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Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

Unterschiedlich motivierte Tötungsdelikte.
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pfiffi
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#31

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 13. Feb. 2015, 16:24

So, jetzt aber zu den Diebstählen (osder "Diebstählen"?)

Urteil p. 193ff

Die darstellung des urteils ist präzise. Es gab die Geldentnahmen, es gab zeitnah Bareinzahlungen auf BTs Privatkonto in etwa der jeweiligen Höhe (dreimal, immer so etwa 1.000.- €). und nachdem BT bei der dritten "Privatentnahme", wie ich sie einmal nennen möchte, am 28.02. beobachtet wurde, hob er das soeben eingezahlte Geld gleich am 2.3. wieder ab und zahlte es, wie vorgesehen, bei der Parkgarage ein.

Die von BT ins Spiel gebrachten Ausrteden - er habe das mit Wissen der Tante gemacht, um Intrigenmaterial gegen den GF zu generieren, dem man die Unterschlagung in die Schuhe schieben wollte - weist das Gericht scharf zurück.

Ich schließe mich dem an. BT hat das Geld entnommen und auf sein eigenes Konto eingezahlt. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Fragt sich nur, ob CB davon wirklicht nichts wusste, wie das Gericht unterstellt. Dazu gleich mehr.

Ganz grtundsätzlih erst einmal: Es ist dieser Punkt, wo auch ich BTs Täterschaft für möglich halte. (Ich habe niemals BT für zweifelsfrei unschuldig gehalten!) Die Studienlüge hat CB ihm verziehen; das Gericht liegt dort einfach falsch; CB wusste sehr wohl Bescheid. Einen Diebstahl aber hätte sie ihm nicht durchgehen lassen.

So weit, so klar. Case closed. BT ermordete seine Tante, weil sie ihn wegen der Diebstähle (nicht wegen der Studienlüge; die Studienlügenthese ist Blödsinn!) enterben wollte.

Jetzt gibts aber ein Problem: Die Daten! Letzter Diebstahl (vom GF bemerkt!): 28.02. Mord: 15.05. Und da zucke ich zusammen. So lange, und CB hat bis Mite Mai nix bemerkt, drohte jetzt aber, zu merken, so dass Holland in Not war und schnell gehandelt werden musste?

Hmmm.

Folgendes Alternativszenario: Geldentnahme erfolgte mit Billigung der tante, die ihm unversteuertes Schwarzgeld zusteckte, es vielleicht mit der Steuer ohnedies nicht so genau nahm (ich spekuliere gerade, bitte!); als der GF den Diebstahl bemerkte, musste diese letzte mit Billigung der Tante erfolgte "Privatentnahme" natürlich rückgängig gemnacht werden. Die Räuberpistole rund um den GF wurde von BT im Verhör erfunden, weil er die Steuersünden seiner Tante (und seine Beteiligung daran) nicht eingestehen wollte.

Das ist Spekulation. ist sie aber so unbegründet?

Variante: BT klaut wirklich ohne Wissen der Tante, die bemerkts, der Charmeur BT kriegt seine Tante aber herum ("Liebe Tante, das war echt blöde von mir, ich wollts zurückzahlen" etcetc) und sie beläßt es bei ein bißchen Schimpfe und Haue ("Du Du Du, unartiger Junge, das machst Du aber nicht noch mal!").

Wie gesagt, die Dauer von zweieinhalb Monaten zwischen letztem Diebstahl und Mord macht mich stutzig.

Aber es ist in der Tat, in meinen Augen, das einzige wirklich tragfähige Indiz gegen BT.

Und was mich sonst noch stutzig macht: BT hatte genug Geld. Er musste nicht zwingend klauen. Wie hoch war noch mal sein Kontostand bei der Festnahme?
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Snoopy
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#32

Ungelesener Beitrag von Snoopy » So, 15. Feb. 2015, 14:57

pfiffi hat geschrieben:Was Spur-Spur betrifft sind wir uns einig, Verunreinigung, KTU-Mitarbeiter, was auch immer. Wattestäbchen eher nicht, weil die DNA-Spur sonst noch woanders aufgefallen wäre.
Ich favorisiere eher die Version "Verunreinigung bei der Herstellung". Es wäre doch auch denkbar, dass dabei nur einige wenige Wattestäbchen kontaminiert wurden?! Und viele dieser Stäbchen werden sicherlich für andere Zwecke eingesetzt als gerade zur DNA-Analyse - bei denen wird also eine Verunreinigung gar nicht auffallen.
Für die Annahme mit dem KTUler wäre ja Voraussetzung, dass die Bearbeitung bei der Probenahme/Analyse von demselben Mitarbeiter durchgeführt wurde. Und das wäre leicht nachzuprüfen gewesen. Ich kann mir kaum denken, dass da nicht sehr genau nachgeforscht wurde... so ein Zusammenhang wäre also meiner Meinung nach bekannt geworden, hätte es ihn gegeben.
pfiffi hat geschrieben:Die bei BT gefundenen Zeitungen haben den 'falschen' Lokalteil, können also eigentlich nicht die besagten von der Tür der Tante sein...aber macht nix, dann wars halt ein Packfehler.
pfiffi hat geschrieben:Auf den Zeitungen fanden sich nicht die Spuren, die zu erwarten gewesen wären (keine Fingerabdrücke, kein DNA, der Mitarbeiter, die die Tüte für CB gepackt haben). Tenor Urteil: Dann waren das halt schlechte Spurengeber...
Wurden diese Umstände denn wirklich nicht näher überprüft? Woher stammten diese Zeitungen? Man hätte doch sicherlich den Lieferweg zurückverfolgen und feststellen können, ob da bei einem ganzen Stapel so ein ominöser "Packfehler" vorlag. Ansonsten... diesen Fehler einfach "anzunehmen", und dann auch just nur bei dem relevanten Exemplar... das ist ja haarsträubend :shock: !
Genauso mit dem angeblich schlechten Spurengeber. Hätte man diese Person 20mal eine Zeitung von A nach B tragen lassen und geschaut, an wie vielen der Zeitungen seine DNA zu finden ist... DANN hätte man zumindest eine grobe Einschätzung seiner Spurengebereigenschaften vornehmen können. Aber es einfach so "anzunehmen", weil es passt???
pfiffi hat geschrieben:Für mich eine der monströsesten Absurditäten des Urteils. So bekomme ich natürlich jeden verurteilt.
Stimmt absolut. Ich weiß schon, warum ich so um das Urteil "herumschleiche" und es eigentlich gar nicht lesen mag. Das hat nur zum Teil damit zu tun, dass es nicht herunterladbar ist. Zum anderen Teil befürchte ich mindestens ein Magengeschwür nach Lesen dieser Lektüre... :evil:
pfiffi hat geschrieben:Geld/500 Euro Scheine - Wittig hat einen Zeugen gefunden, der aussagte, CB habe mal geäußert, sie wolle dem Bence Geld für ein neues Fahrrad spendieren, "der sei so fett geworden". Es spricht nichts dagegen, dass dieses Geld ihm von seiner Tante ganz legal geschenkt worden ist.
An diesen Geldscheinen sollen aber Spuren von C.B. gefunden worden sein, oder? Ich meine, die Berichterstattung war in diesem Punkt ziemlich unklar, es war mal die Rede von "DNA", und dann wieder von "Blut". Würde Letzteres zutreffen, fände ich das natürlich schon etwas seltsam, muss ich sagen...
pfiffi hat geschrieben:Augsburg-Fahrt: Beweise (Tatwerkzeug oä) wurden nicht gefunden. Allenfalls zu erwartende, von der Tat beschmutzte Kleidung wurde nicht gefunden. Was die Augsburgfahrt beweisen soll erhellt sich mir nicht.
Stimmt schon, einen richtigen Beweis sehe ich darin auch nicht. Allerdings finde ich diese auf halbem Weg abgebrochene Fahrt eben doch ziemlich merkwürdig und unverständlich. Auch wenn nichts gefunden wurde... es wäre natürlich eine ideale Gelegenheit gewesen, die Tatwaffe und verschmutzte Kleidung zu entsorgen.
pfiffi hat geschrieben:Ein weiteres Problem: Im Urteil p. 143ff wird erklärt, dass Spuren BTs "ausschließlich" (wortwörtlich so gesagt) an Objekten mit Tatrelevanz gefunden worden seien. Kunststück. Woanders wurde ja gar nicht gesucht. Die Verteidigung hat dann weitere Untersuchungen veranlaßt...und Überraschung! Natürlich fanden sich auch an nicht tatrelevanten Dingen DNA-Spuren, deren Urheber BT sein kann (Mischspuren).
Beim Umgang mit den DNA-Spuren hatte das Gericht wirklich eine Vorgehens- und Sichtweise, die im Jahr 2008 schon längst überholt hätte sein sollen. Irgendwie haben die die wissenschaftliche und technische Entwicklung der letzten Jahre anscheinend überhaupt nicht mitbekommen (bzw. nicht mitbekommen wollen)!
pfiffi hat geschrieben:Schon wenige Tage nach der Tat verkündete Wilfling im Fernsehen: Raubmord sei auszuschließen, es fehle nichts. Es fehlt sehr wohl, und nicht zu knapp: 10.000 Euro sind unklar, CBs Ehering fehlt. Selbstverständlich ist das Szenario "Raubmord durch einen Gigolo" (CB war einsam und nachweisbar auf der Suche nach Zärtlichkeit für sich) nicht auszuschließen. Ich weiß nicht, wie Wilfling auf diese Idee kommt...
Aus dem Umstand, dass nichts fehlt, zu folgern, dass es kein Raubmord gewesen sein kann, finde ich sowieso nicht schlüssig. Wieso sollte nicht auch ein Räuber oder Dieb in Panik und ohne Beute flüchten, wenn während der Tat etwas schief geht und er dabei ungeplant einen Menschen tötet?

