Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten, dich privat mit anderen Foristen austauschen und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

Wenn Unrecht Recht wird.
Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#481

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 11. Mär. 2022, 21:52

1. Prozesstag im Zivilverfahren am 9. März 2022 - Wiederaufnahmeverfahren bleibt möglich
Andreas Darsow darf auf ein neues Beweisaufnahmeverfahren hoffen. Die Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt hatte am Mittwoch über die Frage zu beraten, ob Darsow dem Land Hessen knapp 70.000 Euro für Zahlungen nach dem Opferentschädigungsgesetz an die behinderten Tochter des damals getöteten Ehepaars zahlen muss.

Darüber hat das Gericht am Mittwoch noch nicht entschieden, sondern sich nach knapp einer Stunde Verhandlung, in der beide Seiten ihre Argumente austauschten, auf den 30. März vertagt. Dann soll verkündet werden, wie das Gericht weiter verfährt. Entscheidet es auf Grundlage der bisherigen Akten aus dem Strafverfahren oder fordert es ein unabhängiges Gutachten zu der Tat an, in dem vor allem geklärt werden soll, ob Darsow überhaupt der Mörder sein konnte?
Quelle: Frankfurter Allgemeine
1
Bild



Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#482

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 30. Mär. 2022, 19:21

Mi, 30. März 2022 | Urteil gefallen: "Babenhäuser Doppelmörder" weiterhin schuldig

So lautet die Überschrift z.B. bei Primavera24. Allerdings ohne Apostroph. Der Grund:

Das Urteil ist gefallen. Das Landgericht Darmstadt sieht es nach wie vor als erwiesen an, dass Andreas Darsow das Nachbarehepaar Toll getötet und deren Tochter Astrid schwer verletzt hat. Demnach muss Darsow knapp 70.000 Euro an das Land Hessen zahlen – für die Betreuung der Tochter in den vergangenen Jahren.

"Zwar könnte man jedes einzelne Indiz entkräften", so die Richterin, aber in der Gesamtschau war auch das für diesen Zivilprozess zuständige Landgericht Darmstadt davon überzeugt, dass sich die Tat so zugetragen hat, wie sie auch im damaligen Urteil geschildert wurde.

Bild
Trotz aller Enttäuschung zeigt sich Anja Darsow weiterhin kämpferisch und wird auch nicht aufgeben, bis die Unschuld ihres Mannes bewiesen ist.
Screenshot: Video/ Interview mit Primavera24

Quelle und kurzes Interview mit Frau Darsow: Primavera24
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#483

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 3. Apr. 2022, 09:11

Do, 31. März 2022: "Ich habe schon beim Reingehen gedacht, das fühlt sich nicht gut an."

Bild
Kurz vor der Urteilsverkündung des Landgerichts Darmstadt: Kameras und Smartphones sind auf Ehefrau Anja Darsow gerichtet.
Foto: Andreas Arnold/dpa/op-online
„Wütend“ – das ist das erste Wort, das Anja Darsow gestern am frühen Nachmittag über die Lippen kommt, wenn man sie nach ihrer Gemütsverfassung fragt. Aber die Ehefrau des verurteilten Doppelmörders Andreas Darsow klingt auch schon wieder gefasst. Gut zwei Stunden zuvor hat eine Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt ihr und ihrem Mann die Hoffnung genommen, dass neue Gutachten das Indizienurteil aus dem Jahr 2011 in Zweifel ziehen könnten. „Ich hatte gehofft, dass das Gericht den Mut hat, alles noch einmal ganz genau anzuschauen“, sagt Anja Darsow. Stattdessen habe sie den Eindruck, dass einfach nur Formulierungen aus vorangegangen Urteilen kopiert worden sind.

In der Tat hätte die Ablehnung des von Darsows Anwalt Gerhard Strate geforderten neuen Beweiserhebungsverfahren klarer kaum sein können. Es bleibe für die Kammer kein Zweifel an der Schuld des Beklagten, sagte die Vorsitzende Richterin in ihrer Begründung. Die Kammer habe keine Zweifel an der Richtigkeit des Urteils und der Bewertung der Indizien in dem Strafverfahren vor mehr als zehn Jahren. „In der Gesamtwürdigung lassen sie nur einen Schluss zu“ – Andreas Darsow hat 2009 das Nachbarehepaar erschossen und versucht, deren Tochter zu töten. Sie überlebte die Mordnacht schwer verletzt.

