Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten, dich privat mit anderen Foristen austauschen und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

2021 | Heidelberg | Amokschütze Nikolai (18) richtet Studentin (23)

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Omas Bioladen
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 2
Reaktionen: 147
Beiträge: 461
Registriert: 17.11.2020
Wohnort: Berlin Westend
Status: Offline

2021 | Heidelberg | Amokschütze Nikolai (18) richtet Studentin (23)

#1

Ungelesener Beitrag von Omas Bioladen » Do, 17. Mär. 2022, 15:25

Ermittlungsverfahren abgeschlossen und Anklageerhebung erwartet. Ermittlungen aufgenommen wegen fahrlässiger Tötung gegen Waffenhändler weil die Abkühlphase bei Kauf des Unterhebelreptiergewehres nicht eingehalten wurde.

STUDENTIN IN HÖRSAAL ERSCHOSSEN

Psychogramm des Amok-Schützen von Heidelberg Neue Ermittlungen gegen Wiener Waffenhändler.

Ermittler untersuchen den Rucksack des Uni-Killers: Nikolai G. hatte zwei Gewehre dabei

Bild

Foto: Uwe Anspach/dpa

Von: JANINE WOLLBRETT UND TIM THORER
17.03.2022 - 14:47 Uhr

Heidelberg – Nach dem tödlichen Amoklauf am Uni-Campus Heidelberg am 24. Januar 2022 ist das Todesermittlungsverfahren weitgehend abgeschlossen. Damit aber ist die Arbeit der Ermittler nicht beendet: Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Wiener Waffenhändler und dessen Mitarbeiter eingeleitet!

EIN MONAT NACH AMOKLAUF
Heidelberger Studenten gedenken der Opfer Heidelberg– Der Schmerz und die Trauer wird sie wohl nie mehr loslassen!
In diesem Hörsaal schoss der Amokläufer um sich. Im Großen Hörsaal der Uni Heidelberg schoss ein Amokläufer um sich. Blick in den Tatort. Der Fall: Die 23-jährige Studentin Marie-Luise J. aus einer Gemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße (Rheinland-Pfalz) wurde am 24. Januar von Student Nikolai G. (18) während eines Tutoriums mit 30 Teilnehmern mit einem Kopfschuss getötet, drei weitere Studenten wurden leicht verletzt. Der Amokschütze, der eine Sporttasche mit zwei Langwaffen dabeihatte, ließ sich von seiner Wohnung in Mannheim mit einem Taxi zum Tatort nach Heidelberg chauffieren. Im Anschluss an die Tat erschoss er sich nach dem Verlassen des Gebäudes selbst.

AMOK AN UNI HEIDELBERG
Was passierte in Hörsaal INF 360? Einzeltäter ohne Beziehung zu den Opfern. Die 32-köpfige Ermittlungsgruppe „Botanik“ ist nun zu dem Ergebnis gekommen, dass der Amokschütze ein Einzelgänger ohne soziale Bindungen zu seinen Mitstudierenden war. Ein Sprecher: „Er handelte bei der Amoktat allein. Es gab keine Mittäter, bewussten Helfer oder Anstifter. Hinweise für sonstige Mitwisser, die der Verstorbene in seinen Tatplan eingeweiht hätte, fanden sich ebenfalls keine.“ Das Tatmotiv ist noch immer nicht mit letzter Sicherheit geklärt. Es spricht laut Staatsanwaltschaft Heidelberg und Polizeipräsidium Mannheim „einiges dafür, dass der Täter sich mit der Amoktat für eine in seiner Vorstellungswelt erlittene Kränkung hatte rächen wollen“.

HEIDELBERG TRAUERT
Der Tag nach dem Amoklauf im Hörsaal
Selbstmordversuche als Jugendlicher
Hintergrund: Nikolai G. war von 2018 bis Anfang 2020 in ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. In der zweiten Hälfte des Jahres 2018 „war er für mehrere Wochen und Anfang 2019 für einige Tage stationärpsychiatrisch behandelt“ worden. Grund: akute Suizidvorstellungen und sogar Selbstmordversuche. Ihm waren psychiatrische Störungen bescheinigt worden, darunter eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit „starker Verminderung des Selbstwertgefühls und der Fähigkeit, Kritik zu akzeptieren, und folglich starker Steigerung der Kränkbarkeit“.

Vor einem Gewächshaus des Botanischen Gartens richtete der Täter sich selbst

Bild

Foto: Til Biermann

Hass gegen sich selbst und andere
Die Staatsanwaltschaft hat dazu einen erfahrenen forensischen Psychiater befragt. Nach dessen Einschätzung „spricht vieles dafür, dass diese narzisstische Persönlichkeitsproblematik, die mit einer gesteigerten Kränkbarkeit, einem ,Hass gegen sich selbst‘ sowie einem sich hieraus entwickelndem Hass gegen beliebige andere Personen einhergehen kann, überdauerte und als maßgeblicher Grund für die Tat angesehen werden kann“.

Den Ermittlern zufolge könnte sich der Täter „im Verlauf seines ersten Studiensemesters der Biowissenschaften an der Universität Heidelberg ab Herbst 2021, für das er im Juli 2021 nach Mannheim gezogen war, stark gekränkt und grundlegend missverstanden gefühlt haben“. Möglicherweise liegt in dieser „krankheitsbedingt übersteigert wahrgenommenen“ Kränkung ein Motiv für die spätere Amoktat.

