnach 81 Tötungsversuche.
Laut der Statistik gab es 14.395 Fälle sexueller Gewalt sowie 4233 körperlicher Misshandlungen von Kinder.

"Gewalttaten müssen zur Anzeige gebracht werden - wer schweigt, macht sich schuldig", forderte BKA-Präsident Holger Münch. Er verwies zudem darauf, dass das Leid der Opfer durch die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet noch verschärft werde. "Hinter jedem Fall steht eine menschliche Tragödie, ein oftmals lebenslanges Trauma", mahnte Münch. Angesichts des Massenphänomens Kinderpornografie würden automatisierte Verfahren entwickelt, um neue Bilder schneller erkennen zu können.

Der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, forderte mehr Prävention, aber auch Strafverschärfungen. Das Mindeststrafmaß für alle gegen Kinder gerichtete Vorsatzstraftaten müsse auf ein Jahr erhöht werden, erklärte Becker. Zudem müssten Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte regelmäßig zu Kinderrechten und Gewaltprävention aus- und weitergebildet werden. "Jeder von uns kennt Kinder, die von Gewalt - auch von sexueller - betroffen sind", mahnte Becker. Das müssten die Menschen "endlich realisieren".


TÄTER

Entgegen aller Meinungen finden die häufigsten Kindstötungen im engesten familiären Umfeld statt.
In diesem Beitrag möchte ich eine Tätergruppe aus diesem Umfeld beschreiben, weil ich die Gesamtumstände als besonders tragisch empfinde:

Die Mütter

Mit 40 bis 50 Kindern pro Jahr begeht diese Tätergruppe die meisten Tötungsdelikte.
Kindstötungen durch die Mutter oder den Vater werden Filizide genannt und in drei Gruppen unterteilt:

Neonatizid: Tötung des Neugeborenen innerhalb von 24 Stunden

Infantizid: Tötung des Kleinkindes

Erweiterten Suizid: Kindstötung vor dem Suizid der Täterin/ des Täters

Von einer Dunkelziffer besonders im Bereich der Neonatizide ist auszugehen, da nicht alle Kindstötungen als solche erkannt werden.


WODURCH STERBEN KINDER

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Die Kinder kommen durch Unterlassung (medizinische Versorgung), Misshandlung (treten, schlagen, schütteln, werfen), Vernachlässigung (verhungern, verdursten, Hygiene), aber auch durch "aktive zielgerichtete Maßnahmen gegen das Leben" (ersticken, erstechen, erwürgen, erdrosseln, ertränken, erschlagen, aus dem Fenster werfen, erschießen) zu Tode.
Die Täterinnen sind Schülerin, Studentin, Angestellte, Wissenschaftlerin, Verkäuferin, Soldatin, Friseurin, Hausfrau, arbeitslos - sie kommen also aus allen gesellschaftlichen Schichten mit den unterschiedlichsten Wissens- und Bildungsständen.
Mütter mit psychischen Erkrankungen können zu Mörderinnen ihres Kindes/ihrer Kinder werden und sind in etwa zur Hälfte unter den Täterinnen vertreten. Meistens liegt dann eine massive Persönlichkeitsstörung vor. Ein z.B. Leugnen einer Schwangerschaft kann u. a. auf dissoziative Zustände (Abspaltungen) zurückgeführt werden.

WARUM TÖTEN MÜTTER

Folgende Faktoren begünstigen die Kindstötung durch die eigene (psychisch kranke) Mutter bzw. können Hinweise auf eine mögliche Kindesgefährdung sein:

