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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 22. Mär. 2015, 16:14

Marianne Bachmeier wurde bundesweit bekannt, nachdem sie 1981 in einem Saal des Landgerichtes Lübeck den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter Anna Bachmeier, Klaus Grabowski, in Selbstjustiz erschossen hatte.
Bild
Marianne Bachmeier (* 3. Juni 1950 in Sarstedt; † 17. September 1996 in Lübeck)
Quelle: Spiegel Online

Bild
Anna Bachmeier († 7, 5. Mai 1980)
Quelle: Murderpedia

Ermordung der Tochter

Am 5. Mai 1980 ging die damals siebenjährige Anna Bachmeier aus Trotz gegen ihre Mutter nicht zur Schule. Sie wollte eine gleichaltrige Freundin besuchen und fiel dabei dem 35-jährigen Fleischer Klaus Grabowski in die Hände. Er soll sie bei sich zu Hause mehrere Stunden festgehalten und anschließend mit einer Strumpfhose erdrosselt haben. Laut Staatsanwaltschaft habe er das Mädchen gefesselt, in einen Karton gepackt und diesen dann am Ufer eines Kanals in einer Mulde abgelegt. Die Leiche soll er anschließend in ein Loch gelegt und mit Erde bedeckt haben.

Klaus Grabowski war ein vorbestrafter Sexualstraftäter und war zuvor wegen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen verurteilt worden. Während seiner Haft ließ er sich 1976 kastrieren und unterzog sich zwei Jahre später einer Hormonbehandlung.

Anna will er nicht sexuell belästigt haben. Bei der polizeilichen Vernehmung gab er an, das Mädchen habe der Mutter erzählen wollen, er habe sie unsittlich berührt mit dem Ziel, von ihm eine D-Mark zu erpressen. Am Abend wurde er in der Gaststätte Im alten Zolln festgenommen.

Selbstjustiz im Gerichtssaal

Marianne Bachmeier schmuggelte am 6. März 1981, dem dritten Verhandlungstag im Prozess mit Mordanklage, eine Pistole der Marke Beretta M1934 in den Gerichtssaal des Lübecker Landgerichts und erschoss den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter Anna, Klaus Grabowski, auf der Anklagebank. Sie zielte mit der Waffe auf Grabowskis Rücken und drückte insgesamt acht Mal ab. Sechs der Schüsse trafen; der 35-jährige Angeklagte war sofort tot.

Dieser wohl bislang bekannteste Fall von Selbstjustiz in der Bundesrepublik löste ein großes Medienecho aus und wurde in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Fernsehteams aus aller Welt reisten nach Lübeck, um über diesen Fall zu berichten. Reporter befragten auf der Straße zahlreiche Passanten über die Tat der 31-jährigen alleinerziehenden Frau.

Ein Großteil der Bevölkerung zeigte Verständnis für die Tat, andere verurteilten sie als nicht mit der Rechtsstaatlichkeit vereinbar. Marianne Bachmeier verkaufte ihre Lebensgeschichte für rund 250.000 D-Mark exklusiv an das Nachrichtenmagazin „stern“. Sie vertraute sich stern-Reporter Heiko Gebhardt an, der sie während ihrer Untersuchungshaft besuchen durfte.

Haftstrafe wegen Totschlags

Am 2. November 1982 wurde Marianne Bachmeier vor Gericht zunächst wegen Mordes angeklagt. Später ließ die Anklage den Mordvorwurf fallen. Nach 28 Verhandlungstagen einigte sich die Kammer auf das Urteil. Vier Monate nach Verfahrenseröffnung wurde sie am 2. März 1983 von der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Lübeck wegen Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Damit ging einer der aufsehenerregendsten Prozesse der Nachkriegszeit zu Ende. Nach drei Jahren Haft wurde sie wegen Suizidgefahr vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Interviews

Im Jahr 1994, 13 Jahre nach ihrer Tat, gab sie ein Interview im Deutschlandfunk: „Ich finde es einen sehr großen Unterschied, ob ich ein kleines Mädchen umbringe, weil ich Angst habe, ich muss danach ins Gefängnis für mein Leben lang. Und dann auch das 'Wie', also dass ich mich hinter das Mädchen stelle und zuziehe, das ist jetzt wörtlich aus seiner Aussage: 'Ich höre, dass etwas aus ihrer Nase tritt, dann ziehe ich fester zu, dann kann ich den Anblick der Leiche nicht mehr ab'.“

Am 21. September 1995 trat sie in der Talkshow „Fliege“ bei der ARD auf. Sie gab zu, dass sie den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter nach reiflicher Überlegung erschossen habe, um Recht über ihn zu sprechen, und um ihn daran zu hindern, weiter Unwahrheiten über Anna zu verbreiten.

Quellen: Wikipedia | Spiegel Online


Video: Die großen Kriminalfälle - Die Rache der Marianne Bachmeier
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#2

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Mo, 23. Mär. 2015, 20:51

Danke. Derzeit hat die ARD die gesamte Folge mal wieder von der Tube geklagt. Einfach immer mal wieder googlen, einer wird sich wieder erbarmen. Ist immer das gleiche Spiel ;-)
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#3

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Mo, 23. Mär. 2015, 20:56

Hier ist immerhin der vollständige Spielfilm "keine Zeit für Tränen" (Hark Bohm, kommt auch in der Doku zu Wort)


Video: Der Fall Marianne Bachmeier - Keine Zeit für Tränen

"Annas Mutter" (Driest) habe ich nicht gefunden.


http://www.de.wikipedia.org/wiki/Der_Fa ... r%C3%A4nen
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Annas_Mutter
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#4

Ungelesener Beitrag von Marie » Sa, 11. Jun. 2016, 17:44

Meine Meinung zu dem Fall ist: egal was für eine Frau Marianne Bachmeier war, welchen Lebenswandel sie hatte, wie sie zu ihren Kindern stand... Eine Mutter hat ihr Kind auf tragische Weise verloren, allein das zählt für mich.

