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09.12.2016 | Alabama | Ronald Bert Smith hingerichtet

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Salva
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09.12.2016 | Alabama | Ronald Bert Smith hingerichtet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 26. Dez. 2016, 19:50

Am Donnerstag, den 8. Dezember 2016, wurde Ronald Bert Smith (45) im Staatsgefängnis von Alabama durch eine tödliche Medikamentenmischung hingerichtet. Um 23:05 Uhr Ortszeit wurde er für tot erklärt, nachdem er 13 Minuten lang hustete, sich stetig bewegte und immer wieder die Fäuste ballte.
Bild nicht mehr vorhandenRonald Bert Smith (45) hingerichtet
Ein Wärter prüfte zweimal die Bewußtlosigkeit, bevor die tödlichen Medikamente verabreicht wurden, beim ersten Mal bewegte Smith noch seinen Arm.

Smith wurde für den 1994 begangenen Mord an Casey Wilson zum Tode verurteilt. Die damalige Jury stimmte mit 7-5 Stimmen für eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Der Richter überstimmte dieses Voting und verhängte die Todesstrafe.

Der Oberste US-Gerichtshof schob zweimal am Abend die Hinrichtung auf, weil Smith’ Anwälte argumentierten, dieses Todesurteil hätte gar nicht verhängt werden dürfen, weil die Jury eine lebenslange Freiheitsstrafe vorgesehen habe, der Richter sich aber mit seinem Todesurteil darüber hinweg gesetzt hätte.
Vier liberale Richter hätten am Abend die Hinrichtung aufgeschoben, aber fünf wären nötig, um dieses tun zu können.

Im Vorfeld gab es schon Diskussionen um die in der Hinrichtung eingesetzten Medikamente. Aus Angst des Insassen, es könnten - wie in der Vergangenheit schon geschehen - Probleme durch das eingesetzte Midazolam auftreten.

Am Tag der Hinrichtung bekam Ronald Smith Besuch von seinen Eltern und seinem Sohn.

Verteidiger bezeichnet Hinrichtung von Ronald Bert Smith als verpfuscht

Christine Freeman, die Geschäftsführerin des Pflichtverteidigerbüros, das die Verteidigung des kürzlich hingerichteten Ronald Smith übernommen hatte, bezeichnet die Hinrichtung als verpfuscht.

Nach der Verabreichung des ersten Medikaments wand sich Smith 13 Minuten lang, hustete und ballte die Fäuste. „Ich denke, die Hinrichtung war verpfuscht“, so Freeman, die Zeugin der Hinrichtung war.
Die Gefängnisbehörde in Alabama widersprach und gab an, die Hinrichtung verlief genau nach Protokoll.

In der nach der Hinrichtung abgehaltenen Pressekonferenz fügte der Beauftragte des Gefängnisses, Jeff Dunn, hinzu, dass zu keinem Zeitpunkt eine Diskussion stattfand, die Hinrichtung abzubrechen, nachdem Smith begonnen hatte zu husten.
Zudem widersprach er Zeugen, die angaben, Smith habe sich nach dem obligatorischen Bewußtseinstest (der nach Gabe des ersten Medikaments Midazolam) noch bewegt.
„Von dem Platz, auf dem ich saß, konnte ich keinerlei Reaktionen des Insassen erkennen.“

Der Bewußtseinstest wird üblicherweise nur einmal durchgeführt und umfasst die laute Ansprache des Insassen, das Anheben des linken Augenlids und das Kneifen in den Oberarm. Bei Ronald Smith wurden allerdings zwei Tests durchgeführt, da er nach dem ersten noch Reaktionen zeigte. Auch nach dem zweiten Test beobachteten Zeugen Reaktionen, dennoch wurden die beiden weiteren Medikamente injiziert.

Details über das staatliche Protokoll wollte Dunn nicht preisgeben, verwies aber darauf, dass es von Medizinern, dem Gefängnispersonal und dem Gericht geprüft und abgesegnet wurde.

Freeman zweifelte daraufhin das Protokoll deutlich an, denn wie soll es möglich sein, dass wenn alles korrekt verlief, ein Insasse noch so lange Reaktionen zeigen kann. Somit könne das Protokoll nicht adäquat sein.
Ein Protokoll soll für eine schmerzfreie Hinrichtung sorgen und das sei absolut nicht der Fall gewesen, so Freeman.

Eine Autopsie soll nun Aufschluß darüber geben, ob während der Hinrichtung irgendwas schiefgelaufen ist.

initiative-gegen-die-todesstrafe.de | blog.al.com
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