- fehlende oder unzureichende therapeutische, psychologische oder psychiatrische Begleitung;
- Täuschung des Jugendamtes etc. über die nicht vorhandene Erziehungsfähigkeit aus Angst vor Kindesentzug;
- fehlendes Selbstbewusstsein;
- ängstlich-vermeidende / angepaßte / passive Persönlichkeitsstrukturen;
- mangelnde Auseinandersetzung zum Thema Verhütung und Familienplanung;
- Ignorierung der abgeschlossenen Familienplanung des Partners;
- mangelndes eigenes Körpergefühl;
- mangelndes Verantwortungsgefühl;
- mangelnde Konfliktbewältigungsstrategien;
- emotionale Instabilität;
- suizidale Tendenzen;
- Tendenz zu Impulsdurchbrüchen / Wutanfällen;
- eigene Gewalterfahrungen / erlebte Traumatisierungen;
- Frustration, die aus perfektionistischen Ansprüchen und Überfürsorglichkeit entstehen kann;
- Co-Abhängigkeit der Partner/innen (mit Borderline-Syndrom): Co-Abhängigkeit

In diesem Zusammenhang bedeutet Co-Abhängigkeit folgendes:
Nicht selten besteht bei den Menschen im Umfeld von Menschen mit Borderline eine "Co-Abhängigkeit", das bedeutet, die Partnerinnen bzw. Partner, FreundInnen oder Eltern praktizieren Verhaltensmuster, die verhindern, dass die/ der Erkrankte erfolgreich behandelt werden kann.

Co-abhängige Menschen erkennen durch die von der Borderlinerin (unbewusst) ausgeübte Manipulation, emotionale Erpressung, Projektion und Beeinflussung nicht (mehr) deren destruktives Verhalten gegenüber sich selbst und gegenüber anderen Menschen.
Co-Abhängige spielen strapaziöse Ereignisse und psychische Verletzungen, die Menschen mit Borderline durch ihr unreflektiertes Ausagieren bei anderen Menschen hervorgerufen haben, herunter.
Co-Abhängige blenden die eigenen negativen Erlebnisse in ihrer Erinnerung aus und verdrängen sie.
Co-Abhängige sind auf eine Art süchtig nach dem bißchen Aufmerksamkeit und der Aufwertung und Idealisierung, die sie punktuell und willkürlich durch den (von ihnen geliebten) Menschen mit Borderline bekommen.
Co-Abhängige nehmen gegenüber dem Menschen mit Borderline eine "Ermöglicherrolle", eine "Retterfunktion" und gegenüber dem Umfeld eine Vermittlungs- oder Schlichtungsrolle ein. Dies bringt sie oft in eine isolierte Position, da nicht das ganze Umfeld das Ausagieren duldet.
Co-Abhängige verlieren ihre bisherigen Werte und Maßstäbe.
Co-Abhängige "sehen nicht (mehr) durch" in dem ganzen emotionalen Chaos um sie (und die Borderlinerin) herum.
Oft sind ihre persönlichen Grenzen durch permanente Grenzüberschreitungen bereits vor ihrer Beziehung zu einem Borderliner/einer Borderlinerin weit zu ihren Ungunsten verschoben worden, zum Beispiel in einer dysfunktionalen Herkunftsfamilie.
Sie haben in der Vergangenheit nicht gelernt, ihre eigenen Gefühle und Körpersignale zu erkennen und ihren zu vertrauen, können aber sehr wohl bei ihrem Gegenüber kleinste Gefühlsregungen wahnehmen.
Oder die Verhaltensmuster von BorderlinerInnen sind durch vergangene Erfahrungen bereits bekannt, erscheinen einem vertraut und werden als dysfunktionale Beziehung (un)bewusst neu rekonstruiert.
Für Co-Abhängigkeit sind Menschen anfällig, die eher konfliktvermeidend und harmoniesuchend sind, eigene Entscheidungen vermeiden, geliebt werden wollen, eher abhängig-passiv sind und helfende Eigenschaften haben. Sie definieren sich über die Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen anderer Menschen, hauptsächlich aber von der Person, zu der sie co-abhängig sind. Anderen Menschen erscheinen sie in dieser Konstellation als passiv und unterwürfig.

