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Eberswalde: Verwahrlosung - Mädchen (5) soll 2 Jahre lang kein Tageslicht gesehen haben

Delikte innerhalb der Familie oder Beziehung.
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Eberswalde: Verwahrlosung - Mädchen (5) soll 2 Jahre lang kein Tageslicht gesehen haben

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 12. Jan. 2020, 16:35

So, 12. Januar 2020: In Eberswalde/Brandenburg soll ein 5-jähriges Mädchen zwei Jahre lang kein Tageslicht gesehen und abgeschirmt und ausgeschlossen von der Außenwelt gelebt haben.

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Im Immanuel-Krankenhaus in Bernau wird das verwahrloste Mädchen (5) jetzt versorgt
Foto: Michael Koerner/BZ
Mädchen körperlich und geistig stark zurückgeblieben

Das Kind sei körperlich und geistig stark zurückgeblieben und habe einen extrem verwahrlosten Eindruck gemacht, heißt es aus dem Immanuel Klinikum Bernau, in das die Fünfjährige in der Weihnachtszeit eingeliefert worden war. Das Mädchen soll mindestens zwei Jahre völlig auf sich allein gestellt gewesen sein. Es habe gelebt "wie Kaspar Hauser", heißt es aus dem Krankenhaus.

Krankenhaus bestätigt Fall nicht - aus Datenschutzgründen

Offiziell bestätigen will das allerdings niemand. Die Polizeidirektion Ost hat keine Kenntnis von dem Fall, Die Immanuel Albertinen Diakonie, Träger der Bernauer Klinik, hüllt sich in Schweigen. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt Pressesprecherin Jenny Jörgensen: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Angaben dazu machen können, ob und welche Patienten bei uns behandelt werden." Grundsätzlich folge das Immanuel Klinikum Bernau bei Verdachtsfällen auf Kindesmisshandlung und -vernachlässigung den Empfehlungen des Kinderschutzes an Kliniken der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) – "in enger Abstimmung mit den zuständigen Jugendämtern".

Jugendamt nahm insgesamt drei Kinder in Obhut

Die Einweisung des Mädchens in die Bernauer Klinik sei unter Mitwirkung des Jugendamtes erfolgt, bestätigt Barnims Sozialdezernentin Yvonne Dankert. Zu den näheren Umständen will auch sie aus Datenschutzgründen keine Angaben machen. Es soll sich jedoch um drei Kinder einer Familie handeln, die von der Behörde in Obhut genommen worden sind. Die beiden älteren Geschwister wurden in Jugendhilfe-Einrichtungen untergebracht.
Quellen: Stern | MOZ | RTL | MAZ | BZ | Bild



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#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 13. Jan. 2020, 13:34

Mo, 13. Januar 2020: Jugendamt Eberswalde soll Ermittlungsbehörden nicht informiert haben
Diese erfuhren demnach erst aus der Zeitung von dem Fall: Er habe sofort die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Misshandlung Schutzbefohlener und schwerer Körperverletzung veranlasst, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Joachim Sörries der „B.Z.“. „Wenn die Berichte stimmen, geht es hier um ganz gewichtige Straftaten. Wir werden uns die Krankenakte des Kindes mit einem richterlichen Beschluss beschaffen und alles Erforderliche tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, wird Sörries zitiert.

Jugendämter gesetzlich nicht verpflichtet, Verdachtsfälle der Polizei zu melden

Polizei und Justiz sollen entsetzt darüber sein, dass sie nicht informiert wurden. Die Jugendämter sollen die Ermittler schon mehrfach nicht über Kindesmisshandlungen informiert und dabei stets auf den Datenschutz verwiesen haben. Die Jugendämter seien nicht gesetzlich dazu verpflichtet, einen entsprechenden Verdacht zu melden, sagte die Sprecherin von Brandenburgs Jugendministerin Britta Ernst der „B.Z.“. Allerdings würde das Ministerium den Ämtern empfehlen, sich bei Hinweisen auf eine Straftat an Polizei und Justiz zu wenden. „Wir fordern das Jugendamt unmittelbar zur Stellungnahme auf. Das ist ein ganz furchtbarer Fall, der sich so nicht wiederholen darf“, wird die Sprecherin zitiert.
Quelle: Der Tagesspiegel
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#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 14. Jan. 2020, 23:21

Jugendamt verweigert Herausgabe der Akte an die Justiz

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Das Eberswalder Kreis-Jugendamt muss jetzt die jetzt die Akten an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben.
Foto: Jörg Bergmann/BZ
Das Jugendamt, eigentlich für den Schutz von Kindern zuständig, behindert die Ermittlungen – und schützt die Horror-Eltern!
Das Amt weigert sich sogar, die Akte der Familie an die Ermittler auszuhändigen. Haarsträubende Begründung: Dazu brauche man angeblich das Einverständnis der Eltern, die ihr Kind so schwer misshandelt haben sollen.
[...]
Die Familie mit drei Kindern war dem Amt seit Mitte 2017 bekannt, diese habe alle Hilfsangebote abgelehnt.
Doch erst am 1. Dezember 2019 – fast zweieinhalb zwei Jahre nach den ersten Hinweisen – erwirkte das Amt einen Gerichtsbeschluss, die Kinder aus der Familie zu nehmen. Es dauerte weitere 19 lange Tage, bis die Fünfjährige endlich aus ihrem Gefängnis befreit wurde.