Foto: Uwe Anspach/dpa
Ballerspiele und Interesse an rechtsextremer Ideologie
In seiner Wohnung fanden die Beamten Hinweise darauf, dass sich der Schütze intensiv mit Egoshooter-Videospielen beschäftigte. Und: „In den Monaten vor der Amoktat fertigte er zunehmend Screenshots aus seinen Videospielen an, die realistisch aussehende getötete Menschen zeigen.“

Politische Hintergründe schließen die Ermittler aus. Nikolai G. hatte sich zwar 2019 einmalig für eine Fördermitgliedschaft in der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ interessiert. Er war aber nie Mitglied und pflegte weder zu dieser Partei noch in die rechtsradikale Szene Kontakte. So liefen die Monate vor der Tat
Seit Dezember 2021 hatte Nikolai G. offenbar den Amoklauf geplant: „Zunächst erwog der Täter wohl, einen Jagdschein zu erwerben, und erkundigte sich Mitte Dezember im Internet bei einem Anbieter von Jagdausbildungen nach dessen Konditionen.“ Ende Dezember 2021 beantragte der Killer einen Studienkredit in Höhe von rund 7500 Euro, den er dann auch bekam. Das Geld gab er für seine Bewaffnung aus. Und das lief so: Anfang Januar 2022 schrieb er einen privaten Waffenverkäufer aus Wien (Österreich) per E-Mail an. Der Händler hatte im Internet eine Jagdwaffe zum Verkauf angeboten. Da die aber schon verkauft war, bot er G. eine andere Jagdwaffe an. Bis Mitte Januar einigte man sich demnach auf den Deal, die Übergabe der Waffe sollte in den Räumen eines Waffengeschäfts in Wien ablaufen.

Beamte vor dem Großen Hörsaal

Bild

Foto: Jürgen Mahnke
G. gab sich dann in Österreich als angehender Jäger aus, der Jagdwaffen erwerben wolle. Am Mittag des 18. Januars kam es zu dem Treffen in Wien. G. kaufte von dem offiziellen Waffenhändler zunächst eine Schrotflinte – mit der er sich später erschoss – und das Unterhebelrepetiergewehr, mit dem er später die Schüsse im Hörsaal abgab. Am Nachmittag wurde ihm in den Räumen des Geschäfts die eigentlich vereinbarte Waffe übergeben: „Die von dem Privatverkäufer erworbene Waffe beließ der Täter in dem von ihm angemieteten Hotelzimmer in Wien.“

Bild

Absperrband im Uni-Gebäude

Foto: Til Biermann
Ermittlungen gegen Waffenhändler

Das bringt nun den Waffenhändler und einen seiner Mitarbeiter in juristische Bedrängnis: Der Kauf von solchen Schusswaffen (waffenrechtliche Kategorie C) ist in Österreich zwar leichter möglich als in Deutschland. Aber: „Bei der Durchführung des Waffengeschäfts verlangt das österreichische Recht allerdings auch den Ablauf einer sogenannten Abkühlphase von drei Tagen, die zwischen dem Abschluss des Kaufvertrages über die Waffe und deren Übergabe an den Käufer liegen muss.“ Die Staatsanwaltschaft Heidelberg geht davon aus, dass die „Abkühlphase in Bezug auf das Unterhebelrepetiergewehr nicht und in Bezug auf die Schrotflinte nicht vollständig eingehalten wurde“.

Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung

Die Staatsanwaltschaft sieht deswegen einen strafrechtlichen Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Inhaber des Wiener Waffengeschäfts und seinen Mitarbeiter, der den Täter bediente. Grund: „Bei korrekter Einhaltung der Abkühlphase wäre der Täter zum Tatzeitpunkt noch nicht im Besitz der beiden Waffen gewesen und hätte die Amoktat – jedenfalls zur gegebenen Zeit und in der gegebenen Art und Weise – nicht ausführen können.“

Bild

Eine der Waffen und der Rucksack des Täters
Foto: DANIEL ROLAND/AFP
Gefunden auf: www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt
0



Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Omas Bioladen
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 2
Reaktionen: 147
Beiträge: 461
Registriert: 17.11.2020
Wohnort: Berlin Westend
Status: Offline

2021 | Heidelberg | Amokschütze Nikolai (18) richtet Studentin (23)

#2

Ungelesener Beitrag von Omas Bioladen » So, 24. Jul. 2022, 22:03

Also neueren Erkenntnissen zufolge studierte Nikolai Biowissenschaften an der Karl-Ruprechts-Universität in Heidelberg. Er war 18 Jahre und kam aus Berlin Wilmersdorf. Er war also im ersten oder zweiten Semester. Zunächst würde mich interessieren was er da macht. Klar gibt es noch die ZVS aber Bio kann man auch in Berlin studieren. Der NC in Heidelberg ist mit 2,6 nicht besonders hoch im Sommersemster. Um sich die Waffen besorgen zu können musste er erst eine Wohnung in Wien mieten um mit der Meldeadresse dann Waffen kaufen zu können. Dazu besorgte er sich eine Studienkredit. Angeblich spielte er am Rechner Ballerspiele und fertigte Schnappschüsse von den Leichen an. Zudem hatte er es wohl auf ein bestimmtes Mädchen abgesehen und andere nur durch streuendes Korn seiner Schrotflinte verletzt. Er zielte noch auf andere drückte aber nicht ab und hatte mehr als 100 Schuss dabei. Nachbarn in Berlin glaubten er studiere in der Schweiz, was ja auch seltsam ist. Ist denn Heidelberg nicht gut genug? Leider weiß man weiterhin überhaupt nichts über den Hintergrund und was mit diesem Mädchen war, auf das er es abgesehen hatte.

Wird die Öffentlichkeit jemals etwas darüber erfahren? Oder bleibt es bei der polizeilichen Aussage er war Neonazi und voller Hass?
0

Antworten <>

Zurück zu „Anklageerhebungen“

Wer ist online?

0 Mitglieder | 1 Gast