Gegen die Tat eines gänzlich Fremden spricht für mich dagegen eher die unnötige Heftigkeit der Attacke. Das sieht mir wirklich danach aus, als haben sich da sehr starke und persönliche negative Emotionen entladen.

Aber: Irgendwie passt für mich das Verhältnis von C.B. und B.T. nicht besonders gut zu dieser Tat. Auch wenn C.B. launisch und manchmal unausstehlich war, auch wenn B.T. vielleicht einigen "Mist" gebaut hat (Studium abgebrochen, evtl. Geld aus den Automaten "abgezweigt" etc.) und es immer mal wieder heftige Differenzen gab - das war nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite mochten sich die beiden, hatten eine enge Bindung, hatten schon einige Auseinandersetzungen wieder beigelegt, ohne dass es zum Bruch kam... letztendlich kannten und akzeptierten sie gegenseitig ihre Macken, und wussten, was sie aneinander hatten. C.B. kam ursprünglich nicht aus reicher, vornehmer Familie, sie hatte "nur" reich geheiratet... also Bildungsdünkel etc. zeigte sie vielleicht vordergründig, aber ich glaube nicht, dass sie diesen wirklich so stark verinnerlicht hatte. Nach dem, was bekannt ist, leistete B.T. in der Parkgarage gute Arbeit und "schmiss den Laden"... ihr war sicherlich klar, dass er dafür letztendlich kein Studium brauchte, auch wenn ihr das lieber gewesen wäre. Und - sie hatte sonst keine Verwandtschaft, B.T. und seine Famile waren ihr einziger familiärer Rückhalt. Fremden gegenüber war sie ja erst recht zutiefst misstrauisch und witterte an jeder Ecke Betrug... alleine fühlte sie sich aber auch aufgeschmissen und überfordert. Sie hatte also im Grunde gar keine andere Option, als auf die Verwandschaft, sprich ihre Neffen, zu setzen. Ich glaube daher, ein endgültiger Bruch mit B.T. wäre für sie sowohl geschäftlich als auch persönlich/emotional eine ziemliche Katastrophe gewesen. Und das wusste B.T. sicherlich auch. Er wusste, dass sie immer mal wieder explodierte und die wüstesten Drohungen ausstieß. Und er wusste, dass der Sturm sich auch wieder legte und sie schließlich immer wieder einlenkte, weil sie ihn eben doch mochte und brauchte.

Dagegen - andere Personen mochte und brauchte C.B. nicht in dieser Weise. Gegenüber einer Person, mit der sie kein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis verband, hätte sie also ungehemmt und anhaltend richtig "fies" werden können, ohne selbst Verletzung/Verlust fürchten zu müssen. Dagegen gab es sicherlich einige Personen, die einseitig abhängig von C.B. waren und sich von ihr einiges gefallen ließen. Eine solche Person konnte, anders als B.T., bei einem ernsthaften Konflikt nicht erwarten, dass C.B. schon wieder einlenken würde - so dass sich das Gefühl der Machtlosigkeit und Frustration eben in einer massiven physischen Attacke entladen haben könnte.

"Ideal" passend zu einer solchen Konstellation fände ich z.B. einen in Ungnade gefallenen Mitarbeiter, oder einen Liebhaber, dessen C.B. überdrüssig geworden war. Irgendwie kann ich nicht so recht glauben, dass alle diesbezüglich in Frage kommenden Personen ermittelt und ausgeschlossen werden konnten...
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#33

Ungelesener Beitrag von pfiffi » So, 15. Feb. 2015, 15:34

aabsolute Zustimmung, snoopy. Ich selber sagte es auch irgendwo schon (ich glaub im alten Forum): Er war nicht nur von ihr, sondern sie eben auch von ihm abhängig. Ich sagte es mal so: Das war schon eine ungute symbiotische Beziehung, in der BT einmal die Woche versohlt und zweimal die Woche geliebkost wurde, sie küsste und sie schlug ihn, sozusagen. Wenn BT der Täter war, sehe ich eher hier ein Motiv - er wusste, die Parkgarage ist eine Lebensperspektive, wusste aber auch, dass er noch jahrelang zu warten haben würde mit dieser Tante, diesem exaltierten Kontrollfreak mit ständig wechselnden Stimmungen. Durchaus möglich, dass er den Knoten auf gordische Art lösen wollte. Die Studienlügenthese ist nun wirklich sowas von widerlegt, dass man darüber nicht mehr diskutieren muss (der Steuerberater hat kein Belastungsmotiv, und seine Aussage im Ziivilprozess ist eindeutig, zumal es mehrere Aussagen zum Wissen CBs gibt.)

Etwas verwunderlich: In MT stand ein anderer Neffe zur Verfügung, der sogar Wirtschaftswissenschaften studiert und abgeschlossen hat, sie scheint aber Bence bevorzugt zu haben.

Es liegen Berichte vor, wonach sie, wenigstens zeitweillig, auch etwas sehr dem Weine zugesprochen haben soll, will sagen: es konnte schon mal vorkommen, dass sie einen MA weißweinumwölkt am Vormittag zur Sau machte. Etwaige Motivlagen sind nicht abgeklärt worden. Ebenso wenig, wie ihr privates Umfeld. Sie wird ja sexuelle Bedürfnisse gehabt haben und soll auch immer mal wieder Liebschaften gehabt haben...alles nicht wirklich abgeklärt, nachdem man sich nach 2 tagen auf BT als Täter festlegte...

Geldscheine enthielten (Oh Wunder) CBs DNA. Mehr ist nicht sicher. Wenn Blut => Auffindesituation. BT hat sich beim Auffinden übrigens übergeben. Verdammt guter Schauspieler! Muss er tagelang geübt haben...

Ich halte mein Szenario aufrecht: Es war der bis heute nicht ermittelte letzte Besucher, ein Liebhaber/Bettschatz, der ab und an mit ihr schlief, sich aber auch finanzielle Unterstützung erhoffte - das muss gar kein bewusstes Gigolo-Verhältnis gewesen sein. Dem verweigerte sie vielleicht Unterstützung, worauf er sich dachte (ich schätze ihn jünger ein): "Jetzt hab ich Dich alte Kuh gefickt, jetzt will ich aber auch was sehen" etcetc. Ist pure Spekulation. Aber eine realistischere als jene, die das Urteil erdichtet, indem es, sachlich falsch, von der Studienlüge ausgeht.

