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Todesfall Rudolf Rupp

Wenn Unschuldige büßen.
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Todesfall Rudolf Rupp

#1

Ungelesener Beitrag von Marie » Sa, 26. Nov. 2016, 18:15

Der Todesfall Rudolf Rupp ereignete sich im Herbst 2001 in Oberbayern. Er gilt als einer der bizarrsten Fälle in der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte.


Bild nicht mehr vorhanden
Bildquelle: http://cdn1.spiegel.de/images/image-743 ... -74328.jpg

Der Landwirt Rudolf „Rudi“ Rupp, geboren 1949, verschwand im Herbst 2001 spurlos nach einem Wirtshausbesuch, bei dem er sich betrunken hatte.

Im Jahr 2005 verurteilte das Landgericht Ingolstadt Rupps Ehefrau und den Ex-Freund einer der Töchter, Matthias E., wegen Totschlags zu je achteinhalb Jahren Haft.

Die Angeklagten hatten gestanden, Rupp in seinem Haus in Heinrichsheim (Stadt Neuburg an der Donau, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) erschlagen, zerstückelt und danach an die auf dem Hof lebenden Schweine, Dobermänner, den Bullterrier und den Schäferhund verfüttert zu haben. Diese Geständnisse hatten die Angeklagten noch vor Prozessbeginn widerrufen.

Die beiden zum Zeitpunkt von Rupps Verschwinden 15 und 16 Jahre alten Töchter wurden zu zweieinhalb bzw. dreieinhalb Jahren Jugendstrafe wegen Beihilfe durch Unterlassen verurteilt.

Laut dem Urteil des Landgerichts Ingolstadt lauerte Matthias E. dem aus dem Wirtshaus nach Hause zurückkehrenden Rudolf Rupp im Treppenhaus auf und schlug ihm hinterrücks mit einem Vierkantholz ins Genick. Rupps Ehefrau und seine beiden Töchter sollen den jungen Mann dabei angefeuert und das wehrlose Opfer mit obszönen Schimpfwörtern bepöbelt haben. Auch Rupps Ehefrau soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ihrem Ehemann mit der Latte auf den Kopf geschlagen, die Töchter sollen auf ihren am Boden liegenden Vater eingetreten haben. Im Keller sollen Matthias E. und seine Verlobte dem noch lebenden Rupp mit einem Hammer die Schläfe eingeschlagen haben.

Am nächsten Morgen zerlegten sie laut Anklage den toten Bauern mit einem Messer, einer Säge und einer Axt. Umfassend hatte überdies Matthias E. in seinem Geständnis geschildert, wie er Arme und Beine des Bauern abtrennte, den Leib aufschnitt, die Organe entnahm, das Blut mit einem Margarinebecher in einen Eimer abschöpfte und die Leichenteile an die auf dem Hof lebenden Dobermänner, den Bullterrier und den Schäferhund verfütterte.
Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall_Rudolf_Rupp



Und dann nach 8 Jahren plötzlich das:
2009 wurde in der Donau bei Bergheim Rupps Mercedes mit seiner teilweise skelettierten, ansonsten aber unversehrten Leiche auf dem Fahrersitz gefunden.

Obwohl dadurch erwiesen war, dass weite Teile der vom Landgericht Ingolstadt in seinem Urteil getroffenen Feststellungen nicht stimmen können, lehnte die Justiz ein Wiederaufnahmeverfahren lange Zeit ab; erst 2011 (alle Verurteilten waren mittlerweile nach Verbüßung von mehr als zwei Dritteln ihrer Freiheitsstrafen aus der Haft entlassen worden) kam es zu einem zweiten Verfahren, in dem das Landgericht Landshut die Angeklagten freisprach.

Trotz der Freisprüche zeigte sich das Gericht aber weiter davon überzeugt, dass einer oder mehrere der Angeklagten den als Tyrann geltenden Landwirt getötet hätten, und schloss einen Unfall aus. Es lasse sich lediglich nicht feststellen, wer für den Tod verantwortlich sei.
Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall_Rudolf_Rupp


*****



Nichteinmal nach dem Fund des Autos und der darin befindlichen Leiche, räumte das Gericht einen Irrtum ein und beharrte weiter auf deren Version.

