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Helden des Alltags: XY-Preise 2018 in Berlin überreicht

Aktenzeichen XY zeichnet alljährlich couragierte Mitmenschen aus.
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Salva
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Helden des Alltags: XY-Preise 2018 in Berlin überreicht

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 23. Nov. 2019, 10:58

Seit 2002 wird der "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen" an besonders couragierte Menschen verliehen. An Helden des Alltags, die sich mutig, aber wohlüberlegt im Kampf gegen das Verbrechen für ihre Mitmenschen eingesetzt haben.


Marie Deutsch, Ugur Altun und Jörg Neubauer sind am 30. Oktober im Berliner Zollernhof mit dem XY-Preis ausgezeichnet worden.
Der Bundesinnenminister Horst Seehofer ist Schirmherr des "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen". Der mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet Mitmenschen für ihr mutiges und vorbildliches Handeln aus.


Die Preisträger und ihre couragierten Taten

Bild
Die XY-Preisträger 2018.
Foto: obs/ZDF/Uwe Koch/Presseportal


Ugur Altun (36) aus Kirchheim unter Teck
Gegen 7.00 Uhr morgens stehen bereits einige Menschen am Bahnhof Wendlingen. Als plötzlich ein 23-Jähriger auftaucht und mehrere junge Frauen anpöbelt, reagiert jedoch niemand. Lediglich eine 27-jährige Frau mischt sich ein, als sich der aggressive Mann vor einer weiteren Frau aufbaut und diese zu schubsen beginnt. Die 27-Jährige versucht, ihn zu beruhigen. Doch er schlägt sie zu Boden und verpasst ihr mehrere Fußtritte. Dann packt der Täter die schreiende Frau an den Haaren und zerrt sie in Richtung Gleise – alles unter den Augen der anwesenden Passanten. Die Schreie hört auch Busfahrer Ugur Altun an den Haltestellen vor dem Bahnhof. Der 36-Jährige hat gerade Pause und unterhält sich mit seinem Kollegen. Ohne zu zögern, läuft er los. Seinen Kollegen fordert er noch auf, ihm nachzukommen. Als Altun am Bahnsteig ankommt, ist die 27-Jährige bereits in größter Gefahr. Obwohl sie sich heftig wehrt, hat der Täter sie schon fast zur Bahnsteigkante geschleift. Doch bevor er die junge Frau auf die Gleise werfen kann, greift Ugur Altun ein. Blitzschnell und geistesgegenwärtig stößt er den Täter von ihr weg. Der lässt überrascht von seinem Opfer ab. Zehn Sekunden darauf fährt eine S-Bahn in den Bahnhof ein. Sein Kollege ist inzwischen ebenfalls am Bahnsteig angelangt. Der Täter will nun auf diesen losgehen, Altun wirft sich dazwischen. Daraufhin wendet sich der Angreifer Altun zu. Er will ihn ins Gesicht schlagen. Doch der Busfahrer weicht aus. Dabei wird seine Schulter getroffen. Beide Männer schaffen es schließlich, den Täter zu überwältigen. Kurz darauf trifft die Polizei ein. Fünf Polizisten sind nötig, um den aggressiven Mann zu bändigen. Vor Gericht wird später seine Schuldunfähigkeit attestiert: Er gilt als schizophren und kommt in die ge-schlossene Psychiatrie.