Auch ohne Kenntnis der Akten betreffs Wideraufnahme halte ich die Zurückweisung der WA für einen Skandal. RA Witting wird ja seinen Fokus ua auf die multiplen Zeugenaussagen gelegt haben, die klarstellten: CB wusste sehr wohl! Und damit fällt das Urteil selbstverständlich undiskutierbar in sich zusammen. da muss man gar kein Jurist sein. Ein bißchen Common sense genügt.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#34

Ungelesener Beitrag von pfiffi » So, 15. Feb. 2015, 15:43

Ergänzend:
http://www.probence.de/unsere-kritik-1/ ... ittlungen/

Natürlich ist die Seite Partei. Aber die Fragen sollten die Urteilsverteidiger schon beantworten können. da das Urteil ja unwiderleglich richtig ist, sollten sie das mit einem Lächeln innert kürzester Zeit leisten können:
Lückenhafte Ermittlungen

Warum werden nur tatrelevante Gegenstände im Arbeitszimmer auf Bences Spuren hin untersucht, obwohl seine Spuren im ganzen Zimmer gleich verteilt zu finden sein müssten, was ihn entlasten würde?
Warum werden erst im Juni 2007 Charlotte Böhringers letzte Tage genauer rekonstruiert?
Warum werden die Zigarettenkippen im Ascher der Tatwohnung erst auf Betreiben der Verteidigung im Jahr 2007 ausgewertet?
Warum wurde der Verbleib von 10.000 € nicht geklärt, die Charlotte Böhringer kurz vor der Tat abgehoben hat?
Warum wurde nicht nach dem Verbleib des Eherings von Charlotte Böhringer geforscht, der verschwunden ist?



Einseitige Ermittlungen

Wieso versuchen die Beamten erst, Charlotte Böhringers Mobilbox auszuwerten, als die Daten darauf bereits gelöscht werden?
Warum werden die Kontakte aus Charlotte Böhringers Telefonbuch erst im Mai 2007 überprüft?
Warum werden die Alibis von Personen aus Charlotte Böhringers direktem Umfeld erst nach mehreren Monaten überprüft?
Wieso begnügt man sich damit, männliche Bekannte Charlotte Böhringers telefonisch zu befragen, ob sie in der Wohnung waren?
Warum werden Visitenkarten aus der Wohnung Böhringer erst am 11.05.2007 überprüft?
Warum werden die Verbindungsdaten von Charlotte Böhringers Mobiltelefon erst am 11.05.2007 ausgewertet?
Warum werden Charlotte Böhringers Ex-Ehemänner nicht vernommen?
Warum werden Charlotte Böhringers Stiefkinder nicht vernommen?
Warum wird nicht versucht, einen schwedischen Mann zu identifizieren, mit dem Charlotte Böhringer ein Verhältnis gehabt haben soll?
Warum wird der Schweizer Arzt, mit dem Charlotte Böhringer eine Affäre hatte, erst im Mai 2007 ermittelt?
Warum wird nicht versucht zu klären, wem die unbekannte Herrenbekleidung in Charlotte Böhringers Wohnung gehört?
Warum wurden nicht alle Haarspuren aus der Tatortwohnung untersucht?
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#35

Ungelesener Beitrag von Snoopy » Mo, 16. Feb. 2015, 14:06

pfiffi hat geschrieben:Das war schon eine ungute symbiotische Beziehung, in der BT einmal die Woche versohlt und zweimal die Woche geliebkost wurde, sie küsste und sie schlug ihn, sozusagen. Wenn BT der Täter war, sehe ich eher hier ein Motiv - er wusste, die Parkgarage ist eine Lebensperspektive, wusste aber auch, dass er noch jahrelang zu warten haben würde mit dieser Tante, diesem exaltierten Kontrollfreak mit ständig wechselnden Stimmungen. Durchaus möglich, dass er den Knoten auf gordische Art lösen wollte.
Hmmm... ja, vielleicht möglich. Aber irgendwie sehe ich in dieser Tat eher ein spontanes Ausrasten. Ich kann mir dahinter einfach keine längerfristige Planung (wobei "längerfristig" evtl. auch nur ein paar Stunden wären) eines so "normalen" Menschen wie B.T. vorstellen. Er soll 30 Jahre lang friedfertig und gewaltlos durchs Leben gewandelt sein, und plötzlich beschließt er mal eben, seine Tante niederzumetzeln, um auf bequemem Weg an ihr Vermögen zu kommen?

Ich sehe gar nicht, dass er so sehr "in die Ecke gedrängt" gewesen wäre. Er hätte auch ohne Jurastudium und ohne Support von der Tante gut zurecht kommen können. Er war ja überhaupt nicht "abgehoben", er hatte sich nicht mit Leuten umgeben, in deren Gesellschaft man nur mit viel Geld was gilt, er hatte sich nicht auf Geschäfte oder Spekulationen eingelassen, für die er dringend Geld brauchte - gar nix. Ganz im Gegenteil, er hatte einen ganz normalen Freundeskreis, der sich überhaupt nicht nur aus "Karrieristen" zusammensetzte, und eine sympathische, bodenständige Freundin, die bereits genug Geld verdiente, um ihn im Notfall auch mal eine Weile mitfinanzieren zu können, und die ihm immer wieder signalisierte, dass sie den Studienabbruch ohnehin schon erahnte und das völlig in Ordnung für sie wäre. Seine Eltern sind keine Akademiker und wirken auch nicht so, als hätten sie sonst was für eine Leistung oder Karriere von ihm erwartet. Und B.T. war kein Faulenzer oder Schmarotzer, der dazu neigte, sich vor Arbeit zu drücken.

Unter solchen Umständen ist es zwar unangenehm und peinlich, bezüglich des abgebrochenen Studiums Farbe bekennen zu müssen... gerade wenn man schon vorgegeben hat, Prüfungen bestanden zu haben - klar. Und es ist natürlich nicht gerade einfach und komfortabel, evtl. nochmal einen ganz neuen Weg einschlagen zu müssen, falls die angedachte Parkgaragenübernahme nicht klappen sollte, weil es sich einfach als zu schwierig erwies, dauerhaft mit C.B. klarzukommen. Sicher. ABER durchaus möglich und machbar. Wählt man also stattdessen als normaler und geistig gesunder Mensch ganz leichthin und kaltblütig so einen unfassbaren Weg, die eigene Tante zu erschlagen, wenn man doch Alternativen hat?

Dazu kommt noch, dass ich sicher annehme, B.T. wäre sich sowohl des Risikos, dass bei der Tat etwas schiefgeht und die Tante flüchten oder Hilfe rufen kann, als auch des Risikos, dass ihm der Mord nachgewiesen werden kann, incl. der entsprechenden katastrophalen Konsequenzen sehr bewusst gewesen. Geht man so eine Gefahr bewusst ein, wenn man doch durchaus einigermaßen akzeptable Alternativen hat?

Und auch die emotionale Bindung und Sympathie, die trotz aller Differenzen zwischen B.T. und C.B. bestand, lässt mich daran zweifeln, dass er den Mord an ihr so kühl kalkuliert geplant und ausgeführt haben soll.

Nein, ich glaube, wenn es B.T. war, dann geschah die Tat eher im Affekt, infolge einer ganz akuten, tiefgreifenden Verletzung oder Frustration, sozusagen als Kurzschlusshandlung. Aber nicht infolge eines längerfristig gefassten Plans.

Bei anderen Personen aus C.B.s Umfeld würde ich grundsätzlich auch ein solches plötzliches Ausrasten für wahrscheinlicher halten... aber je nach Persönlichkeit und Vorgeschichte dieser Person und je nachdem, ob sie von C.B. vielleicht wirklich in eine ganz bedrohliche, ausweglose Situation gebracht worden war, wäre wohl auch ein gezieltes Auflauern und Ermorden denkbar. Eher denkbar als bei B.T. zumindest, finde ich.

Ich frage mich dabei auch immer, warum vom Gericht anscheinend sicher angenommen wurde, dass der Täter vor der Tür gewartet haben muss. Was spricht dagegen, dass er bereits in der Wohnung war, und der Angriff dann erfolgte, als er ging (evtl. von C.B. "hinausgeworfen" wurde)?

