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"Skimming" an Geldautomaten stirbt aus

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Salva
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"Skimming" an Geldautomaten stirbt aus

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 3. Jan. 2020, 11:27

Mo, 30. Dezember 2019: "Skimming" stirbt aus - Datendiebe haben modernere Methoden

Datendiebe haben an Geldautomaten immer seltener Erfolg. Die Milliarden-Investitionen in mehr Sicherheit zahlen sich aus. Doch noch gibt es Lücken im weltweiten Netz. Und Kriminelle sind erfinderisch.

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Bastler am Bankautomat: Das Gerät wird so umgebaut, dass die Täter später die Daten der Bankkunden abgreifen können.
Foto: Fabian Sommer / dpa / e110
Moderne Technik legt Datendieben an Geldautomaten in Deutschland zunehmend das Handwerk. Im zu Ende gehenden Jahr gab es erneut weniger Versuche als im Vorjahr, Kartendaten und Geheimnummern von Bankkunden auszuspähen. Der Schaden durch solche «Skimming»-Attacken sank auf ein Rekordtief. Doch Experten warnen: Um auf dunklen Wegen an Bares zu kommen, zeigen sich Kriminelle erfinderisch.

Nach Angaben von «Euro Kartensysteme» manipulierten Kriminelle in den elf Monaten bis einschließlich November dieses Jahres 227 Mal Geldautomaten, um Daten abzuschöpfen. Im Vorjahreszeitraum zählte die Frankfurter Einrichtung, die sich für die deutsche Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert, 428 solcher «Skimming»-Fälle. Im Gesamtjahr 2018 waren es 449. Dabei können einzelne Automaten mehrfach angegriffen worden sein.

Diebe scheitern am Chip
Begehrtestes Ziel: Berlin mit bisher 109 Fällen in diesem Jahr. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat für die Häufung der Fallzahlen in der Hauptstadt eine einleuchtende Erklärung: «Dies dürfte im Wesentlichen der dortigen hohen Anzahl an ausländischen, insbesondere außereuropäischen Touristen geschuldet sein. Deren Zahlungskarten sind teilweise noch nicht mit dem EMV-Chip ausgestattet. Daten dieser Karten lassen sich durch die Täter leichter verwerten.»

Denn im Grunde funktionieren Kartendubletten nur noch dort, wo Bezahlkarten noch mit vergleichsweise leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden. In Deutschland setzt die Branche seit Jahren auf die sogenannte EMV-Technologie. Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet, die Karte wird bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft.

In Deutschland geklaut, in Fernost benutzt
Kartenfälschungen auf Basis von Kundendaten, die in Deutschland geklaut wurden, kamen in diesem Jahr vor allem in Indien (knapp 60 Prozent Schadensanteil), Indonesien (16 Prozent) und den USA (13 Prozent) zum Einsatz.

Insgesamt summierte sich der Bruttoschaden durch «Skimming» im laufenden Jahr bis einschließlich November auf rund 1,28 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 1,34 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2018 dann 1,44 Millionen Euro.

Mehr als die Hälfte des Schadens holt sich die heimische Kreditwirtschaft aus dem Ausland zurück. Seit dem 1. Januar 2019 greifen auch in Indien internationale Abkommen, wonach für Schäden aus betrügerischen Geschäften mit geklauten Kartendaten die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen müssen. In Indonesien ist dies ab 1. Januar 2022 der Fall.

BKA warnt: Auf «Skimming» folgt «Jackpotting»
Die Experten von «Euro Kartensysteme» ziehen ein ermutigendes Fazit: «Kartenfälschungsfälle durch Skimming sterben langsam aus.» Auch das BKA kommt in seinem aktuellen Lagebild zur Kriminalität an Geldautomaten zu dem Schluss, «dass die in den letzten Jahren mit der Umstellung auf Chiptechnologie eingeführten, überwiegend technischen Sicherheitsmaßnahmen greifen. Skimming-Delikte bleiben, zumindest für Deutschland, kein Kriminalitätsphänomen von herausragender Bedeutung.»

Das BKA warnt jedoch zugleich, dass auch die Täter mit der Zeit gehen. Das zeige sich beispielsweise an «vermehrten Hacking-Angriffen auf Geldautomaten-Netzwerke». Auch das «Jackpotting» nehme zu: Dabei schleusen Kriminelle eine Schadsoftware auf den Rechner des Geldautomaten. Anschließend erfolgt über den infizierten Rechner ein Zugriff auf das Auszahlungsmodul des Geldautomaten, um so möglichst viele unautorisierte Bargeldauszahlungen nacheinander zu veranlassen.

Karte und PIN gehören nicht zusammen!
Verbraucher in Deutschland, die Opfer von «Skimming» geworden sind, müssen normalerweise keinen finanziellen Nachteil fürchten. In der Regel ersetzen Geldinstitute solche Schäden. Voraussetzung ist aber, dass die Kunden sorgfältig mit Bankkarte und PIN umgegangen sind.

Weil jedoch viele Verbraucher entgegen aller Warnungen Karte und Geheimzahl zusammen in ihrem Geldbeutel aufbewahren, gelingt es Kriminellen oft, sich auf diesem Weg Zugang zu fremden Konten zu verschaffen. 10.004 Fälle von Diebstahl oder Verlust von Zahlungskarten wurden bis einschließlich November des noch laufenden Jahres in Deutschland gezählt und damit mehr als in den elf Monaten des Vorjahres (9.329). Der Bruttoschaden durch solche Fälle stieg von gut 13,3 Millionen Euro auf nun gut 13,5 Millionen. Im Gesamtjahr 2018 waren es 10.098 Fälle, der Schaden durch Diebstahl und Verlust von Zahlungskarten lag bei 14,5 Millionen Euro.
Quelle:Jörn Bender (dpa) / e110
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