Wie das Landgericht Darmstadt in einer Stellungnahme mitteilt, seien insbesonders „die Feststellungen der Privatsachverständigen zu dem bei der Tat verwendeten Schalldämpfer nicht geeignet, die Feststellungen des Schwurgerichts und der von diesem seinerzeit beauftragten Sachverständigen in Zweifel zu ziehen.“ Gerade auf den bei der Tat angeblich verwendeten, selbst gebauten Schalldämpfer – eine mit Bauschaum gefüllte Plastikflasche – hatte die Verteidigung mit Rechtsanwalt Strate gebaut. Für ihn, der auch das bayerische Justizopfer Gustl Mollath und die wegen Mordes ihrer beiden Töchter verurteilte Monika Böttcher vertrat, bot das Verfahren daher eine Chance auf einen neuen Strafprozess.
Nach dem Prozess kündigte Anja Darsow an, dass gegen das Urteil Berufung eingelegt werde.

Ziel sei weiter, mit neuen Hinweisen oder auch Gutachten ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen.

Quelle: op-online.de
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#484

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 14. Apr. 2022, 11:48

0

Benutzeravatar
laneyka
Level 0
Level 0
Beiträge zum Thema: 4
Reaktionen: 0
Beiträge: 4
Registriert: 02.11.2022
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#485

Ungelesener Beitrag von laneyka » Mi, 2. Nov. 2022, 15:39

So, ich habe mir jetzt extra für diesen Fall einen Account hier zugelegt. Nachdem ich lange stille Mitleserin war, will ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben! Ich habe nicht jeden einzelnen Post hier gelesen, bin aber durch die meisten Seiten durch und habe mir ein Bild der Meinungen und Diskussionen hier gemacht.
Ich habe jetzt ein paar Fragen, zu denen ich gerne eure Meinung wissen würde. Falls etwas schon beantwortet wurde, dass ich übersehen habe, könnt ihr mich gerne darauf hinweisen.

1. Wie erklären sich die 2 verschiedenen Spuren von Handschuhabdrücken im Hause der Tolls?
2. Was hat es mit KT Telefon auf sich, welches er unter dem Namen "Vogel Lehmann" bei einer nicht existierenden Adresse in Köln gemeldet hat?
3. Woher kommen die 10.000€, die am Tag vor dem Mord auf seinem Konto eingegangen sind?
4. Die Spürhunde sind damals an der Kaserne vorbeigelaufen, spekuliert wurde ja, dass die Munition der Walther P38 aus eben dieser Kaserne stammen könnte... Kann da nicht ein Zusammenhang bestehen?
5. Was ist aus dem anonymen Brief von September 2020 geworden, in dem stand, dass KT regelmäßig einen Puff aufgesucht haben soll, in dem "High Society", sowie Polizisten verkehrten (welche er mit Fotos erpresst haben soll -> erklärt dies die regelmäßigen Zahlungseingänge zwischen 4.500€-10.000€ auf seinem Konto?)? Im selben Brief stand auch, dass ein paar Hells Angels Schulden bei KT gehabt haben sollen, was ja ein Grund wäre ihn (und auch die Familie die davon ja wissen könnte) zu töten.
6. Die dritte unbekannte DNA Spur vom Tatort, die nicht zugeordnet werden kann... Könnte das nicht die DNA des Täters sein? Der ja dann in keinem Fall AD wäre, da er ausgeschlossen wurde?

Weiterhin:

- Astrid Toll sprach im Krankenhaus nach der Tat von 2 Männern, die sich auf Deutsch unterhalten haben und dann abgehauen sind.
- Astrid Toll soll laut einer Person in ihrem Umfeld AD als Täter ausgeschlossen haben.
- Ein befragter Rocker gab an, Klaus Toll habe ihm gegenüber von mehreren Personen gesprochen, die er "bei sich im Haus erwischen müsse" und in dem Zuge um Schutz, Hilfe, eine Waffe oder einen Auftragsmörder gebeten.
- Klaus Toll hat auch gegenüber dem Pizzaboten der Pizzeria Maria von 2 Männern gesprochen, vor denen er sich schützen müsse & auch ihn nach einer Waffe gefragt.
- des Weiteren hat Klaus Toll während er mit einem Pärchen eine seiner Immobilien besichtigt hat, gefragt, ob dieses Pärchen sich in Babenhausen sicher fühle & ob sie wüssten, wo er eine Waffe herbekommen könnte.
- In Klaus Tolls Safe wurden Fingerabdrücke gefunden, die nicht zugeordnet werden konnten.