Und der Mörder des Kindes hat seine gerechte Strafe erhalten und konnte somit keinem anderem Kind mehr ein Leid antun. Denn das war Gewissheit...der hätte weiter gemacht (er war ja kein unbeschriebenes Blatt *zwinker*).
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 11. Jun. 2016, 21:14

Über die Tragik in diesem Fall braucht man nicht diskutieren. Das gilt für das Opfer und die Mutter gleichermaßen.
Aber kennst du auch das hier bzgl. Grabowski?
Immer wieder ist ein Königsweg, ein absolut sicherer, schneller Weg zur Behandlung von Sexualtätern gesucht worden, ein Weg, der sie garantiert ungefährlich macht. Es wurde kastriert, selbstverständlich nur auf freiwilliger Basis, aber vielen Häftlingen oder Klinikinsassen war dieser Weg eine Chance, die Freiheit wiederzuerlangen. Daß mit dem Skalpell das Problem nicht zu lösen war, belegte der Fall des Schlachters Klaus Grabowski Anfang der achtziger Jahre in Lübeck.
Nach sexuellen Angriffen auf kleine Mädchen ließ er sich freiwillig kastrieren. Doch ein Arzt stellte leichtfertig durch Hormonspritzen Klaus Grabowskis Männlichkeit wieder her. Sein Hormonspiegel war zuletzt höher als vor der Kastration. Klaus Grabowski erdrosselte Anna, 7, mit einer Strumpfhose.
Der Spiegel, vom 09.10.1995

Auch dieser Fehler ist tragisch, weil er am Ende Annas Leben gekostet hatte. Und das, obwohl der Mörder über sein Problem Bescheid wusste und entsprechend dagegen vorgegangen war, in dem er sich hatte kastrieren lassen.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#6

Ungelesener Beitrag von Marie » Sa, 18. Jun. 2016, 14:23

Salva » 11 Jun 2016, 21:14 hat geschrieben: Aber kennst du auch das hier bzgl. Grabowski?
Auch dieser Fehler ist tragisch, weil er am Ende Annas Leben gekostet hatte. Und das, obwohl der Mörder über sein Problem Bescheid wusste und entsprechend dagegen vorgegangen war, in dem er sich hatte kastrieren lassen.
Ja, kenn ich @Salva .


Dieser Fehler wurde im Fall Jürgen Bartsch Gott sei Dank nicht gemacht ;-)

Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Bartsch :
Um dem lebenslangen Aufenthalt in der Psychiatrie zu entgehen, beantragte Bartsch daraufhin seine Kastration. Zuvor hatte er diese strikt abgelehnt.
Er wurde im Landeskrankenhaus Eickelborn operiert. Die Narkose erfolgte, wie 1976 an kleinen Krankenhäusern oftmals noch üblich, ohne Anästhesist unter der Verantwortung des Operateurs. Bei der Narkose kam es zu einer Verwechslung zweier Chemikalien, so dass das Mittel Halothan durch Verwendung eines dafür ungeeigneten Methoxyfluran-Verdampfers zehnfach überdosiert wurde. Als Folge davon erlitt Bartsch nach der erfolgreichen Operation einen tödlichen Kreislaufzusammenbruch.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 18. Jun. 2016, 15:03

Marie hat geschrieben:Dieser Fehler wurde im Fall Jürgen Bartsch Gott sei Dank nicht gemacht ;-)
Stimmt. Die haben ihn schon bei der Narkose gekillt. Ob das wirklich ein fataler Fehler war, bezweifle ich ein wenig. Jedenfalls glaube ich kaum, dass das jemanden sonderlich gestört hatte. Außer seiner Familie vielleicht.

Wie auch immer: wie die staatlich veranlasste Todesstrafe, halte ich auch die Selbstjustiz für den falschen Weg wenn es darum geht, eine Tat zu rächen. Einen Ehrenmord billigt ja auch niemand. Oder?
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#8

Ungelesener Beitrag von Marie » Sa, 18. Jun. 2016, 17:40

Salva » 18 Jun 2016, 15:03 hat geschrieben: Wie auch immer: wie die staatlich veranlasste Todesstrafe, halte ich auch die Selbstjustiz für den falschen Weg wenn es darum geht, eine Tat zu rächen. Einen Ehrenmord billigt ja auch niemand. Oder?
Ist jetzt aber nicht Dein Ernst, daß Du einen Ehrenmord gleich setzt mit dem Tod eines Täters (unter welchen Umständen auch immer) :surprised:
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 18. Jun. 2016, 18:40

@Marie
Ich schrieb sinngemäß, dass ich sowohl die staatlich veranlasste Todesstrafe als auch die Selbstjustiz als nicht geeignet sehe, wenn es um Sühne bzw. Rache für eine Tat geht. Auch ein Ehrenmörder bringt sein Opfer aus Rache oder eben aus verletzter Ehre um und es gibt Länder, da steht es dem sogar zu. Es ist dennoch Selbstjustiz, aber niemand von uns billigt die.