Überhaupt nicht ausschließen würde ich nach meinem bisherigen Kenntnisstand übrigens auch, dass die Tat von einem völlig Fremden ohne irgendeine Beziehung zu C.B. begangen wurde, der sie einfach beklauen oder ausrauben wollte. Jemand der nichts zu verlieren hat, mit krimineller Vergangenheit, mit einer gewalttätigen Biographie, vorbestraft, mit der Aussicht auf eine langjährige Haftstrafe, wenn er erwischt würde, mit psychopathischen Zügen, mit sadistischer Neigung, unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, unter Entzugserscheinungen... whatever - klar, da wäre die Hemmschwelle, jemanden zu erschlagen, der einem im Weg ist, wesentlich geringer, bzw. es könnte von Anfang an Teil des Plans gewesen sein. Aber das scheint vom Gericht ja wohl auch ausgeschlossen worden zu sein - warum eigentlich?
pfiffi hat geschrieben:Geldscheine enthielten (Oh Wunder) CBs DNA. Mehr ist nicht sicher. Wenn Blut => Auffindesituation.
Ach ja, ich glaube es war so: DNA von C.B. (narürlich nicht weiter verwunderlich), und Blut, dessen Herkunft man nicht näher bestimmen konnte. Letzteres finde ich schon komisch. Wie oft wird man wohl an einem 500 € Schein Blut finden? Der geht doch nicht durch so viele Hände wie ein kleinerer Schein. Und Auffindesituation? Die Scheine sollen ja relativ gut "versteckt" in einem Extrafach der Geldbörse gewesen sein, soweit ich mich erinnere. Da ist es doch wenig wahrscheinlich, dass gerade und ausschließlich daran Blut zu finden ist. Die restliche Geldbörse ist ja wahrscheinlich auch untersucht worden? Obwohl, naja - wer weiß... :| :?
pfiffi hat geschrieben:BT hat sich beim Auffinden übrigens übergeben. Verdammt guter Schauspieler! Muss er tagelang geübt haben...
Ja, gut... aber ich könnte mir durchaus (und gerade bei einer Affekttat) vorstellen, dass einem Täter im wahrsten Sinne des Wortes kotzübel werden kann, wenn er bei klarem Verstand nochmal so eindrücklich sieht, was er angerichtet hat...
pfiffi hat geschrieben:Auch ohne Kenntnis der Akten betreffs Wideraufnahme halte ich die Zurückweisung der WA für einen Skandal. RA Witting wird ja seinen Fokus ua auf die multiplen Zeugenaussagen gelegt haben, die klarstellten: CB wusste sehr wohl! Und damit fällt das Urteil selbstverständlich undiskutierbar in sich zusammen. da muss man gar kein Jurist sein. Ein bißchen Common sense genügt.
Stimmt - "Motiv" müsste mittlerweile stark angezweifelt werden, und "nur tatbezogene DNA" wohl auch. Was sonst noch (schade, dass man den WA-Antrag nicht kennt)? Und was bliebe dann noch an belastenden Umständen?

Das Kriterium ist ja die Eignung der neuen Beweismittel, um ein anderes als das ursprüngliche Urteil zu begründen. Die sehe ich hier allerdings auch gegeben. Aber trotzdem, dass die Wiederaufnahme erstmal abgeleht wurde, hatte ich regelrecht erwartet, alles andere wäre eine Sensation gewesen. Und ob man vom OLG München, an dem der Richter von 2008 ja inzwischen auch tätig ist, was anderes als "Abblocken" zu erwarten hat? Na da bin ich skeptisch. Aber hoffentlich irre ich mich!!!

Wenn nicht, blieben wohl nur noch weitergehende Klagen, nehme ich an (BVG, EGMR) - kompliziert, teuer, langwierig und mit geringen Erfolgsaussichten... :(
pfiffi hat geschrieben:
Lückenhafte Ermittlungen

Warum werden nur tatrelevante Gegenstände im Arbeitszimmer auf Bences Spuren hin untersucht, obwohl seine Spuren im ganzen Zimmer gleich verteilt zu finden sein müssten, was ihn entlasten würde?
Warum werden erst im Juni 2007 Charlotte Böhringers letzte Tage genauer rekonstruiert?
Warum werden die Zigarettenkippen im Ascher der Tatwohnung erst auf Betreiben der Verteidigung im Jahr 2007 ausgewertet?
Warum wurde der Verbleib von 10.000 € nicht geklärt, die Charlotte Böhringer kurz vor der Tat abgehoben hat?
Warum wurde nicht nach dem Verbleib des Eherings von Charlotte Böhringer geforscht, der verschwunden ist?

Einseitige Ermittlungen

Wieso versuchen die Beamten erst, Charlotte Böhringers Mobilbox auszuwerten, als die Daten darauf bereits gelöscht werden?
Warum werden die Kontakte aus Charlotte Böhringers Telefonbuch erst im Mai 2007 überprüft?
Warum werden die Alibis von Personen aus Charlotte Böhringers direktem Umfeld erst nach mehreren Monaten überprüft?
Wieso begnügt man sich damit, männliche Bekannte Charlotte Böhringers telefonisch zu befragen, ob sie in der Wohnung waren?
Warum werden Visitenkarten aus der Wohnung Böhringer erst am 11.05.2007 überprüft?
Warum werden die Verbindungsdaten von Charlotte Böhringers Mobiltelefon erst am 11.05.2007 ausgewertet?
Warum werden Charlotte Böhringers Ex-Ehemänner nicht vernommen?
Warum werden Charlotte Böhringers Stiefkinder nicht vernommen?
Warum wird nicht versucht, einen schwedischen Mann zu identifizieren, mit dem Charlotte Böhringer ein Verhältnis gehabt haben soll?
Warum wird der Schweizer Arzt, mit dem Charlotte Böhringer eine Affäre hatte, erst im Mai 2007 ermittelt?
Warum wird nicht versucht zu klären, wem die unbekannte Herrenbekleidung in Charlotte Böhringers Wohnung gehört?
Warum wurden nicht alle Haarspuren aus der Tatortwohnung untersucht?
:shock: :shock: :shock:

Wenn das alles (oder auch nur ein Teil) so stimmt... Mann Mann Mann.

WIEDERAUFNAHME DES VERFAHRENS, BITTE!!!
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#36

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Mo, 16. Feb. 2015, 16:37

Hallo Snoopy

mir ging es darum, ein Szenario zu finden, wo ein Mord durch BT überhaupt ansatzweise plausibel wird. Dieser Frust kann ja auch sehr plötzlich hochgekommen sein - wieder einmal hat sie ihn nach der letzten Versöhnung angeraunzt...wieder einmal binnen kürzestem "Lieber Bence" und dann Eckestehen und Hinternvoll...wieder einmal Bussi-Bussi und ich-bin-die-mit-dem-Geld-ich-mach-hier-die-Durchsage kurz hintereinander...und das war dann das eine Mal zuviel und er rastete aus. Oder so ähnlich. Das ist das einzige Szenario "BT als Täter", das ich mir überhaupt vorstellen kann. Siehe auch CBs Unverschämtheiten gegen seine Verlobte. Das war ja schon ne heftige Nummer, wie brutal Frauke Schr. von ihr abgelehnt wurde. Die war schon strange, die Dame. Muss man so sagen.

Die Abwesenheit einer Neigung zur Gewalt bei ihm, der offenbare Irrsinn einer solchen Tat, das Vorliegen von Alternativen - das allers hast Du stringent dargetan.

Ein Tathergang so, wie das Urteil ihn erdichtet hat, ist jedenfalls offenbarer Unfug. Und ich glaube eigentlich nicht, dass er es war. Wenn er es jedoch war, dann m.E. in etwa so wie von mir entwickelt.