AD's Frau hatte ein Baby im Bauch, als das alles passierte. Welcher Familienvater begeht einen 3-fach Mord (bzw. 2-fach), wegen Lärmbelästigung? Diese hat ja auch Jahre zurückgelegen, AD war einfach an das Schlafen mit Ohropax gewöhnt und tut dies auch im Gefängnis noch! Die anderen Fakten die AD entlasten wurden hier ja schon alle aufgezählt. Für mich ist Fakt, dass AD NICHT zweifelsfrei als Täter infrage kommt. Was meint ihr dazu?
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#486

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 3. Nov. 2022, 22:40

Herzlich Willkommen bei Allcrime, @laneyka :like:

Deine Punkte 1, 2, 3, 5 und 6 hätten die Ermittler klären müssen.

Zu 4:
laneyka hat geschrieben:
Mi, 2. Nov. 2022, 15:39
Die Spürhunde sind damals an der Kaserne vorbeigelaufen, spekuliert wurde ja, dass die Munition der Walther P38 aus eben dieser Kaserne stammen könnte... Kann da nicht ein Zusammenhang bestehen?
Die Hunde sind an der Kaserne vorbei in Richtung Rodgau gelaufen. Das soll die Joggingstrecke von Andreas D. gewesen sein, wobei sich mir der genaue Weg nicht ganz erschließt.

laneyka hat geschrieben:
Mi, 2. Nov. 2022, 15:39
- Astrid Toll sprach im Krankenhaus nach der Tat von 2 Männern, die sich auf Deutsch unterhalten haben und dann abgehauen sind.
In Astrids Zimmer gab es eine Haus-Telefonanlage, die mit ihrem Blut beschmiert war. Womöglich konnte sie dadurch über die anderen Anlagen die Täter hören und verließ deshalb nicht das Zimmer. Interessant dabei ist auch, dass sie den eingebauten Not-Knopf nicht bediente.

laneyka hat geschrieben:
Mi, 2. Nov. 2022, 15:39
- Astrid Toll soll laut einer Person in ihrem Umfeld AD als Täter ausgeschlossen haben.
Das stimmt. Ein wichtiger Punkt, weil sie AD ja kannte.

laneyka hat geschrieben:
Mi, 2. Nov. 2022, 15:39
AD's Frau hatte ein Baby im Bauch, als das alles passierte. Welcher Familienvater begeht einen 3-fach Mord (bzw. 2-fach), wegen Lärmbelästigung?
Das ist, zum. in meinen Augen, kein Ausschlusskriterium für einen Mord. Man köönte genauso gut behaupten: gerade deswegen!

laneyka hat geschrieben:
Mi, 2. Nov. 2022, 15:39
Für mich ist Fakt, dass AD NICHT zweifelsfrei als Täter infrage kommt. Was meint ihr dazu?
Sehe ich auch so und sage: Andreas Darsow hätte nie angeklagt und schon gar nicht verurteilt werden dürfen.
0

Benutzeravatar
laneyka
Level 0
Level 0
Beiträge zum Thema: 4
Reaktionen: 0
Beiträge: 4
Registriert: 02.11.2022
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#487

Ungelesener Beitrag von laneyka » Mo, 7. Nov. 2022, 09:41

Hallo @Salva , vielen Dank für deine Antwort! :) Das mit der Telefon-Anlage in Astrids Zimmer finde ich extrem interessant. Wirklich schade, dass sie nie aussagen konnte/durfte. Ich bin gespannt, ob sich in dem Fall noch was tut.
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#488

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 8. Nov. 2022, 20:36

laneyka hat geschrieben:
Mo, 7. Nov. 2022, 09:41
Das mit der Telefon-Anlage in Astrids Zimmer finde ich extrem interessant.
Da gibt schon noch andere Dinge die "extrem interessant" sind.

laneyka hat geschrieben:
Mo, 7. Nov. 2022, 09:41
Wirklich schade, dass sie nie aussagen konnte/durfte
Die Ermittlungsbehörden hatten schon ihre Gründe. Im Prinzip wäre ihre Aussage ein weiteres Kettenglied in der "Faktenkette", mit der AD nie verurteilt worden wäre, gewesen. Es wäre vor allem nie zu einer Anklage gekommen.