Aber wenn du schon von Gleichsetzung sprichst: in jedem dieser Fälle gibt es Opfer, die ihr Leben verlieren. Warum ein Leben weniger Wert sein soll als ein anderes, verstehe ich nicht. Weder aus humanitärer, noch aus religiöser oder sonst welcher Sicht. Ist es ein Unterschied, ob ein Polizist tötet? Ein anderer, wenn ein Soldat tötet? Wieder ein anderer, wenn die Bachmeier den Mörder ihres Kindes erschießt oder der Staat den Tod eines Menschen beschließt? Für mich nicht. Wenn es aber darum geht, wie ein Mörder leben "darf", bin ich anderer Meinung und unterscheide schon sehr. Deswegen bin ich für harte Strafen, von mir aus auch lebenslange Haft. Aber ich wehre mich entschieden gegen eine Tötung.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#10

Ungelesener Beitrag von Marie » So, 7. Aug. 2016, 16:58

Salva » 18 Jun 2016, 18:40 hat geschrieben:Aber ich wehre mich entschieden gegen eine Tötung.

Das ist Deine Meinung und die gewähre ich Dir ja auch. Aber ich hab halt eine andere Meinung.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Todesstrafe. Und da diese in Deutschland nicht mehr statt findet, kann ich manche Menschen, welche ihre Kinder/Partner durch eine Gewalttat verloren haben, verstehen, die dem Täter nicht gerade das Beste wünschen *zwinker*
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#11

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 7. Aug. 2016, 22:08

Marie hat geschrieben:Das ist Deine Meinung und die gewähre ich Dir ja auch. Aber ich hab halt eine andere Meinung.
Die soll auch jeder haben :like: Aber du begründest deine ja nicht. :smile:
Marie hat geschrieben:...die dem Täter nicht gerade das Beste wünschen
Tue ich auch nicht. Abgesehen davon ist mir auf die Schnelle nur ein Fall bekannt, bei dem die Eltern dem Mörder die Tötung ihres Kindes verziehen haben: der Fall Mirco Schlitter aus Grefrath. "Nicht gerade das Beste wünschen" ist aber etwas anderes als jemanden zu killen. Oder nicht?
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#12

Ungelesener Beitrag von Samka » Mi, 10. Aug. 2016, 14:47

Aber wenn du schon von Gleichsetzung sprichst: in jedem dieser Fälle gibt es Opfer, die ihr Leben verlieren. Warum ein Leben weniger Wert sein soll als ein anderes, verstehe ich nicht. Weder aus humanitärer, noch aus religiöser oder sonst welcher Sicht. Ist es ein Unterschied, ob ein Polizist tötet? Ein anderer, wenn ein Soldat tötet? Wieder ein anderer, wenn die Bachmeier den Mörder ihres Kindes erschießt oder der Staat den Tod eines Menschen beschließt? Für mich nicht.
Genauso sehe ich das auch. Wieso darf die Mutter des getöteten Kindes den Mörder erschießen? Auch der Mörder hat eine Mutter... hat die jetzt auch irgendwelche Sonderrechte?
Mir wird immer ganz anders, wenn ich lese, welche Jagd gerade im Internet auf Kinderschänder und Mörder gemacht wird, die zum Teil nicht mal verurteilt waren oder nicht mal ein Prozess stattgefunden hat bzw. angefangen hat. Es ist gut so, dass die Todesstrafe in vielen Ländern abgeschafft wurde, auch wenn ich persönlich z.B. dafür bin, höhere Strafen zu verhängen und Straftaten einzeln zu sühnen, statt eine Gesamtstrafe wie z.B. bei Silvio S. für 2 Morde auszusprechen. Hier sollte für jede Tat einmal lebenslänglich ausgesprochen werden, so dass der da niemals auf legalem Weg wieder rauskommt.

Ich möchte mir nicht anmaßen, als Kinderlose über die Gefühle einer Mutter zu urteilen, aber als Frau haben wir nur das Recht Leben zu schenken, nicht es jemanden zu nehmen.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#13

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 10. Aug. 2016, 19:02

Hallo @Samka :smile: Schön, dass du wieder mal hier bist :like:
Samka hat geschrieben:Mir wird immer ganz anders, wenn ich lese, welche Jagd gerade im Internet auf Kinderschänder und Mörder gemacht wird, die zum Teil nicht mal verurteilt waren oder nicht mal ein Prozess stattgefunden hat bzw. angefangen hat.
Da sprichst du mir direkt aus der Seele! Ich finde es bedenklich, wieviele potenzielle Folterer, Henker und Hetzer unterwegs sind. Selbst wenn sie nur mit dem Mainstream schwimmen wundert es mich immer wieder, welche Fantasien sie doch haben und frage mich, für was sie so ein Ventil benötigen.
Samka hat geschrieben:Ich möchte mir nicht anmaßen, als Kinderlose über die Gefühle einer Mutter zu urteilen,...
Man muss nicht selbst Mutter oder Vater sein um zu wissen, dass Töten generell der falsche Weg ist. Ich habe das schon in so manchem Forum geschrieben und bleibe dabei: ein Mörder, der sein Leben lang im Gefängnis sitzt, wird jeden einzelnen Tag davon daran erinnert, warum er sitzt. Er wird sein Opfer niemals vergessen und das ist mir persönlich sehr viel mehr Wert, als wenn er hingerichtet wird. Mit dem Tod endet die Sühne und seine Einnerung an sein/e Opfer.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#14

Ungelesener Beitrag von Marie » Sa, 13. Aug. 2016, 15:33

@Salva und @Samka

Ich verstehe Euch und kann Euren Argumenten nichts entgegensetzen. Aber ich habe dazu eine andere Meinung. Man muß auch nicht Vater oder Mutter sein, um so ein abscheuliches Verbrechen nicht adäquat sühnen zu wollen.