Junkie auf Geldtour hate ich auch mal spekuliert. Warum nicht? Könnte, über ein, zwei Ecken, von einem Mitarbeiter davon gehört haben, da oben wohne relativ einsam und ohne großes Sicherheitskonzept ne reiche Frau...der fehlende Ehering wäre ein Indiz dafür. Ich präferriere aber immer noch den Quasi-Gigolo. Kann auch ein Anwalt, ein Arzt gewesen sein, der sich mit seiner Praxis übernommen hat, von CB eine kleine Finanzspritze erhoffte und die nicht bekam. Würde ein anderer Mitarbeiter, der sich für die schlechte Behandlungh rächen will, den Ehering mitgehen lassen? (Und würde BT es tun, wo er doch sowieso nach erfolgreicher Tat erbt?)
:shock: :shock: :shock:

Wenn das alles (oder auch nur ein Teil) so stimmt... Mann Mann Mann.

WIEDERAUFNAHME DES VERFAHRENS, BITTE!!!
Ja, ist heftig. Lies Dich mal in Doppelmord Babenhausen ein, da wirds noch heftiger, noch absurder.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#37

Ungelesener Beitrag von Snoopy » Di, 17. Feb. 2015, 21:46

pfiffi hat geschrieben:mir ging es darum, ein Szenario zu finden, wo ein Mord durch BT überhaupt ansatzweise plausibel wird. Dieser Frust kann ja auch sehr plötzlich hochgekommen sein - wieder einmal hat sie ihn nach der letzten Versöhnung angeraunzt...wieder einmal binnen kürzestem "Lieber Bence" und dann Eckestehen und Hinternvoll...wieder einmal Bussi-Bussi und ich-bin-die-mit-dem-Geld-ich-mach-hier-die-Durchsage kurz hintereinander...und das war dann das eine Mal zuviel und er rastete aus. Oder so ähnlich. Das ist das einzige Szenario "BT als Täter", das ich mir überhaupt vorstellen kann.
Dann meinst du aber auch eher eine "Kurzschlusshandlung", oder? Wenn ja, sind wir uns absolut einig... dann hatte ich deine Formulierung mit dem gordischen Knoten missverstanden ;) !

Ich sehe bei dieser Tat einfach, anders als das Gericht, überhaupt keine Anzeichen für eine Planung, gerade wenn sie von B.T. begangen worden sein soll. Erstens aus den schon genannten Gründen... und zweitens auch einfach aufgrund der Beweislage. Ich kann einfach nicht glauben, dass ein halbwegs intelligenter Mensch (der zudem sogar noch ein paar Semester Jura studiert hat) bei der gezielten Vorbereitung und Durchführung einer solchen Tat derart dilettantisch vorgeht. Schon allein der Tatzeitpunkt - um 19 Uhr ist es Mitte Mai noch taghell, in der Parkgarage und in der Umgebung dürfte reges Treiben geherrscht haben, B.T. war dort bestens bekannt. Er hätte sich ja regelrecht anstrengen müssen, eine noch ungünstigere "Gelegenheit" zu finden, um seine Tante um die Ecke zu bringen...! Und dann soll er die geniale Idee gehabt haben, die Tatwaffe mit rechts zu führen und bei der Tat Handschuhe zu tragen (btw, wie wahrscheinlich ist es dann, dass er dabei seine DNA übertragen hat?)... und ist nicht clever genug, sich für die anschließende Durchsuchung der Wohnung noch Ersatzhandschuhe einzustecken???
pfiffi hat geschrieben:Junkie auf Geldtour hate ich auch mal spekuliert. Warum nicht? Könnte, über ein, zwei Ecken, von einem Mitarbeiter davon gehört haben, da oben wohne relativ einsam und ohne großes Sicherheitskonzept ne reiche Frau...der fehlende Ehering wäre ein Indiz dafür. Ich präferriere aber immer noch den Quasi-Gigolo. Kann auch ein Anwalt, ein Arzt gewesen sein, der sich mit seiner Praxis übernommen hat, von CB eine kleine Finanzspritze erhoffte und die nicht bekam. Würde ein anderer Mitarbeiter, der sich für die schlechte Behandlungh rächen will, den Ehering mitgehen lassen? (Und würde BT es tun, wo er doch sowieso nach erfolgreicher Tat erbt?)
Ja, so ein abservierter Liebhaber würde natürlich auch gut passen, gar keine Frage. Allerdings fällt es mir doch irgendwie schwer, noch schwerwiegendere und umfangreichere Fehler und Versäumnisse bei den Ermittlungen zu vermuten, als ja offensichtlich schon vorliegen. Darum denke ich mir halt... wenn tatsächlich überhaupt keine halbwegs konkreten Verdachtsmomente gegen eventuelle aktuelle Lover (oder auch andere Personen aus C.B.s Umfeld) zu finden waren, bzw. diese als Täter ausgeschlossen werden konnten, dann war's eben vielleicht doch schlicht und ergreifend eine völlig fremde Person. Aber vielleicht bin ich da ja auch zu optimistisch, und Ermittler und Gericht haben wirklich konsequent alles, was nicht zu B.T. als Täter passte, links liegen lassen...
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#38

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Di, 17. Feb. 2015, 23:19

Snoopy hat geschrieben: Ja, so ein abservierter Liebhaber würde natürlich auch gut passen, gar keine Frage. Allerdings fällt es mir doch irgendwie schwer, noch schwerwiegendere und umfangreichere Fehler und Versäumnisse bei den Ermittlungen zu vermuten, als ja offensichtlich schon vorliegen. Darum denke ich mir halt... wenn tatsächlich überhaupt keine halbwegs konkreten Verdachtsmomente gegen eventuelle aktuelle Lover (oder auch andere Personen aus C.B.s Umfeld) zu finden waren, bzw. diese als Täter ausgeschlossen werden konnten, dann war's eben vielleicht doch schlicht und ergreifend eine völlig fremde Person. Aber vielleicht bin ich da ja auch zu optimistisch, und Ermittler und Gericht haben wirklich konsequent alles, was nicht zu B.T. als Täter passte, links liegen lassen...
Mir fällt es nicht schwer. Nach 2 Tagen (!!!) Ermittlung, als noch nichts klar war, gar nichts, als das Umfeld CBs noch nicht aufgeklärt war (siehe die oben zitierte Frageliste), verkündet "Mr. 100%" (dass ich nicht lache! Mit schönem Gruß vom NSU sowie von Günther Kaufmann!) frech in die Fernsehkameras quasi schon die Lösung! Ich schließe da gar nichts aus.

Es kommt noch was hinzu: CB hatte Kontakte in die Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft bis hin zu, wenn ich es recht in Erinnerung hab, Peter Gauweiler (nein! Peter Gauweiler selber gehört nicht zu den Verdächtigen, ich will es verraten!) Jetzt haste als Ermittler in dem sehr speziellen Münchner Umfeld die Möglichkeit, Dich mit diesen selbsternannt "Wichtigen" anzulegen...oder einen studienabbrechenden Hallodri zu präsentieren. ich unterstelle keine bewusste Entscheidung, das nicht, unterstelle keinen Vorsatz. Aber natürlich war BT als Täter in diesem Umkreis der "angenehmste" Täter. Muss man einfach so sagen. Wir wären naiv, wenn wir diesen Aspekt gänzlich außer Acht ließen.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#39

Ungelesener Beitrag von Snoopy » Mi, 18. Feb. 2015, 18:56

pfiffi hat geschrieben:Ich schließe da gar nichts aus.
Nee, ausschließen kann man sicher nichts! Aber als Basis ("Nullhypothese" oder "in dubio pro reo" sozusagen :) ) versuche ich grundsätzlich schon erst mal anzunehmen, dass jeder seine Arbeit einigermaßen ordentlich erledigt hat. Und nur wenn sich so viele überzeugende Gegenargumente finden lassen, dass diese Annahme nicht mehr haltbar ist, verwerfe ich sie. Wobei man aber die Gegenargumente natürlich auch genauestens unter die Lupe nehmen muss. Man darf nicht vergessen, dass es für die "Gegenpartei" aus verschiedensten Gründen ja auch schwierig ist, die Vorgänge objektiv zu bewerten.

Außerdem finde ich, muss man aufpassen, nicht gleich alles als voreingenommen, einseitig oder lückenhaft abzutun, weil sich solche Mängel bei einzelnen Umständen zeigen. Zu letzteren schreibe ich später vielleicht noch was...