laneyka hat geschrieben:
Mo, 7. Nov. 2022, 09:41
Ich bin gespannt, ob sich in dem Fall noch was tut.
Selbst wenn sich noch etwas tun würde: Bis der Fall neu aufgerollt werden und sich durch die Instanzen quälren würde, hätte AD seine Strafe womöglich schon abgesessen. Am Ende würde es vermutlich "nur" um Rehabilitierung und evtl. Entschädigungszahlungen gehen. Wie auch immer dieses Drama endet, die rund 25 Jahre Knast kann niemand mehr ersetzen und das ist wahrscheinlich noch viel schlimmer als der Makel "Doppelmörder" oder ca. 183.000 € Haftentschädigung.
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#489

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 8. Nov. 2022, 20:55

Ein neuer Termin wurde im Januar vom OLG Frankfurt 12. Zivilsenat angesetzt. Wir haben nun Zeit für die Vorbereitung. Dr. Strate überlegt, was nun wichtig ist
Bild

Quelle: Doppelmord-Babenhausen, Instagram
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#490

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 8. Nov. 2022, 21:18

"Unschuldig im Gefängnis? Der Fall Andreas Darsow" am Dienstag, 11. Oktober 2022, um 20:15 Uhr auf ProSieben
Stefan Vaupel, Chefredakteur ProSieben: "ProSieben ‚verfilmt‘ zum ersten Mal einen Podcast und bebildert eine Reportage, die es bisher nur als Audio-Dokumentation gab. Wir bringen die beiden jungen Macherinnen, die mit ihrer Marke ‚Mord auf Ex‘ zu Deutschlands True-Crime-Elite zählen, mit ihrer spannenden Investigativ-Recherche aus den Kopfhörern auf die Bildschirme Deutschlands.
[...]
Bild
Bild & Quelle: ma Podcast Juli 2022 / agma / ProSieben
0

Benutzeravatar
laneyka
Level 0
Level 0
Beiträge zum Thema: 4
Reaktionen: 0
Beiträge: 4
Registriert: 02.11.2022
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#491

Ungelesener Beitrag von laneyka » Mi, 9. Nov. 2022, 14:01

Ich stimme Dir zu, zu Beginn meiner Recherche zu diesem Fall bin ich davon ausgegangen, dass AT ein absoluter Pflegefall ist & daher nicht aussagen kann. Erst nach längerer Recherche habe ich herausgefunden dass sie das Asperger-Syndrom hat. Ich frage mich daher, wieso in anderen Fällen Zeugen auch nach den grausamsten Taten wiederholen müssen, was sie erlebt haben. Da schert sich keiner um eine "Retraumatisierung". Wieso war das bei AT anders? "Nur" weil sie Asperger hat?

Diese Entschädigungen sind sowieso lächerlich. Wer hat entschieden, dass ein Leben in Freiheit 25€ pro Tag wert ist??
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 180
Reaktionen: 480
Beiträge: 7678
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Cadolzburg
Alter: 56
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#492

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 9. Nov. 2022, 18:24

laneyka hat geschrieben:
Mi, 9. Nov. 2022, 14:01
Ich stimme Dir zu, zu Beginn meiner Recherche zu diesem Fall bin ich davon ausgegangen, dass AT ein absoluter Pflegefall ist & daher nicht aussagen kann. Erst nach längerer Recherche habe ich herausgefunden dass sie das Asperger-Syndrom hat.
Das wurde eigentlich schon relativ früh bekannt, weil sich Anja Darsow und auch die Nachbarschaft über Astrid geäußert hatten. Auch in den Medien. So wurde z.B. u.a. bekannt, dass Astrid die einzige aus der Toll-Familie war, die hin und wieder Gespräche mit der Nachbarschaft führte. Sie war auch diejenige die den Haushalt schmiss und für Ordnung und Sauberkeit sorgte. Sie hat halt den Tic, alles iwie penibel auszurichten usw. Astrid war definitiv kein Pflegefall.