Wenn jemand ein Kind anfaßt, ihm böses antut, es unvorstellbar quält, es ermordet...der hat sein Recht auf Leben verspielt. So ein Mensch hat keinerlei Rechte in meinen Augen.

Wenn einer meiner Kind anfassen würde bzw. es tötet, der gehört der Katz. Da pfeif ich auf unser Gesetz, unseren Rechtsstaat oder Meinung anderer... der wär bei mir weg.

Dann geh ich halt ins Kittchen für...wär mir sowas von wurscht. Aber der Täter würde bestimmt keinem andern Kind mehr was antun...denn er ist tot. Es gibt kein weiteres Opfer mehr...und allein DAS ist mir wichtig! Kein anderes Kind soll mehr durch die Hand von so einem Monstrum gequält werden oder gar sterben.
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Re: Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#15

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 13. Aug. 2016, 17:19

@Marie
Ich habe mir schon so oft die Frage gestellt, was ich tun würde, wenn meine Tochter Opfer eines solchen Typen werden würde. Und ich dachte sehr oft so, wie du es im Prinzip tust: während der Verhandlung den Kerl killen und dann freiwillig in den Bau marschieren. Ich könnte da sogar auf ein aufwändiges Verfahren verzichten. Aber wem hilft das? Meiner Tochter? Anderen Kindern? Mörder wird es immer geben, da müsste ich alle potenzielle killen um solche Taten ausschließen zu können. Das geht aber nicht, weil ich die ja nicht kenne. Schon deshalb schließe ich das für mich aus. Wo ich mir aber nach wie vor unsicher bin: wenn der Mörder aus irgend einen Grund freigesprochen werden würde obwohl er schuldig ist. Aufgrund eines Verfahrensfehler z.B. oder weil die Ermittler bzw. StA etwas verbockt hat. In diesem Fall würde ich für mich nicht die Hand ins Feuer legen und sagen: "Pech gehabt, c'est la vie!". Aber wer weiß das schon?
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#16

Ungelesener Beitrag von peru4171 » Do, 4. Mär. 2021, 12:39

Ich weiss, daß Themen wie Selbstjustiz auf einem teils hohen emotionalen Level stattfinden.
Aber bei einigen Aussagen hier läuft es einem schon kalt den Rücken herunter....
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#17

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 4. Mär. 2021, 18:30

peru4171 hat geschrieben:
Do, 4. Mär. 2021, 12:39
Ich weiss, daß Themen wie Selbstjustiz auf einem teils hohen emotionalen Level stattfinden.
Aber bei einigen Aussagen hier läuft es einem schon kalt den Rücken herunter....
Auf welchen Teil der Beiträge beziehst du dich denn? Pro Selbstjustiz? Oder kontra?
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#18

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 2. Okt. 2021, 12:49

Salva hat geschrieben:
Sa, 11. Jun. 2016, 21:14
Auch dieser Fehler ist tragisch, weil er am Ende Annas Leben gekostet hatte. Und das, obwohl der Mörder über sein Problem Bescheid wusste und entsprechend dagegen vorgegangen war, in dem er sich hatte kastrieren lassen.
Nein, er hatte sich kastrieren lassen, um in Freiheit zu gelangen. Sein Problem hatte er nur scheinbar beseitigen wollen.
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#19

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Di, 8. Feb. 2022, 03:48

Der Fall Marianne Bachmeier - Mordfall Anna 1981

Hm, da beschäftige ich mich seit nunmehr bestimmt schon über 10 Jahren immer mal wieder mit dem Fall, und... "Bähm!" :collision: Nicht weniger, als einer der erschütterndsten Fälle unserer Bundesdeutschen Justiz-& Kriminalgeschichte, wenn man so will. Erschütternd auch deshalb, weil der Fall sehr viele Täter aufweist und bis auf Gevatter Staat auch eigentlich nur Verlierer zurück lässt. Eine "menschliche Katastrophe", titelte das propagandistisch-staatliche Boulevard-Magazin "Der Stern" 1982 in einer Sonderausgabe. Katastrophal wird es jedenfalls bei mir immer, wenn ich mich mit so einem Revolver-Blatt befassen muss, oder, wenn es sich bei einer solchen KÄ-TAST-TROPHY ja auch möglicherweise vielleicht sogar um eine Mensch gemachte menschliche Katastrophe handeln könnte. Die heuchlerische und zu Tränen animierende rührselige Aufmacher-Überschrift des staatlichen Gruner + Jahr Käseblattes ließe schon mal darauf schließen, bei allem nötigen Respekt, versteht sich.

