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Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

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Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

Generell JA
7
78%
Nur bei schweren Straftaten und/oder Fahndungen
2
22%
Generell NEIN
0
Keine Stimmen
Keine Meinung
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt: 9

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Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 10. Dez. 2016, 22:58

Grundlage dieser Umfrage ist der Artikel aus dem Stern vom 09. Dezember 2016:

Der Mordfall Maria Ladenburger in Freiburg bringt die Frage wieder auf:

Fördert es die Diskriminierung oder schafft es nachvollziehbare Fakten, wenn die Nationalität eines Täters grundsätzlich in Berichten genannt wird?

Der Presserat wehrt sich gegen Einmischung aus der Politik.

Bild nicht mehr vorhandenRichtlinie 12.1: sinnvoller Kodex oder Maulkorb?
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Deutsche Presserat sind gegen eine Änderung des Pressekodex. Sie weisen damit die Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zurück, die entsprechende Richtlinie 12.1 zur Berichterstattung über Straftaten zu überarbeiten und die ethnische Herkunft mutmaßlicher Straftäter künftig grundsätzlich anzugeben. "Damit wären haltlosen Spekulationen und diffamierender Hetze Tür und Tor geöffnet", so der DJV-Bundesvorsitzende, Frank Überall. Seit der Diskussion um die Berichterstattung über den Aufsehen erregenden Mordfall Maria L. in Freiburg, bei dem ein 17-jähriger Afghane der Tat dringend verdächtigt wird, ist das Thema wieder auf der Tagesordnung.

Auch der Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Lutz Tillmanns, wendet sich gegen Scheuers Forderung. "Ich halte das für völlig überzogen und kontraproduktiv, weil damit Diskriminierung nicht vermieden wird", sagte Tillmanns der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Es sei zudem ein Novum, dass sich die Parteipolitik in die Debatte um den Pressekodex einmische. Scheuer hatte in der "Welt" gefordert: "Um Fakten und Unwahrheiten zu trennen, müssen seriöse Medien heute alle bekannten Fakten veröffentlichen, um damit auch wilden Spekulationen Einhalt zu gebieten." Der DJV weist dagegen darauf hin, dass der Pressekodex schon in seiner geltenden Fassung die Nennung von Nationalität oder Ethnie zulasse, wenn das für das Verständnis der Tat erforderlich sei. "Mehr brauchen wir nicht." Überall riet Politikern, sich aus der Selbstregulierung der Medien herauszuhalten: "Wir brauchen keine Forderungen à la Scheuer."

[...]
Ein paar Zahlen im Hintergrund:

► Etwa 21 Prozent der Menschen in Deutschland hatten bei ihrer Geburt keinen deutschen Pass oder haben ausländische Eltern.
Zeit Online

► 2015 wurden in Deutschland 6.330.649 Straftaten registriert. Das sind 248.585 Straftaten mehr als im Jahr 2014.
Statista

► Straftaten, die Flüchtlinge begehen:
Im ersten Trimester 2016 wurden lt. BKA in Deutschland knapp 69.000 Straftaten von Zuwanderern begangen oder versucht.
Bild nicht mehr vorhandenInfografik Die Welt
Dabei werden Einwanderer aus Algerien, Georgien, Marokko, Serbien und Tunesien – gemessen an ihrem Anteil an allen Flüchtlingen – überproportional häufig als Tatverdächtige geführt. „Deutlich unterproportional“ an Kriminalität beteiligt sind Syrer, Afghanen und Iraker.
Welt

Der Pressekodex - Ziffer 12: Diskriminierung
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.
PUBLIZISTISCHE GRUNDSÄTZE (PRESSEKODEX) Bild nicht mehr vorhandenDeutscher Presserat
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Re: Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 10. Dez. 2016, 23:23

Ich habe mit JA gestimmt, weil es mir bei Straftaten nicht um die Herkunft bzw. Ethnie oder den Status von Tatverdächtigen/ Tätern geht, nur um allen zu zeigen, wie böse "die" doch sind. Es geht mir einzig und alleine um die Delikte, um deren Opfer und um die Überführung der Deliquenten. Allerdings ist es gerade bei offiziellen Fahndungen und Suchaufrufen extrem hilfreich und wichtig zu wissen, wer denn eigentlich gesucht wird und in welchen Reihen der Täter gefunden werden könnte. Das Wissen um diese Grundinformationen - falls bekannt - finde ich auch hinsichtlich der unterschiedlichen Traditionen, Rechtsauffassungen und religiösen Zugehörigkeiten für wichtig, weil daraus eventuelle Tatmotivationen zu erkennen sind. Alles zusammen soll der Aufklärung einer Straftat dienen und nicht, um Ethnien zu diskriminieren!
Und was die im Stern- Artikel angesprochenen Spekulationen betrifft: die gibt es erst recht, wenn solche Infos unterschlagen werden.
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Re: Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#3