Das Mädchen wurde mittlerweile aus der Klinik entlassen und ist in Obhut, auch seine Geschwister wurden untergebracht.
Quelle: BZ (13. Januar 2020)



Kreis-Jugendamt muss Akten übergeben
Jetzt beschlagnahmt der Staatsanwalt die Akten. „Wir haben einen richterlichen Beschluss bekommen“, sagte der Chef Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Helmut Lange (64), „Jetzt wollen wir das Kind begutachten.“

Nach B.Z.-Informationen will die Staatsanwaltschaft auch die Akten von Klinik und Jugendamt beschlagnahmen. Um die Namen der Rabeneltern zu erfahren. Lange: „Wir ermitteln wegen Misshandlung Schutzbefohlener und/oder schwerer Körperverletzung.“
[...]
Zwei Jahre lang hatte das Amt geduldig versucht, „die Eltern zu mobilisieren, die Interessen der Kinder selbst umzusetzen.“ Selbst nach einem Gerichtsbeschluss auf Familienhilfe blieben das Mädchen und seine beiden Geschwister noch drei Wochen bei den Horror-Eltern. Das Jugendamt wollte „die Eltern auf den Weg bringen, mit den Kindern so umzugehen, wie sich das gehört“, gab der verantwortliche Landrat Daniel Kurth (46, SPD) kleinlaut zu: „Es ist vielleicht zu nachsichtig gehandelt worden. Das müssen wir hinterfragen.“
Quelle: BZ (14. Januar 2020)
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#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 15. Jan. 2020, 19:50

Update vom Mi, 14. Januar:
Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft einen Beschlagnahmebeschluss für die Klinikakten, die Jugendamtakten sowie eine Hausdurchsuchung beantragt. Ein Richter hat daraufhin die Herausgabe der Klinikakte beschlossen, diese wurde umgehend beschlagnahmt. Das Jugendamt musste nach B.Z.-Informationen nach dem Beschluss auch die Personalien und den Aufenthaltsort des Kindes herausgeben, jedoch nicht die Akte selbst. 

Außerdem habe es eine Hausdurchsuchung bei der Mutter gegeben. Mit dem Jugendamt stehe die Staatsanwaltschaft weiter in Kontakt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Bei der Durchsuchung in der „verdunkelten Wohnung“ seien die leiblichen Eltern anwesend gewesen, so Ingo Kechichian, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zur MOZ, „der Fokus liegt aktuell auf der Beweissicherung.“
Quelle: BZ
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#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 17. Jan. 2020, 20:57

Fr, 17. Januar 2020: Unterernährt, verhaltensauffällig und sprachgestört soll ein fünfjähriges Mädchen aus Eberswalde gewesen sein. Ob es zuvor eingesperrt war und wenig Tageslicht gesehen hat, bleibt unklar.
Das Jugendamt des Landkreises Barnim hatte die Fünfjährige im vergangenen Dezember in Obhut genommen. Das Amt erhielt laut Ministerium zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2019 vier Gefährdungsmeldungen zur Familie des Mädchens. Das Kind soll jahrelang kein Tageslicht gesehen und solle mindestens zwei Jahre auf sich allein gestellt gewesen sein. Bei der Mutter gab es eine Hausdurchsuchung.

„Die Jalousien sind oft unten, weil die Wohnung im Erdgeschoss ist. Es gibt keine Vorhänge von innen. Wir wollen ja nicht, dass man uns in die Wohnung reinschaut“, sagte Kathleen S. jetzt in einem Interview mit dem TV-Sender RTL. Das Mädchen soll zudem autistisch sein.

Die Familie war den Behörden schon länger bekannt. Alle Hilfsversuche blieben erfolglos. Eine Mitarbeiterin aus dem Kinderschutz hatte dann Ende 2019 eine Gefahrenmeldung abgegeben. Danach wurde das Kind abgeholt.

Mutter Kathleen schildert die Situation kurz vor Heiligabend gegenüber RTL: „Sie hat sich noch mit Händen und Füßen gewehrt. Wir wurden da stehen gelassen wie der letzte Dreck. Weihnachten war eine Katastrophe.“

Mutter Kathleen sagte jetzt gegenüber RTL: „Unsere Betreuerin, die mit uns gearbeitet hat, hat gleichzeitig gegen uns gearbeitet. Wir mussten zusehen, wie uns unser Kind entrissen wurde. Jetzt wissen wir nicht mal, wo sie ist.“

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Kind in einem Kinderbett im Schlafzimmer der Mutter geschlafen. „Es spricht nach dem Durchsuchungsbericht bisher nichts für die These, das Kind sei weggesperrt worden“, sagte Staatsanwalt Ingo Kechichian. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen.

Mit dem Jugendamt stehe die Staatsanwaltschaft weiter in Kontakt. Sie ermittelt wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen unbekannt.
Quelle: BZ | Interview: Stern
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