Der eigentlich wichtigsten Person dieses schmutzigen, perfiden Drama's sollte jedoch bis zum heutigen Tag niemals wirklich Gerechtigkeit im weitesten Sinne widerfahren, sprich, im Sinne einer ordentlichen Aufklärung und/oder Aufarbeitung des Falles zukommen. Von wegen: Wahrheitsgetreu, und so. Na, Ihr wisst schon: The Truth is out there! - Daher möchte ich meine bescheidenen kleinen Zeilen hier zu dem Fall (Welche selbstverständlich nur meiner ganz eigenen persönlichen Meinung entsprechen, versteht sich!) Voll und Ganz der kleinen
Anna Bachmeier widmen, man ließ Sie nur 7 Jahre alt werden (* 1973; † 5.Mai 1980).

Für das »en gros« der Bevölkerungsmasse wird der Fall aber ganz offiziell für immer ein "klarer" Fall von Selbstjustiz im Gerichtssaal bleiben. Der handelsübliche Trick des Magiers, eines jeden Illusionisten, der die Ablenkung benötigt. "Schauen Sie auf mich, hier her!" - Oder schauen Sie doch lieber sofort und ausschließlich nur auf meine vollbusige Assistentin, hier neben mir, während dann üblicherweise in der genau entgegen gesetzten Richtung der eigentliche Trick von Statten geht.
Nun, ja!
Darüber hinaus bleibt aber unbedingt festzuhalten, so haben wir es hier mitunter auch mit einem absolut-hundert prozentigen, sogenannten, Präzedenzfall zu tun. Das heißt, dieser Fall wurde quasi zur einmaligen Blaupause, sozusagen, zu einem ganz besonderen Wendepunkt in unserer Justizgeschichte. Weil der Fall eine ganze Palette gesetzlicher und Sicherheitstechnischer Konsequenzen nach sich zog. Tiefgreifende Einschnitte, speziell, was staatlich öffentliche Gebäude betrifft. Einer der wichtigsten Aspekte des Falles, dem bedauerlicherweise nur die wenigsten User, wenn überhaupt, einmal ihre Aufmerksamkeit widmen. Erfahrene Kaninchenbaubewohner sollten aber spätestens an dieser Stelle besonders hellhörig sein. Denn wann immer ein "Ereignis" von einer solchen Tragweite mit einer derartigen medialen Penetranz und Bombast-Aufmerksamkeit daher kommt und zusätzlich noch weitreichende Konsequenzen nach sich zieht, besonders, wenn diese im Nachhinein staatlich, bzw., gesetzlich legitimiert werden, dann ist äußerste-oberste Vorsicht geboten. :offender: Denn dann ist Skepsis = Elementar, wenn ich das mal so sagen darf. Mehr noch, dann verdichten sich gewisse Hinweise auf ein staatlich selber verschuldetes Ereignis. Die Gefahr "Hegelscher Dialektik" oder einer staatlich angeordneten "False Flag"-Aktion ist dann nämlich nahezu allgegenwärtig. Leider auch im Fall der Marianne Bachmeier. - Frage: Wollte der Staat diese Tat, hat er sie womöglich selber eingefädelt? Antwort: Vielleicht nicht genau diese Tat der Marianne B., aber eine Tat in dieser Größenordnung stand definitiv auf der Wunschliste unserer Beherrscher. Schlussendlich brauchte man ein solches Verbrechen um, wie so häufig, an seine nächsten angepeilten, höheren "Ziele" zu gelangen. Hatte man Marianne Bachmeier bewusst "benutzt"?! Sowohl, als auch, man gab ihr mit ihrer Selbstjustiz-Nummer nicht nur einen lang ersehnten Traum von Ruhm, Talkshows und viel Rampenlicht. Man gab ihr ein riesengroßes Ablenkungsmanöver im Sinne einer zweiten Chance. Eine Ablenkung von einer unentschuldbaren, unverzeihlichen, niemals wieder gut zu machenden abscheulichen Tat, die Sie, wenn man so will, nur mit einer anderen abscheulichen Tat vertuschen konnte.

Am 6. März 1981 erschießt die damals 31-jährige Marianne Bachmeier den vermeintlichen Mörder ihrer 7-jährigen Tochter Anna Bachmeier im Schwurgerichtssaal des Lübecker Landgerichts vor den geschockten öffentlichen Augen der Nation. Womit sich einmal mehr die Magier-These bestätigen sollte, da kein "Aktenzeichen XY"- geschultes Deutsch-Michel-Auge, à la „Ede“ Zimmermann (Den ich sehr schätze, bitte nicht falsch verstehen, der war ein guter Crimer!) den eigentlichen Trick bemerkte. Alles versinkt im Geschrei & Gezeter eines Diskurses, Marke:
"Wie hätten Sie als gebrochene Mutter einer geschändeten Tochter entschieden?!" - "Oh, lieber Gott, wie hätte ich wohl als Mutter, ich möchte bald sagen, als Frau & Mutter entschieden?!" - "Doch vor allen Dingen, hätte mir denn wohl der fesche Dresscode der Marianne B. im Triangle-80's Design mitunter auch so fantastisch gut gestanden?!" - Wer weiß!