Bei den co-abhängigen Menschen kann es zu diesen Folgen kommen:
- das eigene Denken und Leben dreht sich größtenteils um die Erkrankung der anderen Person, während diese ihre Erkrankung leugnet oder herunterspielt,
- jegliche Beziehungsarbeit leistet der Co-abhängige Mensch,
- Selbstverleugnung: Leugnung eigener Grenzen, eigener Gesundheitszustände und eigener Bedürfnisse,
- Selbstaufgabe,
- Isolation durch das Wegbrechen und aufgeben bisheriger Kontakte bzw.
die Abwendung des Freundeskreises bzw. anderer Familienmitglieder,
- Erschöpfung,
- das Gefühl permanenter Überforderung,
- Burn Out,
- (Selbst-)Vorwürfe und Selbstzweifel,
- fehlendes Selbstvertrauen und niedriges Selbstwertgefühl,
- das Nichterreichen von Bildungsabschlüssen,
- die Aufgabe eigener Pläne und Ziele, Werte, Moralvorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse,
- die kritiklose, passive Übernahme fremder Pläne, Ziele, Wünsche und Bedürfnisse,
- Schwierigkeiten in anderen Bezügen wie Ausbildung, Arbeit, Wohnen, Finanzen (Verschuldung),
- Hilflosigkeit,
- Lustlosigkeit und Traurigkeit,
- Wut und Hass
- psychosomatische Schmerzen (Magenschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Schlaflosigkeit, Depressionen, Fibromyalgie etc.),
- psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Essstörungen,
- andere Erkrankungen wie Hauterkrankungern, Autoimmunerkrankungen.

Besteht Co-Abhängigkeit bei der Partnerin/ dem Partner bzw. dem zweiten Elternteil (aus Sicht des Kindes), so kann dies für das Kind bedeuten:
- das es adäquates Verhalten in der Familie nicht erlernen kann;
- das das Kind den instabilen Verhältnissen geopfert wird;
- das das Kind keinen wissenden Zeugen bzw. keine wissende Zeugin hat;
- das das Kind psychische u. a. Gewalt erlebt.

Die Muster der Co-Abhängigkeit lassen sich mit Unterstützung (z. B. in einer Psychotherapie, im Austausch in Foren und in Selbsthilfegruppen) erkennen und ändern.
Wichtige Stichworte hierzu sind der eigene SelbstWERT, die Erkennung eigener Bedürfnisse und der eigenen Grenzen sowie das eigene ICH zu kennen, zu schützen und zu bewahren. Sowie deutliche Grenzsetzungen und keine psychischen und körperlichen Verletzungen zu dulden.

Hinter der Co-Abhängigkeit kann auch eine dependente Persönlichkeitsstörung / abhängige Persönlichkeitsstörung stecken. Das ist die Komplementärstörung zu der Borderline-Persönlichkeitsstörung.[/name]
- Beziehungsstress / Angst vor dem verlassen werden / angedrohte Trennung;
- Überforderung als Alleinerziehende;
- soziale Isolation;
- finanzielle Nöte und Armut;
- Abhängigkeiten (von Eltern oder Partnern/Partnerinnen);
- Alkohol- und/oder Drogenprobleme;
- bereits vorherig auftretende Vernachlässigung oder Gewalttätigkeiten gegen das Kind oder dessen ältere Geschwister;
- Entzug bereits vorhandener älterer Kinder aus o. g. Gründen;
- die unaufgedeckte vorherige Tötung eines Kindes oder mehrerer Kinder;


TRAURIGE BEISPIELE

12. April 2015
Familiendrama im Elsass - Mutter tötet drei ihrer Kinder

Eine Mutter aus Schlierbach im Elsass soll drei ihrer vier Kinder getötet haben. Bei Entdeckung der Kinderleichen ist auch ihr Vater verletzt.

Bei einem Familiendrama im Elsass sind drei Kinder offenbar von ihrer Mutter umgebracht worden. Wie die Zeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete, wurden die Leichen gegen Mittag in dem Ort Schlierbach südlich von Mühlhausen entdeckt. Der Vater sei verletzt gewesen, die Mutter habe unter Schock gestanden, hieß es weiter. Ein viertes Kind wurde demnach unverletzt geborgen und befand sich in der Obhut von Psychologen.