Jedenfalls ist der Komplex "Alternativtäter" für mich bisher relativ unklar. Ich überblicke überhaupt noch nicht, welche Anhaltspunkte es diesbezüglich gab, und welche Ermittlungen durchgeführt oder unterlassen wurden...
pfiffi hat geschrieben:Es kommt noch was hinzu: CB hatte Kontakte in die Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft bis hin zu, wenn ich es recht in Erinnerung hab, Peter Gauweiler (nein! Peter Gauweiler selber gehört nicht zu den Verdächtigen, ich will es verraten!) Jetzt haste als Ermittler in dem sehr speziellen Münchner Umfeld die Möglichkeit, Dich mit diesen selbsternannt "Wichtigen" anzulegen...oder einen studienabbrechenden Hallodri zu präsentieren. ich unterstelle keine bewusste Entscheidung, das nicht, unterstelle keinen Vorsatz. Aber natürlich war BT als Täter in diesem Umkreis der "angenehmste" Täter. Muss man einfach so sagen. Wir wären naiv, wenn wir diesen Aspekt gänzlich außer Acht ließen.
Ja, stimmt, diese Umstände waren sicherlich nicht günstig für B.T. Ähnlich wie bei Harry W., bei dem die anderen hauptsächlich in Frage kommenden Tatverdächtigen ausgerechnet Polizisten waren :? !
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#40

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Do, 19. Feb. 2015, 06:35

Normalerweise sympathisch, diese Zurückhaltung. Wer nach zwei Tagen jedoch öffentlich quasi case closed verkündet, muss sich Misstrauen gefallen lassen.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#41

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Do, 23. Apr. 2015, 23:53

CoFC hat geschrieben:Im Zivilverfahren hat BT ja ausgesagt. Gibt es irgendwo Informationen, zu welchen Fragen bzw. was er äusserte?

Erst einmal willkommen.

Guckstu: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/par ... -1.1266119
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#42

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 00:04

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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#43

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 07:53

Hallo


er hat sich dort geäußert. Links oben bei snoopy.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#44

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 12:35

CoFC hat geschrieben:Also ich hab' bei snoopy jetzt lediglich "Meine Tante wusste bescheid" geseh'n. Also ne' Aussage zum Motiv.

Aber was ist mit den "einfachen" Dingen. Aussage zu den 5x 500'er Scheinen? Aussage zu den 3 Zeitungen? Wenn da mal was von BT gekommen wäre, müsste das Gericht sich nicht irgendwelche Packfehler, etc. "zurechtkonstruieren".
ich war bei dem Zivilprozesss nicht dabei und weiß nicht, wie weit umfänglich er sich dort geäußert hat. jedenfalls hat er sich dort geäußert.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#45

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 17:21

CoFC hat geschrieben:Nun gut, letztendlich wird nichts weltbewegendes zum Vorschein gekommen sein. Ansonsten hätte RA Witting dies sicher in seinen Revisions-Unterlagen erwähnt. Dort lässt er die Indizien aber lieber nachfragend oder als „zu beweisen" im Raum stehen, als „einfache“ Antworten zu liefern.

Mitnichten ist übrigens davon auszugehen, dass der Zivilprozess zu Gunsten BT’s ausgegangen wäre. Dies ist eher eine Ableitung der BI, basierend auf 2-3 Feststellungen.
Du hast Zugriff auf den Revisionsantrag? hab ich was verpasst? Wo steht der?

lG

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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#46

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 17:24

ergänzend

@CoFC immerhin wurde im Revisionsprozess (edit: Quatsch! Zivilprozess!) klar, dass die Aussage des Steuerberaters im Urteil falsch wiedergegen/falsch verstanden wurde. Für jeden billig denkenden Laien ein absoluter Revisionsgrund (falsche Tatsache), zumal sich das Urteil ja wesentlich auf das konstruierte Motiv stützt. Aber ich habe keine Juristenausbildung, ich habe bloß Logik-Scheine gemacht; ich muss das nicht verstehen...
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#47

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 21:15

Hallo, Fehler meinerseits, jetzt bin ich aufm Dampfer. Ja, es ist der Sachrügenteil der Revision.

Der (die) war aber wg Frist vor dem Zivilprozess. Deswegen dort der Konjunktiv.

Ich läse gerne den WA-Antrag (den meinte ich, wie gesagt: Mein Fehler). Dort wird Witting dann ja mit den neuen Erkenntnisssen aus dem Zivilprozess operiert haben. Im Sommer davor konnte er in der Tat nur 'vermuten'. Dann aber wusste er: Motiv ist erschüttert. Inzwischen gibt es weitere Zeugenaussagebn, die belegen: CB wusste! Und natürlich ist damit - jedenfalls für Logiker und Argumentationsthoretiker - das gesamte Urteil hinfällig, weil es sich argumentativ ja sehr wesentlich auf dieses Motiv stützt. Wie ich mehrfach, vielfach schon anmerkte: ich führe hier einen außerjuristischen Diskurs, für mich geht es um die Frage: War er es denn nun wirklich, resp. kann man das entsprechend den Standards rationalen Argumentierens den vorliegenden Daten, Fakten, Indizien entnehmen, ja oder nein?

BT kann es dennoch gewesen sein - dann aber dürfte der Tatverlauf völlig anders ausgesehen haben. Ggfls sogar 'bloß' Totschlag im Affekt.

Für mich ist (der Steuerberater und die anderen Zeugen haben keinerlei Motiv, falsch auszusagen) das Motiv so, wie das Gericht es festgestellt haben will, final erschüttert. Blödsinn... es ist widerlegt, punkt. Und es genügt hier nicht - jedenfalls nicht, wenn man rational argumentieren will -, einfach zu sagen "für mich nicht". Da muss man dann schon auf die Zeugenaussagen eingehen, die nicht etwa andeutungsweise, sondern sehr eindeutig gesagt haben: Nee, so war es nicht! CB wusste. Punkt.

Die Beweiswürdigung muss übrigens ebenfalls diesen Standards der Rationalität genügen (wär ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre). Ich verstehe die Zurückweisung der WA nicht. Einen ergebnisoffenen neuen Prozess (er kann es ja gewesen sein...) sind wir ihm, uns und dem Rechtsstaat einfach schuldig.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#48

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 22:39

@CoFC (wenn ich direkt zitiere, spinnt die Forensofteare, deswegen indirekt, @salva, PN hierzu wird kommen)

a) wenn Dir der Steuerberater "reicht", soll er mir auch reichen: damit ist das Motiv so, wie es das Urteil in erfrischender und schwungvoller Eindeutigkeit behauptet, final widerlegt, Punkt. Somit: Ergebnisoffene WA. Und zwar eine echt ergebnisoffene WA, also auch eine, die mit erneutem Schuldspruch enden kann. (Derzeitige Rechtsrealität: Wenn WA, dann fast sicher Freispruch...weil die Hürden zu hoch sind...)

b) Um es klar zu sagen: Die Zeugen aus der Bussi-Bussi-Gesellschaft waren zum in-der-Pfeife-rauchen. Dieser feinkostkäfer da (in Wahrheit heißt er wohl etwas anders) war ne echte Krachnummer: Mal Hü. mal hott. Wie BT im Zivilprozess sagte: "Wegen so einem Schmarrn sitze ich"

c) das alles ist in der Tat kein Beweis für seine Unschuld. Mein Durchdenken der Variante "BT schuldig" fokussierte sich auf - erstens - die Automatendiebstähle. Wenn die zeitnah vor der Tat erfolgt wären, hätte ich auch gesagt: Oha! So aber habe ich deutliche Zweifel (Argumente weiter oben im Thread). Und zweitens, viel massiver, auf ihr inneres Verhältnis zueinander. Als Studienabbrecher waren ihm bestimmte berufliche Möglichkeiten verschlossen. Zumindest subjektiv könnte dort - zumal er seinen Studienabbruch ja verbarg - sich ein Gefühl der Ausweglosigkeit hergestellt haben (obwohl das objektiv gar nicht stimmte). Motto: "ich bin jetzt auf gedeih und Verderb auf Tantchen angewiesen, sie bietet mir zwar Gold, aber das ist das Gold eines goldenen Käfigs. Andererseits will ich "meiner Frauke" etwas bieten. Einfach kellnern und sich als kellnernder Zweitverdiener einer Akademikerin durchs Leben schlagen - bäh! Und Tantchen ist ja verantwortlich dafür, die hat mir ja meine besten Jahre genommen wg dieses scheiss Jura-Studiums undsoweiter... Und neulich hat sie mich schon wieder vorgeführt." Undsoweiter... Und jetzt laß es mal an der Tür zu irgend einem Streit gekommen sein. Und peng! knallen ihm die Sicherungen durch. Totschlag. Das könnte ich mir vorstellen.