Wie dem auch sei, die von Rache-Gelüsten getriebene und schwer traumatisierte Frau, Mutter und by the Way Betreiberin einer Studentenkneipe richtete den 35-jährigen vorbestraften Sexualstraftäter Klaus Grabowski ohne jegliche Vorwarnung mit 6 gezielten Schüssen aus nächster Nähe unter zur Hilfenahme einer in den Gerichtssaal geschmuggelten Schusswaffe, Typus:
"Beretta 70's" Kaliber: 8 × 5,56 mm danieder. Es war bereits der dritte Tag der Hauptverhandlung gegen den gelernten Fleischerei-& Metzger-Gesellen Grabowski und bisher stand er auch lediglich "nur" wegen des "Verdachts" (wohl gemerkt!) vor Gericht Anna ein Jahr zuvor im Mai 1980 vergewaltigt und erwürgt zu haben.
Hier beginnt es allerdings für mich das erste Mal etwas wirr bis kurios zu werden, bei allem nötigen Respekt. Weil es heißt G. hätte ein vollständiges Geständnis abgelegt. Aber doch wohl eher nicht nach seinem Tod, nehme ich an. Also, wozu bitte ein dritter Hauptverhandlungstag, wenn der Mann doch schon ein volles Geständnis abgelegt haben soll?! Der Sinn erschließt sich mir nicht richtig.

Und so soll es emsigen Ermittler-Bullen doch tatsächlich gelungen sein Grabowski in einem höchst wahrscheinlich sehr einseitigen polizeilichen Verhör, wie es so schön heißt (die Art & Weise dieses sogenannten Verhörs mag sich Jeder selber vorstellen!), das staatlich voraus-zementierte und gewünscht-gewollte Geständnis-Ergebnis zu entlocken. Donnerwelle! Wie mir scheint, hatte es neben jenem eher "fragwürdigen" Beweis ansonsten aber eher keinerlei stichhaltigen Beweise und/oder Hinweise gegen Grabowski in dem Fall gegeben. Hinzu kam, das Grabowski zwar die Tötung des Mädchens zugab, einen sexuellen Missbrauch aber vehement abstritt.

Am 2. November 1982 wurde Marianne Bachmeier vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Lübeck wegen Mordes angeklagt. - Hui, da schau her, der gute alte Mordparagraf, Paragraf § 211. By the Way! Ein nicht ganz unbedeutender Paragraf, wie ich meine, den der damalige Justizminister Heiko "Eichmann" Maas nur ein knappes halbes Jahr vor der inszenierten großen Flüchtlingswelle, besser gesagt, vor der getätigten Migrationswaffe gegen unser Land mal einfach abgeschafft hatte. Puff! Germany = Kein Mord!

Ähnlich, wie Heiko Adolf, Ach, Quatsch! Will sagen, genau, wie unser Heiko Eichmaas ließ merkwürdigerweise dann auch die Staatsanwaltschaft Lübeck vom Mordparagrafen, aka, vom Mordvorwurf gegen Bachmeier ab. Nach 28 Verhandlungstagen erging am 2. März 1983 das Urteil von 6 Jahren Haft wegen Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes. Nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe (unter Anrechnung der Untersuchungshaft) wurde die Reststrafe 1985 zur Bewährung ausgesetzt.
Neben diesem zutiefst zweifelhaften Urteil, ich bin an dieser Stelle fast geneigt nochmal das vernichtende EuGH-Urteil des Jahres 2018 über Deutschland zu zitieren, in dem es hieß, Zitat:
Deutschlands Richter agierten nicht unabhängig und seine Staatsanwälte wären zu "Weisungsgebunden", was man konkret zum Anlass nahm und Deutschland seitdem keine Interpol-Verfahren mehr bearbeiten lässt.

Im Bachmeier-Fall scheinen jedenfalls bis Heute keine konkreten Spuren zu existieren, die Grabowski einmal ganz eindeutig mit der Tat in Verbindung bringen könnten. Trotzdem ist neben dem erzwungenen Geständnis inklusive einer fragwürdigen Urteilsverkündung bis zum heutigen Tag auch immer ein düsterer Schleier eines reichhaltigen Fragenkatalogs geblieben, denen sich unsere gleich geschalteten Mainstream-& Propagandamedien natürlich niemals bereitwillig stellen würden, selbstverständlich. Dabei erscheint es geradezu essentiell hier, sozusagen, die richtigen kriminalistischen Fragen zu stellen. Criminal Basics, à la: Cui Bono - wären gefragt.

Beispielsweise ist eine von mir sehr favorisierte Frage:
"Mit welcher Person hatte Anna am Tag ihres Todes nachweislich einen Streit?!"

Ungeklärte Fragen zur Tatwaffe:
  • Wer besorgte der rächenden Mutter die Tatwaffe?
  • Wer schulte Sie im Umgang mit der Waffe?
  • Auf welchem Schießstand trainierte Sie?
Meiner bescheidenen Meinung nach gibt uns die Schusswaffe für sich betrachtet, gewissermaßen schon einen ziemlich deutlichen Hinweis in Richtung möglicher Helfer und Unterstützer der Frau Bachmeier. :offender: Speziell das Pistolen-Model, Beretta-70S galt als besonders robust und zuverlässig. Einfach in ihrer Bedienung und Verlässlich hinsichtlich ihres tödlichen Wirkungsgrades. Die 70/71'er Serie gehörte bis in die 1970'er Jahre sogar zur Standardausrüstung einiger Europäischer Geheimdienste, in relativ kurzer Zeit, lässt sich ein Schall-gedämpfter Aufsatz montieren, dadurch wurde sie besonders vom Israelischen Mossad favorisiert. Lässt diese sogenannte Handtaschen-Beretta aufgrund ihrer Größe zunächst noch den ein oder anderen leichten Zweifel aufkommen, so verstummen die meisten Kritiker spätestens beim Anblick ihrer Verwundungswirkung auf den menschlichen Körper - insbes. bei Treffern im Torso-Bereich erzielt sie beachtliche Ergebnisse. Der große Bruder, das Beretta-Model F92, ist wahrscheinlich weltweit jedem Videogamer sofort ein Begriff. Die Resident Evil-Standard-Waffe gehörte bis in die 1990'er Jahre auch ganz offiziell zur Standard-Ausrüstung aller Polizei-& Sicherheitskräfte des Nordamerikanischen Kontinents (Ich persönlich klemme die immer ins Gummiband meiner Adidas-Trainingshose! Buha! :joy: Lach!). Daneben ist aber auch die verwendete Munition im höchsten Maße extrem verdächtig. Das von Frau Bachmann benutzte 5,56 × 45 mm Kaliber ist absolutes und ultimatives NATO-Standard Kaliber.