Staatsanwalt Dominique Alzeari sagte weiter, die Mutter sei in Polizeigewahrsam. Erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass sie die Taten begangen habe. Anlass dafür war möglicherweise ein Familienstreit. Der Vater kam den Angaben zufolge in ein Krankenhaus.

Das Alter der Kinder wurde zunächst nicht bekannt. Der Staatsanwalt sagte lediglich, sie seien unter 15 Jahre alt. Ihre Verletzungen stammten von einem scharfen Objekt, berichtete die Zeitung unter Verweis auf Ermittlerkreise. "Die Leichen der Kinder wurden noch nicht obduziert", sagt Alzeari. "Die forensische Arbeit hat gerade erst begonnen, und die Ermittlungen werden langwierig und kompliziert sein."


2. November 2014
Mutter tötet ihre beiden Töchter mit 51 Messerstichen

Ein halbes Jahr nach dem Tod zweier Mädchen muss sich deren Mutter seit Montag am Landgericht wegen zweifachen Mordes verantworten. Als Motiv kommt Trennungsangst der Mutter in Frage. Diese löste offenbar einen so genannten erweiterten Suizid aus.

Nach zehn Jahren Ehe liegt die Welt in Scherben: 2004 gaben sich der Mann und die Frau das Ja-Wort, sie lebten im Eigenheim in Köngen (Kreis Esslingen). Finanziell fehlte es an nichts. Während er bei einem großen Autobauer arbeitet, kümmert sie sich als Mutter und Hausfrau hingebungsvoll um die zwei Töchter, die 2004 und 2007 zur Welt kommen. Zum Urlaub fährt man auf den Bauernhof. Eigentlich eine Bilderbuchfamilie. Doch vorigen Herbst zerstört eine Tragödie das gemeinsame Glück: Die Mutter tötet die Kinder, als der Vater kurz verreist ist.

Als Motiv kommt Trennungsangst in Frage

Ein halbes Jahr nach dem Tod der Mädchen muss sich die 41-Jährige seit Montag am Landgericht wegen zweifachen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, ihre 7 und 10 Jahre alten Töchter in der Nacht zum 2. November 2014 im Schlaf umgebracht zu haben. Bei der Obduktion wurden 51 Messerstiche festgestellt. Als Motiv der Mutter kommt Trennungsangst in Frage. Diese löste offenbar einen erweiterten Suizid aus.

Die Ermittler kommen zum Schluss, dass die 41-Jährige ihren beiden Kindern am Abend vor der Tat Schlafmittel verabreicht hatte. In der Nacht sei die Mutter zunächst ans Bett des zehn Jahre alten Mädchens getreten und habe versucht, deren Pulsadern aufzuschneiden. Dabei sei das Kind aufgewacht, so die Staatsanwaltschaft. Die Zehnjährige habe noch um ihr Leben gekämpft – es wurden Abwehrspuren festgestellt. Schließlich habe die Frau das Mädchen mit 40 Messerstichen getötet. Dabei biss die Frau das Kind auch.

Suizidversuch der Mutter nach der Tat

Laut Staatsanwaltschaft soll die 41-Jährige danach die sieben Jahre alte Tochter, bei der das Schlafmittel offenbar wirkte, mit elf Messerstichen in den Rücken umgebracht haben. Danach habe die Frau die beiden toten Töchter frisch angezogen, auf eine Schlafcouch gelegt, sich zwischen die Leichname gesetzt und versucht, Suizid zu begehen. Dabei verletzte sich die Frau aber nicht lebensgefährlich. Einige Stunden später alarmierte die Mutter den Rettungsdienst, verließ das Haus und lief blutüberströmt und völlig durcheinander einer Nachbarin in die Arme. Dabei soll die 41-Jährige gestammelt haben: „Mein Mann will sich von mir trennen. Ich kann ohne meine Kinder nicht leben.“
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