Einen eiskalt durchgezockten Mord aber nicht.
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Re: Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#49

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Fr, 24. Apr. 2015, 23:00

Ein bißchen Laienfallanalyse bitte:

Warum im Eingangsbereich?

BT hatte "Zugriff" auf CB. Selbst wenn sie ihm gerade (mal wieder, sozusagen) Hausverbot erteilt hat/hätte...er hätte sich bei seiner unstreitigen rhetorische Begabung immer Zutritt verschaffen können. ("Tantchen, ich studier wieder! Laß mich doch mal rein!" oder so)

Der massive Angriff im Eingangsbereich spricht vielleicht doch für die Variante "unbekannter Intruder"?

Wenn Kontakt Täter-Opfer vorher da war, spricht der Angriff im Eingangsbereich mE jedenfalls massiv gegen eine geplante Tat. Eine geplante Tat hätte man in der Wohnung duchgeführt. Kehlschnitt von hinten oä. Wenn der Täter enttäuschter Liebhaber/BT war dann lief es eher so ab: Täter (BT oder ein Liebhaber) sind bei CB. Er wird verabschiedet. Er ist wütend, irgend etwas hat nicht geklappt (Bitte um Geld oder so etwas). Er klingelt noch mal, ist richtig wütend. Und legt nach Öffnen los. Aber einen gepanten Mord führt ein Täter, der dem Opfer nahe steht, ganz anders aus.
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Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#50

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 5. Nov. 2015, 07:37

Liebes-Aus beim Parkhausmörder
... und ein PR-Profi will den Fall für Bence Toth neu aufrollen lassen

Bild nicht mehr vorhanden
40,Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Bence Toth mit seiner Verlobten. Sie waren seit der Schulzeit zusammen

Ihre Liebe schien unerschütterlich: Jahrelang stand Frauke S. an der Seite des verurteilten Parkhausmörders Bence Toth (40). Sie kämpfte mit der Familie um ein neues Verfahren für ihren Verlobten – vergeblich.
Bence Toth sitzt seit Mai 2006 hinter Gittern, weil er seine Tante, die Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer, erschlagen haben soll.
Er bestreitet das bis heute. Immer wieder kamen Zweifel am Urteil auf. Aber alle Versuche, den Schuldspruch anzufechten, scheiterten.
Bild nicht mehr vorhanden
60,Das Opfer: Charlotte Böhringer wurde mit 24 Schlägen getötet
Jetzt soll ein PR-Profi der Familie helfen: Terry Swartzberg (62), in München bekannt als Befürworter von Stolpersteinen, ist überzeugt von Bences Unschuld. Er lud am Mittwoch zur Pressekonferenz an den Tatort. Bislang hatte auch Frauke S. öffentlich für ihren Verlobten gesprochen. Jetzt nicht mehr.
Bild nicht mehr vorhanden
40,Terry Swartzberg ist jetzt PR-Berater der Familie Toth
Für die Familie ist das Thema abgeschlossen. Sie kämpfen weiter für Bence, der mittlerweile ein Buch schreibt. Das entspricht der Taktik von Terry Swartzberg: Öffentlichkeit erzeugen.

Doch im Kampf mit der Justiz bleibt nur noch eine Chance: neue Beweise. Anwalt Peter Witting, der Bence Toth von Anfang an begleitet: „Juristisch gesehen haben wir im Moment alles ausgeschöpft.“
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Parkgaragenmord (Mord an Charlotte Böhringer)

#51

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 5. Nov. 2019, 20:35

So, 3. November 2019: Wer erschlug die Münchner Parkhaus-Millionärin?
(Ein Artikel von Dietmar Seher bei T-Online)

Bild
Parkhaus in München: Dort wurde Charlotte Böhringer getötet.
Foto: Michael Westermann/Falk Heller/imago images / T-Online

Mit Dutzenden Schlägen wurde die schwerreiche Charlotte Böhringer 2006 umgebracht. Die Richter verurteilten ihren Neffen. Doch die Familie glaubt an seine Unschuld. Eine DNA-Spur ist besonders mysteriös.
Charlotte Böhringer war reich. Sie lebte zurückgezogen, schien aber stark vernetzt unter den oberen Zehntausend ihrer Stadt. Die 59-Jährige war in kleinen Verhältnissen in Ungarn groß geworden, mit Teilen der Verwandtschaft nach Bayern gezogen, kinderlos. 1995 wurde sie Witwe. Ihr Mann Oskar hatte ihr sein großes Vermögen vererbt.

Ein Herzstück war dabei das Parkhaus in der Baaderstraße nahe dem Isartor in der Münchner City. Eine Goldgrube. Neben dem oberen Parkdeck bewohnte sie ein Penthouse. So beschrieb der "Spiegel" ihre Lebenssituation.

Im Frühjahr 2006 stirbt sie in der Diele ihrer mehrere Hundert Quadratmeter umfassenden Wohnung nach einem brutalen Angriff. Der Tatort gleicht einem Schlachtfeld. Die Umstände der Mordtat sind in Münchens Gesellschaft Gespräch bis heute – und Futter für Gerüchte und Zweifel. War es wirklich das Familiendrama, von dem die Justiz überzeugt ist?

Der Neffe gilt als Täter

Am Nachmittag des 16. Mai 2006 haben die Parkhaus-Angestellten ein ungutes Gefühl. Der letzte Anruf von ihr stammt vom Vortag. Sie verständigen die Familie, Charlotte Böhringers Neffen Mate und Benedikt Toht, den alle Bence nennen. Mate, der am Abend des 15. gegen 19.10 Uhr vergeblich einen Telefonkontakt versucht hatte, fährt zur Wohnung. Aber Charlotte Böhringer öffnet nicht.

Er wählt ihre Nummer vom Flur aus und hört, wie ihr Handy in der Wohnung klingelt. Das macht ihn besorgt. Bence kommt etwas später. Zusammen mit einem Mitarbeiter schließen sie auf. In der Diele liegt die tote Tante in einer großen Blutlache. In ihrem Kopf klaffen mindestens 24 Wunden, geschlagen von einem harten, kantigen Gegenstand. Die alarmierte Polizei trifft ein, wie die juristische Zeitschrift "justament.de" das Geschehen schildert.

Kurz nach dem Schock hat München seine Sensation: Bence wird verhaftet. Fahnder und Staatsanwälte halten ihn für den Täter, weil es in der Wohnung, im durchwühlten Büro und an der Kleidung der Toten, nur so wimmelt von seinen DNA-Spuren und Benedikt Toht kein Alibi für die errechnete Tatzeit hat. Sie rekonstruieren einen Tathergang. Sie glauben, Bence hat Böhringer in der Wohnungstür zurückgedrängt und unmittelbar dahinter, in der Diele, in einem Wutanfall erschlagen. So berichtet auch der "Spiegel".

Urteil basierte auf Indizien

Eine Beziehungstat mit Motiv: Die Tante habe erfahren, dass er gar nicht, wie behauptet, das erste Jura-Staatsexamen bestanden habe – aus ihrer Sicht die unbedingte Voraussetzung dafür, die Leitung des Parkhauses zu übernehmen. Der Täter habe in der Folge um Job und Erbe gefürchtet.
Zwei Jahre später, nach quälend langen 93 Verhandlungstagen, erkennen die Richter des Münchner Landgerichts eine besonders schwere Schuld. Sie verurteilen den Mann, der die Tat heftig bestreitet, zu lebenslanger Haft. Nach dem Urteil kommt es zu Tumulten. Mit "Wurm" soll der Verurteilte den Richter beschimpft haben, wie die "Abendzeitung" berichtete.