laneyka hat geschrieben:
Mi, 9. Nov. 2022, 14:01
Ich frage mich daher, wieso in anderen Fällen Zeugen auch nach den grausamsten Taten wiederholen müssen, was sie erlebt haben. Da schert sich keiner um eine "Retraumatisierung". Wieso war das bei AT anders? "Nur" weil sie Asperger hat?
Ich frage mich, ob es da keine Möglichkeiten gegeben hätte um an eine Aussage von Astrid zu kommen. Die Ermittler und auch die Verteidigung hätten doch vielleicht eine Befragung "unter vier Augen" vornehmen können. Im Beisein ihrer Betreuerin, eines Arztes und eines Anwaltes - zum Beispiel - und diese Aussage hätte man doch bei der Verhandlung verlesen können. :thinking:

laneyka hat geschrieben:
Mi, 9. Nov. 2022, 14:01
Diese Entschädigungen sind sowieso lächerlich. Wer hat entschieden, dass ein Leben in Freiheit 25€ pro Tag wert ist??
Seit dem 8. Oktober 2020 wurde die Entschädigung auf 75 € pro Tag erhöht. Im Detail:
Die Entschädigung erfüllt die Funktion eines Schadensersatzes und Schmerzensgeldes. Sie ist in Deutschland im Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen (StrEG) geregelt und beträgt für „den Schaden, der nicht Vermögensschaden ist“, 75 € für jeden angefangenen Tag der Freiheitsentziehung (§ 7 Abs. 3 StrEG). Zusätzlich kann Schadensersatz für Vermögensschäden geleistet werden, wenn der nachgewiesene Schaden den Betrag von 25 € übersteigt und der Schaden ohne die Strafverfolgungsmaßnahme nicht eingetreten wäre (§ 7 Abs. 2 StrEG).

Die Ausführungsvorschriften zum StrEG[1] sehen allerdings die Anrechnung des infolge einer Haft für Unterkunft und Verpflegung Ersparten auf den Vermögensschaden nach allgemeinen Grundsätzen (sogenannter Vorteilsausgleich) vor. Solche Ersparnisse sollen aber „allein bei der Geltendmachung von kongruenten Vermögensschäden (§ 7 Abs. 1 StrEG) und nur“ in Höhe von 3/4 des Haftkostensatzes „angerechnet“ werden. Ein solches Kongruenzverhältnis besteht nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 10. Mai 2006[2] beispielsweise nicht zwischen dem Anspruch auf Entschädigung für aufgewendete Verteidigerkosten nach § 7 Abs. 1 StrEG und den in der Untersuchungshaft ersparten Verpflegungskosten. Erst recht kommt kein Abzug für ersparte Aufwendungen gegenüber der Pauschale von 75 Euro pro Hafttag nach § 7 Abs. 3 StrEG in Betracht, da diese nicht für Vermögensschäden, sondern nach dem ausdrücklichen Wortlaut des Gesetzes für „den Schaden, der nicht Vermögensschaden ist“, geleistet wird.

Am 9. November 2017 beschloss die Justizministerkonferenz, da man „die derzeitige Entschädigung nach § 7 Abs. 3 StrEG mit 25,00 € für jeden angefangenen Tag der Freiheitsentziehung für zu gering“ erachte, bitte man „den Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine deutliche Erhöhung dieser Entschädigung vorsieht.“[3] Zum 8. Oktober 2020 wurde die Entschädigung auf 75 € pro Tag verdreifacht (vgl. oben).

Die Entschädigung nach dem StrEG schließt die Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen nach anderen Rechtsgrundlagen (z. B. gem. Art. 5 Abs. 5 EMRK) nicht aus, wobei diese unter Umständen auch höher liegen können.
Quelle: Wikipedia

Soweit die Theorie. Wie es in der Praxis aussieht, weiß ich nicht.

Hier noch ein Link zu einem Artikel über den "Badewannen-Mord" vom 2. September 2022. Da geht es speziell um die Haftentschädigung:
Haftentschädigung in Bayern - So viel Geld gibt es für jeden Tag im Gefängnis
Marktspiegel

Andreas Darsow hätte demnach dann ~ 685.000 € zu erwarten. Theoretisch.
0

Benutzeravatar
laneyka
Level 0
Level 0
Beiträge zum Thema: 4
Reaktionen: 0
Beiträge: 4
Registriert: 02.11.2022
Status: Offline

Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#493

Ungelesener Beitrag von laneyka » Mo, 21. Nov. 2022, 10:34

Guten Morgen @Salva ,

Ich bin immer noch viel am Nachdenken über diesen Fall. Gibt es mehr Informationen zu dem Vermieter Az der Familie Toll? Kennt den hier jemand und kann bisschen was zu ihm sagen? Würde mich mal sehr interessieren...
0

Antworten <>

Zurück zu „Justizirrtümer und -skandale“

Wer ist online?

0 Mitglieder | 1 Gast