Marie Deutsch (19) aus Magdeburg
Die damals 17-jährige Marie Deutsch sitzt in der Tram, sie ist auf dem Nachhauseweg. Die 14-jährige Lara sitzt ganz in ihrer Nähe. Als die Tram an einer Station hält, steigt ein unauffällig wirkender Mann ein, der sich schließlich für den Platz neben Lara entscheidet. Von da an beobachtet er die 14-Jährige neben sich immer wieder. Als er telefoniert wird deutlich, dass er plant, sich zu verspäten. Als Lara schließlich aussteigt, steht der 30-jährige Mann ebenfalls auf. Auch Marie muss die Tram an dieser Haltestelle verlassen. An einer Ampel versucht der Unbekannte mit Lara ins Gespräch zu kommen. Marie glaubt zunächst, dass die beiden sich kennen. Marie biegt nach links zu ihrem Fahrrad ab, Lara und der Mann gehen nach rechts. Plötzlich hört Marie Schreie und Hilferufe. Sie rennt los und erkennt zwischen einigen Büschen den Mann auf Lara liegen. Er versucht, sie zu vergewaltigen. Marie schreit den Täter sofort an und stürmt zu einem Taxifahrer, um Hilfe zu holen. Direkt im Anschluss ruft sie die Polizei, während sie zum Tatort zurückkehrt. Der Täter flüchtet, woraufhin sich Marie um das aufgelöste Mädchen kümmert und gleichzeitig der Polizei am Telefon die Situation erklärt. Da die 17-Jährige eine zufällig vorbeikommende Passantin bittet, nach Lara zu sehen, kann sie dem Täter mit der Polizei am Telefon hinterhergehen. Auch der Taxifahrer folgt dem Mann. Als der Täter die Straße überqueren will, trifft die Polizei ein und kann den Mann festnehmen. Es stellt sich heraus, dass er bereits mehrfach wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist. Schließlich fährt Marie mit der geschockten Lara und deren Mutter zur Polizei, um eine Aussage zu machen. Der Täter wird wegen versuchter Vergewaltigung zu sieben Jahren und elf Monaten verurteilt.

Jörg Neubauer (49) aus Heilbronn
Der gelernte Elektroinstallateur Jörg Neubauer bricht morgens immer pünktlich um 7.00 Uhr zur Arbeit auf. Doch an diesem Morgen verzögert sich seine Abfahrt um ein paar Minuten, da er noch einmal in den Keller muss. Zeitgleich tritt eine 35-jährige Frau aus dem benachbarten Hauseingang auf die Straße. Sie geht auf ihr Auto zu und steigt ein. Dabei bemerkt sie nicht, dass sie von einem Mann in einem Pkw beobachtet wird. Es ist ihr Ex-Freund, der sich ihr laut eines Gerichtsurteils nicht nähern darf. Er hat ein Messer bei sich. Kurz darauf kommt auch Neubauer aus der Haustür, er geht ebenfalls zu seinem Wagen. Plötzlich hört er einen lauten Knall hinter sich. Als der Mann seinen Wagen schließlich ein Stück zurücksetzt, aussteigt und auf das jetzt ziemlich eingedellte Auto zugeht, glaubt Neubauer, dass er sich den Schaden ansehen will. Doch der Mann rüttelt an der Fahrertür. Durch den Aufprall klemmt die Tür, sie lässt sich nicht öffnen. Die Beifahrerseite des Autos der 35-Jährigen ist an ein nebenstehendes Auto gedrückt worden. Im Inneren des Wagens sitzt das ver-ängstigte Opfer. Es ist auf den Beifahrersitz geflüchtet. Hier kommt der Täter nicht ran. Neubauer beobachtet, wie der Täter zurück zu seinem Wagen geht und schließlich mit einem faustgroßen Stein die Scheibe der Fahrertür am Auto der Frau einschlägt. Sie schreit panisch um Hilfe. Noch bevor Neubauer reagieren kann, hängt der Täter bereits mit dem Oberkörper im Wageninneren und sticht auf die Frau ein. Neubauer reagiert ohne zu zögern: Er brüllt los, sprintet auf den Täter zu, packt ihn von hinten und kann ihn aus dem Wagen zerren. Neubauer ruft um Hilfe. Glücklicherweise ist seine Familie aufmerksam geworden und ruft die Polizei und Rettungskräfte. Der Täter leistet keinen Widerstand mehr und Neubauer wird von drei herbeistürmenden An-wohnern unterstützt. Feuerwehrleuten gelingt es, die blutüberströmte Frau aus ihrem Auto zu befreien, die dank des couragierten Auftretens von Jörg Neubauer schwerverletzt überlebt. Durch die Einstichverletzungen verliert sie eine Niere und muss sich etlichen Notoperationen unterziehen. Bis heute ist sie in stationärer Behandlung und leidet stark unter den Folgen dieses Angriffes. Der Täter wurde Anfang 2018 am Heilbronner Landgericht zu 13 Jahren Haft verurteilt und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Danke!


Quelle: ZDF
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