Es fehlen Zeugen. Es fehlt ein Geständnis. Die Mordwaffe? Wurde nie gefunden. Der Urteilsspruch beruht auf 14 Indizien, die nur alle zusammen für den Schuldspruch reichen, wie die Richter selbst feststellen. Darunter sind die DNA-Spuren Tohts am Jackett der Ermordeten und auf dem Umschlag des Testaments im durchwühlten Büro. DNA-Spuren Böhringers wurden an zwei 500-Euro-Scheinen gefunden, die Toht bei sich trug. Den Schock nach dem Auffinden der Tante, den Bence zu Protokoll gibt, glauben sie ihm nicht – wegen der "Staatsexamens-Lüge".

Benedikt "Bence" Toht sitzt, Untersuchungshaft eingerechnet, seit 13 Jahren im Strafvollzug, derzeit in Straubing. Seine Familie bemüht sich, ihn aus der Haft zu holen. Der Bayerische Rundfunk hat einen Film mit starkem, emotionalem Akzent aus der Sicht dieser Familie produziert: "Anklage Mord: Ein Freund vor Gericht", heißt der Titel.

Experte wurde hinzugezogen

Parallel hat Tohts Anwalt Peter Witting das Verfahren durch die Instanzen getrieben und selbst das Bundesverfassungsgericht angerufen. Ohne jeden Erfolg. Im Frühjahr 2019 hat er laut "Spiegel" gemeinsam mit dem Hamburger Star-Verteidiger Gerhard Strate die Wiederaufnahme beantragt. Dafür müssen beide neue Beweise vorlegen. Sie setzen mit einem Gutachten des Kölner Rechtsmediziners Peter Schneider an der Qualität der DNA-Analysen an und an einer Spur speziell: Die auf einem Blutfleck auf Böhringers Jackett, die als "Mischspur" mehreren Menschen zugeordnet werden könnte.

Wiederaufnahmen sind eine juristisch schwierige Sache. Nur ein Bruchteil solcher Anträge hat Erfolg. Das Landgericht Augsburg muss entscheiden, ob der Fall wieder aufgerollt wird. Es ist ein letzter Versuch. Ein weiterer erfahrener Experte steht auf der Seite Tohts. Rund 90 Prozent der mehr als 300 jährlichen Morde in Deutschland werden aufgeklärt. "Was die Statistik nicht sagt: Wie viele dieser Ermittlungen haben tatsächlich den richtigen Täter identifiziert?" – Der Mann, der so kritisch die Justiz hinterfragt, hat lange schlohweiße Haare und einen ausgeprägten Oberlippenbart. Vielen Deutschen ist sein Bild bekannt. Von Buchtiteln. Aus dem Fernsehen. Axel Petermann, früher erfolgreicher Chefprofiler des Landeskriminalamtes Bremen, gilt als "Deutschlands Experte für ungeklärte Morde". Er schreibt in seinem Buch über sich selbst: "Ich begebe mich in die Rolle des Opfers. Ich stehe stundenlang an einem Tatort und warte darauf, dass er zu mir spricht."

Petermann hat sich auch mit dem Tatort Parkhaus Baaderstraße 6, München, vierter Stock, unterhalten – und der hat offenbar geplaudert, wie der "Spiegel" berichtete. Gefundene Abdrücke in der Wohnung seien fälschlicherweise als Handschuhspuren ermittelt worden. Der Todeszeitpunkt sei falsch errechnet, Blutspritzer falsch interpretiert. Und nicht in der Wohnung ist es nach Einschätzung des Kriminalisten zur Tat gekommen, sondern 2,20 Meter davor. Was die Frage aufwirft: War der Täter ein Fremder? Petermanns Schluss: "Die Grundannahmen des Gerichts sind meiner Ansicht nach nicht haltbar."

Spur in die Vergangenheit

Kommt wirklich ein anderer Täter in Frage? Auch Kritiker des Urteils von 2008, die eine angeblich mangelnde Überprüfung des privaten Umfelds des Opfers stört, sind vorsichtig. Doch sie verweisen auf die geheimnisvolle Spur J73.03.3, ein männlicher DNA-Abdruck an Glas 11, das die Spurensicherung hinten in der Spülmaschine der Wohnung der toten Charlotte Böhringer gefunden hat. Es enthielt Rotweinreste.

Sie habe einen ungenannten Besucher erwartet, haben Zeugen über Charlotte Böhringers Terminkalender am Tattag, dem 15.Mai 2006, berichtet. Stammen die genetischen Hinweise am Glas von diesem Unbekannten, der die Millionärin kurz vor ihrem Tod besucht haben könnte? Das Unheimliche: Die gleiche DNA ist bereits bei einem anderen Kapitalverbrechen gesichert worden – ein ganzes Vierteljahrhundert vor dem Böhringer-Mord, nicht weit weg von München, am Ufer des Ammersees. Dort war 1981 die 10-jährige, zuvor entführte Ursula Herrmann in einer Holzkiste erstickt. Die DNA stammte von einer Schraube dieser Kiste.

Auch hier gibt es einen verurteilten Mörder. Seit 2010 büßt Ursula Hermanns Nachbar Werner Mazurek mit lebenslanger Haft. Aber wie Toht verneint Mazurek strikt jede Schuld. Und es gibt Beweisstücke, die nach Ansicht des Bruders des Mädchens die Fährte der Entführung in eine ganz andere Richtung lenken: In ein benachbartes Internat, auf das Bayerns Mächtige und Betuchte ihre Söhne geschickt haben. In die Ermittlungen wurden diese Asservate nur am Rand einbezogen. Bayerns Staatsregierung hat dem Landtag eine harmlose Erklärung für die doppelte DNA-Spur präsentiert. Die Kiste sei beim ZDF gewesen, zur Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst...“. "Ein bis heute nicht mehr feststellbarer Personenkreis könnte mit den Gegenständen in Kontakt gekommen sein“ – und die DNA wahrscheinlich irgendwo in den Ermittlungsbehörden durch ebensolchen Zufall auf das Weinglas.

Jahr 13 nach dem Mord, Jahr 11 nach dem Urteil. Ist Benedikt Toht Opfer eines Justizirrtums? Oder wurde er zu Recht verurteilt? Anfang 2019 veröffentlichte die "Abendzeitung" den Bericht: "War es ein Komplott?“ Danach erzählt man sich seit langem in "gut vernetzten Kreisen" der Stadt von einem Täter, der dem Freundeskreis des Opfers angehört habe. Er habe – wie einige andere – von einer Million Euro in bar gewusst, die Charlotte Böhringer in Tüten in ihrem Penthouse aufbewahrt hätte, einen "Auftragskiller" angeheuert und stehe seither ohne Geldsorgen da.

Indizienprozesse bergen den Keim des Zweifels

Die Fachwelt gibt sich gespalten. Die Richter seien 2008 "jedenfalls mehrheitlich" von der Schuld des Angeklagten überzeugt gewesen, schreibt die renommierte Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen 2018 in der "Welt". Das Juristenportal "justament.de" findet Öffentlichkeitsarbeit, Aufwand und Internet-Inszenierungen verstörend, mit denen in letzter Zeit Angehörige Verurteilter Druck auf die Justiz machen würden – und bezieht den Fall Böhringer ausdrücklich ein.

Der inzwischen pensionierte Vorsitzende Richter im Prozess von 2008, Manfred Götzl, der später noch den spektakulären NSU-Prozess leiten sollte, schweigt. Die zahlreichen DNA-Spuren, ein durchaus nachvollziehbares Motiv: Das alles hat Götzl zur Überzeugung gebracht, dass Bence schuldig war. Es nagt aber – wie oft bei Indizienprozessen – ein beklemmender, beweisfreier Gedanke: Dass ein noch Unbekannter ein oder sogar zwei Mal in seinem Leben getötet haben könnte. Dass dafür ein oder auch zwei Unschuldige in Haft sitzen. Und dass der eigentliche Täter frei sein könnte.
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