Also bitte! Das ist ja wohl offensichtlich, daß die Familie des Herrn Rupp nix mit dessen Verschwinden bzw. Tod zu tun hatten.

Das ist ein Paradebeispiel von einem Justizirrtum.



Interessanter Bericht dazu:
http://www.spiegel.tv/filme/reportage-rudolph-rupp/
Das Vorgehen der Ermittler ist haarsträubend und in diesem Bericht sehr gut entnehmbar.





Artikel dazu bei http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 47654.html
Gericht spricht im Fall Rupp Familie frei

In einem der bizarrsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre hat das Landgericht Landshut das Urteil gefällt - und die Angehörigen nebst dem Ex-Freund einer der Töchter freigesprochen. Die Kammer zeigte sich dennoch davon überzeugt, dass die Familie den als Tyrann geltenden Mann getötet hat.
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Re: Todesfall Rudolf Rupp

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 27. Nov. 2016, 03:01

Ein Paradebeispiel für Rechtsbeugung, Justizwillkür und -irrsinn!

Hierzu eine eine informative Dokumentation, die u.a. die Suggestivbefragungen und Erklärungsversuche der Justiz zeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=ZFZgq_Mqa30
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Re: Todesfall Rudolf Rupp

#3

Ungelesener Beitrag von Marie » Fr, 2. Dez. 2016, 17:23

Was ich mich auch immer wieder frage ist, wie können 4 Menschen so manipuliert werden? Also eine Aussage von einem Tathergang machen, der sich nie so zugetragen hat? Wie können 4 Menschen ein Szenario wiedergeben (wenn auch sehr widersprüchlich), daß NIE so statt gefunden hat.

Klar, sie wurden nicht grad mit nen hohen IQ gesegnet, aber trotzdem. Mir würde es noch einleuchten, wenn einer von ihnen "eingeknickt" wäre und den Befragungen mit JA und AMEN zugestimmt hätte...aber alle 4?

Da ist dann doch der eine blöder als der andere...entschuldigung für die saloppe Ausdrucksweise, aber ist doch dann so.

Auf jeden Fall bin ich froh, daß die Familie bzw. die Beschuldigten dahingehend entlasten wurden, daß sie Herrn Rupp erschlagen, gekocht und an die Schweine/Hunde verfüttert hätten. Seine Leiche wies ja keinerlei derartige Verletzungen auf (also Gewaltweinwirkung auf seinen Körper).

Meiner Meinung nach ist Herr Rupp schlichtweg in seinem Suff mit seinem Auto in den Fluß gefahren. Ob absichtlich oder nicht, ist mir da eigentlich wurscht.
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Re: Todesfall Rudolf Rupp

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 3. Dez. 2016, 15:03

@Marie
Wenn man einen IQ wie zwei Eimer Sand hat und von erfahrenen Ermittlern in die Zange genommen wird, die ihre eigene Theorie verifiziert haben wollen, ist alles möglich. Auch so entstehen Fehlurteile und Justizskandale. Im Fall Rupp ist zwar extrem tragisch das unschuldige Angehörige verurteilt wurden, aber der eigentliche Skandal war ja die Ignoranz der Justiz, die partout kein WAV zulassen wollte und die Unschuldigen weiterhin im Knast schmoren ließ.
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Re: Todesfall Rudolf Rupp

#5

Ungelesener Beitrag von Marie » So, 4. Dez. 2016, 19:29

@Salva
Wenn man einen IQ wie zwei Eimer Sand hat und von erfahrenen Ermittlern in die Zange genommen wird, die ihre eigene Theorie verifiziert haben wollen, ist alles möglich.
Ja stimmt. Man sieht ja in dem Bericht, wie die Ermittler denen die Worte in den Mund gelegt haben.


aber der eigentliche Skandal war ja die Ignoranz der Justiz, die partout kein WAV zulassen wollte und die Unschuldigen weiterhin im Knast schmoren ließ.
Genau, das war dann noch die Krone obenauf. Das ist unbegreiflich.
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Todesfall Rudolf Rupp

#6

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mi, 13. Mai. 2020, 23:41

Nicht nur wenn man einen IQ wie 2 Eimer Sand hat, kann so etwas passieren.
Am Besten nur im Beisein eines Anwalts äußern.
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