In meinem Fazit würde ich daher, bei aller Bescheidenheit, versteht sich, eine Beteiligung Dienstlicher und/oder Staatsdienstlicher Organisationen und/oder Gruppierungen im Bachmeier-Fall bei so ca. 70%-80% Wahrscheinlichkeit als gegeben ansehen. Eine weitere Dienstliche, bzw., staatliche Beteiligung verraten uns aber eventuell auch die Todesumstände der Marianne B., die im Jahr 1996 mit nur 46 Jahren unheilbar einem Krebsleiden erliegt. Allerdings ein für Frauen ziemlich ungewöhnlicher und seltener Krebs. Dafür ist es aber genau jene richtig fiese Hodgkin-Art, die besonders gerne von unseren westlichen Geheim-, Spionage- und Nachrichten-Diensten benutzt wird. Es ist ein besonders verheerender Bauchspeicheldrüsen-Krebs, der Kontamination ausgelöst werden kann. In einer gewissen Regelmäßigkeit befällt dieser Krebs sehr gerne unliebsame Staatschefs vornehmlich in den Latein-& Südamerikanischen Gebieten, die nämlich bei unseren feinen westlichen Regimen, namentlich: Israel, EU und USA ganz direkt in Ungnade gefallen sind. Der ehemalige EL Presidente Venezuelas Hugo Chavez wurde ein direktes Opfer dieser westlichen Krebswaffe. Was Marianne Bachmeier angeht, so hatte man selbstverständlich berechtigte Sorge, das Sie auspackt, das Sie irgendeinem Journalisten nachher doch noch die Wahrheit über ihren angeblichen Selbstjustizmord erzählt.
Es heißt bedauerlicherweise, das Sie an der Seite ihrer Tochter Anna auf dem Burgtorfriedhof in Lübeck beigesetzt wurde. In meinen Augen nur absolut Ekelhaft! Ich hoffe die widerlichen Ratten, die hier die Fäden zogen und hinter dem Fall stecken, werden früher oder später in der Hölle schmoren, so Gott unser Herr Jesu Christ will. Ich weiß aber auch mit Sicherheit, das die kleine Anna an der Seite unseres Schöpfers längst ganz andere Aufgaben übernommen hat. Ich freue mich schon auf eine spätere Begegnung.

Annas Schicksalstag war der 5.Mai 1980. Ein Montag, noch dazu ein Schulpflichtiger Tag. Dazu heißt es auf dem Portal der Morgenpost, kurz, "mopo.de", Zitat:
Die Tat führte in der Öffentlichkeit zu heftigen Diskussionen über Selbstjustiz und den Umgang der Justiz mit Sexualstraftätern und machte Marianne B. über Nacht schlagartig bekannt. Zweimal wurde ihre Geschichte verfilmt. Dem Magazin „Stern“ verkaufte sie für 250.000 Mark ihre Geschichte. Ihr Stiefvater, der sie angeblich verprügelte, steckte Marianne mit 16 in ein Heim, als sie gerade schwanger war. Sie gab das Kind zur Adoption frei. Mit 18 wurde sie erneut schwanger, sie gab auch dieses Kind wieder zur Adoption frei. 1973 bekam sie Tochter Anna. Am Montag-Morgen des 5. Mai 1980 verschlief Marianne B., wie es heißt, und verpasste es, die kleine Anna fertig für die Schule zu machen. Anna schwänzte und begegnete auf diesem Weg zum Spielen ihrem vermeintlichen späteren Mörder.

https://www.mopo.de/im-norden/heute-vor ... -38147918/

Puh, das reicht erstmal, ich glaube, ich brauch erstmal ne' Pause!
To be continued...
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#20

Ungelesener Beitrag von Miri » Di, 6. Dez. 2022, 23:56

Salva hat geschrieben:
Sa, 13. Aug. 2016, 17:19
Ich habe mir schon so oft die Frage gestellt, was ich tun würde, wenn meine Tochter Opfer eines solchen Typen werden würde. Und ich dachte sehr oft so, wie du es im Prinzip tust: während der Verhandlung den Kerl killen und dann freiwillig in den Bau marschieren. Ich könnte da sogar auf ein aufwändiges Verfahren verzichten. Aber wem hilft das? Meiner Tochter? Anderen Kindern? Mörder wird es immer geben, da müsste ich alle potenzielle killen um solche Taten ausschließen zu können. Das geht aber nicht, weil ich die ja nicht kenne. Schon deshalb schließe ich das für mich aus. Wo ich mir aber nach wie vor unsicher bin: wenn der Mörder aus irgend einen Grund freigesprochen werden würde obwohl er schuldig ist. Aufgrund eines Verfahrensfehler z.B. oder weil die Ermittler bzw. StA etwas verbockt hat. In diesem Fall würde ich für mich nicht die Hand ins Feuer legen und sagen: "Pech gehabt, c'est la vie!". Aber wer weiß das schon?
@Salva

Abgesehen von der kurzfristigen Befriedigung eines Rachebedürfnisses, würde es Dir vermutlich letztlich auch nicht helfen, weil es Dir nicht die Trauer um Deinen Verlust nähme. Vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

In "Ein Mensch weniger, eine Lesebuch gegen die Todesstrafe", herausgegeben von amnesty international ist ein Text von Dorothea B. Morefield , einer Amerikanerin abgedurckt, die ihren Sohn durch ein Gewaltverbrechen verloren hat und sich gerade deshalb besonders intensiv mit der Todesstrafe befasst hat.