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » So, 11. Dez. 2016, 00:18

Ist eine schwierige Sache, aber ich denke, dass es dennoch besser ist, bei schweren Delikten die Herkunft zu nennen.
Die Sache mitz der Diskriminierung ist zwar eine Gefahr, aber wie @Salva schon geschrieben hat, gibt es die bei Unterschlagung auch.
Dann sollte man natürlich auch bei "Inländern" das ausdrücklich sagen, damit nicht das Gefühl entsteht, dass alles von "Fremden" gemacht wird, das ist nämlich nicht der Fall, auch wenn es oft so rüberkommt.
Grundsätzlich denke ich, dass man Probleme nicht durch verschweigen löst, sondern indem man sie angeht. Und das Zurückhalten von Infos löst Mißtrauen aus.
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Re: Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#4

Ungelesener Beitrag von Lastlove » So, 11. Dez. 2016, 13:27

Ich verstehe das jetzt nicht so ganz.
Wir werden doch sowieso immer gewahr wo der Täter aufwuchs und später lebte irgendwie.
Von daher halte ich eine Generalisierung nicht für geschickt.
Unsere Kriminalisten und Kriminalpsychologen werden eh ihr eigenes Resümee ziehen früher oder später.
Wie ich finde sollten wir die professionelle Beobachtung auch denjenigen überlassen, die sich fachlich diszipliniert verhalten können und am Ende eventuelle Forderungen geltend machen könnten oder für Anregungen derselben sorgen.
Es hätte zudem den Nebeneffekt es würde in Zukunf generell mehr Wert auf die Worte dieser Profis gelegt, sodaß sich sozial-gesellschaftliche Probleme oder Muster am Ende sogar auflösen könnten, weil die aufmerksamkeit von jedem einzelnen kleinen Bürger steigt.
Unsere Fachleute haben keine Zeit sich den Mund fusselig zu reden und ein einmal gesprochenes Wort sollte in Erinnerung bleiben.
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Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#5

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 13. Nov. 2018, 17:13

Salva hat geschrieben:
Sa, 10. Dez. 2016, 22:58

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Geht's eigentlich noch absurder?

Warum wundern sich viele Menschen nicht mehr über solche Absurditäten?

Der Gewohnheitseffekt ist bereits eingetreten.

Nichts wird hinterfragt. Alles wird klaglos geschluckt und sei es noch so irrational.

Die bloße Erwähnung typischer Meinungstotschlagkeulen wie "Vorurteile" und "Minderheiten" reichen aus, die breite Masse zum Schweigen zu bringen.
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Umfrage: Nationalität mutmaßlicher Täter immer nennen?

#6

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 13. Nov. 2018, 19:59

@loraflora
Absurd ist, dass die Gemeinden, Städte, Bundesländer und der Bund alljährlich die Kriminalstatistiken herausgeben und dort zwischen "Deutsche" und "Nicht-Deutsche" bzw. "Ausländische" Straftäter differenzieren. Warum eigentlich, wenn bei den täglichen Meldungen so ein Geschiss um die Herkunft der Verbrecher gemacht wird? Wird denen Ausländerfeindlichkeit, Hass oder Hetze unterstellt? Nö. Wenn unsereins dann über diese Statistiken diskutiert, wird uns aber genau das vorgeworfen!
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#7

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mi, 14. Nov. 2018, 17:42

Salva hat geschrieben:
Di, 13. Nov. 2018, 19:59
Absurd ist, dass die Gemeinden, Städte, Bundesländer und der Bund alljährlich die Kriminalstatistiken herausgeben und dort zwischen "Deutsche" und "Nicht-Deutsche" bzw. "Ausländische" Straftäter differenzieren.


Vor allem wenn doch klar ist, wie der Begriff "Deutscher" derzeit offiziell definiert wird.
"Deutscher" ist jeder, der einen BRD Ausweis oder Paß besitzt.


Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.


Das bedeutet, wenn die faktische Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten erwähnt wird, könnte unter Umständen auf eine faktische Häufung geschlossen werden.

Wenn also faktisch Verdächtige oder Täter besonders häufig zu bestimmten religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten gehören würden, führte das logischerweise nicht zu Vorurteilen, sondern besten- oder schlechtestenfalls zur Bestätigung solcher, also zur Erkenntnisgewinnung von Fakten statt Vorurteilen, und aus diesem Grund hat die Erwähnung zu unterbleiben.

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