"... Ein Reporter berichtete mir mal von einem Mann, dessen Sohn auf brutale Weise ermordet worden war. Sechs Jahre lang lebte der Mann im Haß, seine Ehe scheiterte, und die Beziehung zu seinen anderen Kindern wurde völlig zerstört. Er saß in einem Ein-Zimmerappartment, das er zu einem Heiligtum für sein getötetes Kind gemacht hatte: mit Bildern, mit Blumen und mit seinem Hass. Schließlich wurde der Mörder seines Sohnes hingerichtet - und am folgenden Tag unternahm der Mann einen Selbstmordversuch. Hatte er herausgefunden, dass die Hinrichtung seinen Schmerz nicht lindern konnte. Daß er sich nicht besser fühlte? [...] Es gibt keinen schnellen, leichten Weg, der die Hinterbliebenen eines Ermordeten aus ihrem Schmerz führt. ..."

ich kann, falls Interesse besteht, ihren kompletten Text bei Gelegenheit mal einscannen und den kompletten Text als pdf-Dokument anhängen.
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Selbstjustiz. Der Fall Marianne Bachmeier

#21

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 27. Jan. 2023, 11:39

PommesAgnum hat geschrieben:
Di, 8. Feb. 2022, 03:48
Ungeklärte Fragen zur Tatwaffe:

Wer besorgte der rächenden Mutter die Tatwaffe?

Wer schulte Sie im Umgang mit der Waffe?

Auf welchem Schießstand trainierte Sie?

Meiner bescheidenen Meinung nach gibt uns die Schusswaffe für sich betrachtet, gewissermaßen schon einen ziemlich deutlichen Hinweis in Richtung möglicher Helfer und Unterstützer der Frau Bachmeier. :offender: Speziell das Pistolen-Model, Beretta-70S galt als besonders robust und zuverlässig. Einfach in ihrer Bedienung und Verlässlich hinsichtlich ihres tödlichen Wirkungsgrades. Die 70/71'er Serie gehörte bis in die 1970'er Jahre sogar zur Standardausrüstung einiger Europäischer Geheimdienste, in relativ kurzer Zeit, lässt sich ein Schall-gedämpfter Aufsatz montieren, dadurch wurde sie besonders vom Israelischen Mossad favorisiert. Lässt diese sogenannte Handtaschen-Beretta aufgrund ihrer Größe zunächst noch den ein oder anderen leichten Zweifel aufkommen, so verstummen die meisten Kritiker spätestens beim Anblick ihrer Verwundungswirkung auf den menschlichen Körper - insbes. bei Treffern im Torso-Bereich erzielt sie beachtliche Ergebnisse. Der große Bruder, das Beretta-Model F92, ist wahrscheinlich weltweit jedem Videogamer sofort ein Begriff. Die Resident Evil-Standard-Waffe gehörte bis in die 1990'er Jahre auch ganz offiziell zur Standard-Ausrüstung aller Polizei-& Sicherheitskräfte des Nordamerikanischen Kontinents (Ich persönlich klemme die immer ins Gummiband meiner Adidas-Trainingshose! Buha! :joy: Lach!). Daneben ist aber auch die verwendete Munition im höchsten Maße extrem verdächtig. Das von Frau Bachmann benutzte 5,56 × 45 mm Kaliber ist absolutes und ultimatives NATO-Standard Kaliber.
Wenn man mal davon absieht, dass einzelne Quellen als Tatwaffe eine Beretta 1934 (9mm) nennen, so sehe ich das nicht ganz so:
1. Der Abstand zwischen Marianne Bachmeier und Klaus Grabowski war reletiv gering. Trotzdem haben nur 6 von 8 Schüssen getroffen.
Ein Schießtraining würde ich also ausschließen. Vermutlich gab es nur eine kurze "Bedienungsanleitung" durch den kriminellen Waffenverkäufer.
2. Mir fehlt vollständig ein Motiv für einen Geheimdienst. Warum sollte ein Geheimdienst einen einschlägig vorbestraften Schlachtergesellen ermorden wollen ?
3. M.E. war Marianne Bachmeier eine schlechte Mutter. 2 Kinder zur Adaption freigegeben, angeblich wollte sie auch Anna abgeben.
Ich sehe die Tat eher als Versuch der Marianne B. sich als gute Mutter darzustellen. Andere Quellen (z.B.der damalige Staatsanwalt) sprechen davon, dass Marianne B. den Grabowski darin hindern wollte, negative Behauptungen über ihre Tochter zu äußern.
4. Die Aktionen mit der Kastration und der Hormanbehandlung zeigt, dass durch Kastration kein Sexualtäter ungefährlich wird.
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